Auge in Auge mit den Stars
Sechs RUB-Studierende trafen Nobelpreisträger
Auge in Auge mit 23 Nobelpreisträgern – da
darf man schon mal ein bisschen aufgeregt sein. Julia
Weiler, Promotionsstudentin in der Neuropsychologie, gehörte
mit fünf weiteren Studierenden der RUB zum Kreis
derer, die am Lindau Nobel Laureate Meeting Ende Juni
am Bodensee teilnehmen durften. 600 Nachwuchswissenschaftler
aus aller Welt hatten sich unter mehr als 20.000 Bewerbern
durchgesetzt.
„Wobei ich so genau nicht weiß, warum die
Wahl auf mich gefallen ist”, sagt Julia Weiler.
Die Research School der RUB hatte sie nominiert, dann
kam eines Tages die Benachrichtigung, dass RWE sie sponsern
wolle, und sie ihren Lebenslauf in ein Online-Formular
eintragen solle. Dann wurde sie, wie Christina Richter,
Alexander Witt, Matthias Heyden, Daniel Filchtinski und
Gerd Kock, tatsächlich vom Tagungskomitee ausgewählt.
Richter und Kock wurden ebenfalls von RWE gesponsert und
zu einem Essen eingeladen, um die anderen vom Energieversorger
geförderten Tagungsteilnehmer aus Duisburg-Essen
und Dortmund kennen zu lernen. Die anderen drei RUB-Teilnehmer,
die von ihren Betreuern nominiert wurden, traf sie im
Zug nach Lindau. Dort angekommen, fand jeder beim Willkommensabend
schnell Anschluss. „Man hat so viele Leute kennen
gelernt, das war toll”, schwärmt Julia Weiler.
Kaum Allüren
„Das Ganze war extrem gut organisiert, es wurde
weder an Kosten noch an Mühen gespart, um den Aufenthalt
für uns so perfekt wie möglich zu machen”,
lobt auch Christine Richter. Auf dem Programm standen
vormittags Vorträge der Nobelpreisträger.
Ziemlich verschieden fielen die aus. Manche Referenten
stellten ihre Forschung vor, andere ihr persönliches
Engagement. „Einer hat Fotos vom Alaska-Urlaub
gezeigt“, berichtet Weiler, „davon waren
die Leute begeistert.“ Manchen, vor allem den
Älteren, habe man zwar angemerkt, dass sie der
Vortrag sehr anstrengt, aber ein Gewinn seien sie alle
gewesen. „Fachlich hat man von kleinen Symposium
wahrscheinlich mehr – als Neuropsychologie-Expertin
hatte ich mit dem Hauptthema Klimaschutz nur wenige
Berührungspunkte – aber es hat unheimlich
motiviert. Da übertrug sich eine große Begeisterung
für die Wissenschaft.” Auch Christine Richter
war begeistert: „Es war beeindruckend, die Nobelpreisträger
nicht nur zu sehen und zu hören, sondern auch persönlichen
Kontakt mit ihnen aufzunehmen. So hatte man die Chance,
auch außerwissenschaftliche Informationen zu erlangen
und nicht nur den Wissenschaftler zu sehen, sondern
zu erkennen, dass es auch nur Menschen sind.“
Nur wenige Nobelpreisträger hätten Starallüren
an den Tag gelegt, die meisten hätten versucht,
Einblicke zu vermitteln. Manche stellten ihre preisgekrönten
Ergebnisse als zufällige Funde dar. Trotzdem freuten
sie sich, wenn Hunderte junger Forscher an ihren Lippen
hingen. Einige Nachwuchsforscher sind auch auf Autogrammjagd
gegangen. „Die hatten jeden Tag ein siebeneinhalb
Kilo schweres Buch dabei, das wir alle am ersten Tag
geschenkt bekommen hatten, und in dem alle bisherigen
Nobelpreisträger vorgestellt waren”, wundert
sich Julia Weiler. „Die Tagung hat sich auf jeden
Fall gelohnt.”, so ihr Fazit.
md
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