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RUBENS 136

1. Oktober 2009

Operation London 2012


Bochumer Sportwissenschaftler trainiert erfolgreiche Beachvolleyballer


Als Julius Brink und Jonas Reckermann im Sommer Weltmeister im Beachvolleyball wurden, feierten die Medien das als ein „kleines Wunder”. Für Hans-Friedrich Voigt ist es das nicht, sondern das Ergebnis gezielter Arbeit. Der 64-jährige ist seit 1973 Mitarbeiter an der Fakultät für Sportwissenschaft. Im Bereich Sportarten ist er verantwortlich für die Ausbildung im Volleyball, Beachvolleyball, Rudern, Klettern und Bergwandern. Nebenberuflich arbeitet er ebenfalls seit 1973 als Trainer im Volley- und Beachvolleyball und ist seit 1989 „International Instructor” des Volleyball-Weltverbandes FIVB. Seit November 2008 gehört er zum Trainerstab der „Gold-Jungs”, die ein klares Ziel vor Augen haben: den Olympiasieg 2012 in London. „Dass es schon in der ersten Saison so gut läuft, hatten wir nicht erwartet – dass wir so gut spielen, aber schon”, kommentiert Voigt den Erfolg und konkretisiert: „Der WM-Titel war nicht geplant, allerdings spielen Brink und Reckermann schon jetzt auf einem guten Niveau für Olympia.”
Voigt ist einer von drei Trainern der Weltmeister und zuständig für Trainingssteuerung, Athletik-Training und Scouting sowie für die Fehleranalyse, während seine Kollegen das überwiegend praktische Training der Athleten übernehmen. Mit dem Bochumer Wissenschaftler hat das gesamte Team direkten Zugang zu neuen Erkenntnissen aus der Forschung, der Praxistransfer funktioniert. Voigt erläutert: „Wir erforschen zum Beispiel, wie man die Kraftübertragung im Sand optimieren kann und stellen das Training exakt auf die Anforderungen des Untergrundes ab.”
Da es sich bei Sand um einen rollenden Untergrund handelt, sind die Bedingungen für die Sportler ungleich schwerer als auf einem festen Boden, etwa in der Halle. „Wer mal am Strand gejoggt ist oder versucht hat, normal zu gehen, kennt das”, so Voigt. „Beim Beachvolleyball ist es noch schwieriger: Man bricht förmlich ein, findet keinen Untergrund zum Springen. Knie und Hüften werden in anderen, extremeren Winkeln belastet als beim Volleyball.” In Zahlen ausgedrückt: Auf Sand produzieren die Sportler nur ein Drittel der Kraft im Vergleich zum Hallenvolleyball. Die restliche Kraft wird im wahrsten Sinne des Wortes in den Sand gesetzt. Voigt untersucht mit Hilfe von Hochgeschwindigkeitskameras auch die Bewegungsabläufe der Sportler. In einem Spiel, bei dem z.B. der Ball bei Aufschlag und Angriff mit bis zu 120 km/h ins gegnerische Feld fliegt, bedeutet das, dass auch Höchstleistungen von den Kameras gefragt sind, die der Wissenschaftler dazu einsetzt.
jw
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Letzte Änderung: 30.9.2009| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik