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RUBENS 137

1. November 2009


Gutes Gedächtnis


Max-Planck-Forschungspreis ermöglicht Memoria-Projekt an Ruhr-Uni


In diesem Wintersemester ist Prof. Karl Galinsky erstmals an der RUB, um seine internationale Nachwuchs-Forschergruppe am Seminar für Klassische Philologie zu leiten. „Memoria Romana: Memory in Roman Civilization“ heißt das interdisziplinäre Projekt, das Galinsky mit Hilfe eines Forschungspreises aufbaut, der ihm Mitte Oktober in Bonn offiziell überreicht wurde.

Am 20. Oktober fand die Verleihung des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gestifteten Max-Planck-Forschungspreises durch Bundesforschungsministerin Annette Schavan in der Universität Bonn statt. Der mit 750.000 Euro dotierte internationale Forschungspreis wird jährlich an zwei renommierte Wissenschaftler/innen gemeinsam durch die Alexander von Humboldt-Stiftung und Max-Planck-Gesellschaft verliehen, alle vier Jahre auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften. Der vorgegebene Themenbereich für den diesjährigen Preis war die Gedächtnisgeschichte. Zusammen mit Aleida Assmann wurde der amerikanische Kulturwissenschaftler und Humboldt-Forschungspreisträger Karl Galinsky ausgezeichnet. Der vielseitige Antikenforscher ist Professor für Klassische Philologie an der University of Texas in Austin und gilt als einer der innovativsten Köpfe auf dem Gebiet der Kulturforschung, da er die Latinistik mit verschiedensten anderen Fachgebieten wie Kunst-, Religions- und Sozialgeschichte verknüpft und zudem den Bogen zu aktuellen Themen wie Multikulturalität schlägt.

Internationale Nachwuchsgruppe

Mit dem Preisgeld ist im Juli diesen Jahres das interdisziplinär angelegte Projekt „Memoria Romana: Memory in Roman Civilization“ am Seminar für Klassische Philologie an der Ruhr-Uni initiiert worden. Eine aus Doktoranden und Postdoktoranden bestehende internationale Nachwuchs-Forschergruppe wird in den nächsten drei bis fünf Jahren unter Leitung von Prof. Galinsky vor allem zu Fragen der Religions-, Sozial-, Literatur- und Kunstgeschichte im Bereich der römischen Kultur arbeiten.
Für gute Master-Absolventen bietet sich die einmalige Chance, im Rahmen dieses international vernetzten Projektes ihre Dissertation zu schreiben. Galinsky macht deutlich: „Memoria, Gedächtnis, ist eine grundlegende Konstante auf allen Gebieten der römischen Kultur. Memoria ist konkret und braucht nicht abstrakt theoretisiert zu werden.“ Ebenfalls aus dem Preisgeld finanziert werden regelmäßige Kolloquien, Konferenzen in Bochum, Austin (Texas), an der amerikanischen Akademie in Rom sowie weitere geeignete Plattformen, wie Tagungen der American Philological Association oder der Mommsen-Gesellschaft.
Nachhaltigen Einfluss wird die Preisverleihung auch auf die internationalen Kooperationen der RUB haben, wobei insbesondere die Anschlussfähigkeit an bereits bestehende Forschungsvorhaben, wie dem kürzlich eingerichteten Internationalen Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung „Dynamiken der Religionsgeschichte“ oder der Mercator Research Group „Structure of Memory“, gegeben ist.

Viermal fünf Monate

Als ausgewiesen erfolgreicher Betreuer von Forschungsarbeiten in den USA, Argentinien, Griechenland und Deutschland und überhaupt als Kenner der internationalen Forschungslandschaft vor allem in den Altertumswissenschaften wird Prof. Galinsky die Internationalisierungsanstrengungen und interdisziplinären Bemühungen in der Forschung an der RUB und über sie hinaus stärken. Er wird von 2009 bis 2012 für jeweils fünf Monate im Jahr in Bochum wirken. Sein Konzept konvergiert mit den Vorstellungen des Rektorats bezüglich neuer Formen der Nachwuchsförderung, wie sie im Rahmen der Exzellenzinitiative entwickelt worden sind: „Mein Ziel ist, den Hauptteil der Preismittel an jüngere Forscher weiterzuleiten. Wir haben bereits zahlreiche und viel versprechende Anfragen erhalten und erwarten hoch qualifizierte Bewerbungen bereits zum ersten Termin im November.“
Infos: http://www.utexas.edu/research/memoria

Cornelia Sonnleitner
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Letzte Änderung: 30.10.2009| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik