Frühe Unabhängigkeit
Die Ruhr-Uni
richtet neue Nachwuchsforschergruppen ein
Mit sechs neuen Nachwuchsforschergruppen kann die Ruhr-Uni
ihre Spitzenposition in diesem Bereich erheblich ausbauen.
Insgesamt werden auf dem Campus nun 18 Forschergruppen
in fast allen Fachbereichen von herausragenden PostDocs
oder Juniorprofessor/innen geleitet. Die interdisziplinären
und internationalen Gruppen tragen erheblich zum Profil
der RUB bei, erhöhen gleichzeitig die Attraktivität
des Forschungsstandorts und ziehen somit weitere Spitzenkräfte
an.
Sie analysieren die „Zwillingsbildung in strukturellen
und funktionellen Ingenieurwerkstoffen” oder sie
erforschen das Thema „Der unendliche Gott und die
endliche Welt im Spannungsfeld zwischen Theologie, Philosophie
und Naturwissenschaften” – das Spektrum von
Nachwuchsforschergruppen ist fast so groß wie das
von Forschergruppen ohne den Zusatz „Nachwuchs”.
Die Zahl dieser Gruppen an der RUB wächst kontinuierlich,
und sie erweisen sich mehr und mehr als Aushängeschild
einer erfolgreichen Forschungspolitik der Hochschulleitung.
Zu den bekanntesten Nachwuchsforschergruppen zählen
die des Emmy-Noether-Programms der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Allein acht dieser Gruppen existieren an der RUB (http://www.rub.de/forschung/emmy_noether.htm).
Neben der DFG fördern in größerem Maße
auch die Landes- und Bundesforschungsministerien MIFWT
und BMBF sowie die Volkswagen-Stiftung diese Gruppen.
Alle genannten Förderer sind auch an der RUB mit
mindestens einer Nachwuchsgruppe vertreten (http://www.rub.de/forschung/nachwuchsgruppen.htm).
Fünf vom Land
Mit einem neuen Programm zur Förderung junger
Spitzenwissenschaftler verstärkt die Landesregierung
nun ihr Engagement in diesem Bereich. Es nennt sich
schlicht „Nachwuchsforschergruppen” und
bescherte der RUB gleich zum Start einen herausragenden
Erfolg: Alle fünf beantragten Nachwuchsgruppen
wurden bewilligt – so viele wie an keinem anderen
Standort in NRW; landesweit entstehen an acht Hochschulen
17 Nachwuchsgruppen. Die RUB erhält insgesamt 2,2
Mio. Euro Fördermittel vom Land, die gleiche Summe
steuert sie aus eigenen Mitteln hinzu. Mit ihren interdisziplinären
Projekten erhalten nun fünf hervorragende Nachwuchswissenschaftler
die Möglichkeit, frühzeitig eigenverantwortlich
zu forschen und eine Forschergruppe zu leiten.
Dabei handelt es sich um Projekte aus der Religionswissenschaft
(„Religion vernetzt – Zivilgesellschaftliche
und wirtschaftliche Potentiale religiöser Vergemeinschaftung”,
Leitung: Dr. Alexander-Kenneth Nagel); aus der Philosophie
(„Stufentheorie der Intentionalität”,
Dr. Tobias Schlicht); aus den Kognitiven Neurowissenschaften
(„Neurokognitive Grundlagen der Entscheidungsfindung”,
Dr. Christian Bellebaum); aus der Anorganischen Chemie
(„Anorganische Nanomaterialien und Photokatalyse”,
die Leitung der Gruppe wird international ausgeschrieben)
und aus der Medizinethik („Medizinethik am Lebensende”,
Dr. Jan Schildmann).
Mercator-Forschungsgruppe
Mitte Oktober hat Rektor Prof. Elmar Weiler außerdem
die drei Professor/innen der ersten Mercator Forschergruppe
ernannt: Dr. Magdalena Sauvage (Boston), Dr. Sen Cheng
(San Francisco) und Dr. Markus Werning (Düsseldorf)
werden ab dem 1.1.2010 an der RUB mit Hilfe der Stiftung
Mercator eine eigenständige Forschergruppe aufbauen,
die unterschiedliche Aspekte zum Thema „Gedächtnis”
bearbeitet. Die drei Wissenschaftler/innen wurden in
einem mehrstufigen Auswahlverfahren aus 52 internationalen
Bewerbern ausgewählt.
Zentrale Fragen der Mercator Research Group „Strukturen
des Gedächtnisses” sind zum Beispiel: Welche
Gehirnstrukturen tragen zu Gedächtnisinhalten bei?
Wie wird ausgewählt, was wird behalten und was
wird vergessen? Wie interagieren die verschiedenen Gedächtnis-relevanten
Areale? Gibt es Aspekte des Gedächtnisses, die
nur Menschen besitzen und die somit wesentliche Teile
der Evolution des Menschen markieren?
Die drei jungen Forscher/innen werden eigenständige
Arbeitsgruppen aufbauen (s. Bildzeilen) und interdisziplinär
wie international vernetzt arbeiten. Dabei steht ihnen
ein selbst gewählter Seniorprofessor als Berater
zur Seite, der einerseits die internationale Vernetzung
stärken und andererseits die eigene reiche Erfahrung
einbringen soll. Gemeinsam werden junge und erfahrene
Forscher neue Experimente, Konzepte und Theorien entwickeln,
die auf höchstem internationalem Niveau konkurrenzfähig
sein werden.
Kein Ende in Sicht
Mit den fünf geförderten Projekten der Landesregierung
und der Mercator Research Group festigt die Ruhr-Universität
ihre bundesweite Spitzenposition als forschungsstarker
Standort, der dem wissenschaftlichen Nachwuchs besonders
gute Bedingungen bietet. „Frühe Unabhängigkeit
herausragender PostDocs und Juniorprofessoren und die
Möglichkeit, mit eigenen Budgets selbstständig
wissenschaftlich zu arbeiten, erweist sich als Erfolgsmodell
für die Unterstützung der wissenschaftlichen
Karrieren junger Forscherinnen und Forscher”,
so Rektor Prof. Elmar Weiler. „Kein Zufall also,
dass Nachwuchswissenschaftler der Ruhr-Uni auch im Jungen
Kolleg der NRW-Akademie der Wissenschaften die größte
Gruppe stellen.”
Und ein Ende dieser positiven Entwicklung ist nicht
abzusehen. Schließlich wird gerade eine weitere
Mercator Research Group zum Thema „Räume
anthropologischen Wissens” an der RUB vorbereitet.
Die beiden Gruppen, deren Gründung die RUB und
die Stiftung Mercator 2008 beschlossen haben, werden
mit insgesamt zehn Mio. Euro für sechs Jahre durch
die Stiftung Mercator gefördert.
jw/md/ad
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