Großer Container-Verkehr
Das soziale Netzwerk Rookai startet zum Wintersemester
an der RUB
Rookai kann alles außer telefonieren – wobei
es das auch könnte, wie Kai Piontek, der Erfinder,
sich überlegt. Nach seinem Abi 2007 sah er sich
mit dem Wunsch seiner Ex-Schulkameraden nach bleibendem,
lebendigen Austausch konfrontiert, der bei MySpace,
ICQ und den anderen üblichen Verdächtigen
(sozialen Netzwerken) schnell an seine Grenzen stieß.
Er wollte ein System, das alles kann, und entwickelte
es kurzerhand selbst.
Heraus kam Rookai – der Name setzt sich zusammen
aus seinen beiden Vornamen Robin und Kai -, das nach
zweijähriger Entwicklungsarbeit ab dem WS 09/10
an der RUB in Betrieb geht. Anmelden kann sich jeder
mittels RUB-Kennung und zugehörigem Passwort, und
dann kann es sofort losgehen. Man füttert sein
Profil mit seinen Daten, lädt ein Bild hoch, wenn
man will, und ist bei Rookai für andere auffindbar.
Wie viel man von sich preisgibt, legt man selbst fest,
und auch, wen man zu seinen Freunden zählen will.
Private Sofortnachrichten sind ebenso möglich wie
öffentliche Kommentare zu den Inhalten. Der Clou
sind aber die Rookai-Container: Als würde man mit
all seinen Freunden in einem Netzwerk arbeiten, haben
alle Befugten Zugriff auf gemeinsame Verzeichnisse,
in denen sich alles Mögliche befinden kann: Fotos
der letzten Party, Unterlagen zum gemeinsamen Referat,
Mitschriften aus Vorlesungen, Videos, die man bei YouTube
witzig fand und, und, und.
„Man kann ganz einfach zusammen an etwas arbeiten”,
sagt Kai Piontek, der Angewandte Informatik studiert.
„Für Erstsemester sind sogar schon gleich
nützliche Infos im System, z.B. ein Lageplan, der
Mensaplan, Tipps, was man in Bochum so machen kann und
so weiter. Außerdem kann man ganz einfach ein
Netzwerk aufbauen und Kommilitonen kennen lernen.”
Noch ein großer Vorteil gegenüber MySpace
& Co.: Man ist nicht auf bestimmte Dateiformate
festgelegt. Und dass der Platz einmal ausgeht, ist auch
nicht zu befürchten: Da man auf Inhalte verweisen
kann, die anderswo liegen, häuft sich nicht übermäßig
viel an. Will man einen Inhalt ins eigene Profil übernehmen,
zieht man den Container einfach herüber. „Sich
selbst” kann man auch einfach woanders hinziehen,
und sich so in bestimmte Gruppen einladen."
Absolut sicher
"Die Daten in Rookai sind absolut sicher und
verschlüsselt”, unterstreicht Benjamin Meis,
der Kai Piontek seit einem Jahr unterstützt. „Das
haben wir mit dem Datenschutzbeauftragten der RUB abgeklärt"*.
Weiteren Beistand haben die beiden von rubitec, der
Transfergesellschaft der RUB, die finanziell, aber auch
mit Know-how hilft. „Mit betriebswirtschaftlichen
Dingen hatten wir bis jetzt noch nicht so viel Kontakt“,
so Meis. Deshalb nahmen die beiden Informatikstudenten
an der Summer-School der rubitec teil, um ihr Wissen
auf diesem Gebiet zu erweitern.
Ein Marketingkonzept steht – nach dem Start von
Rookai an der RUB wollen die beiden das System anderen
Unis und vielleicht auch Firmen schmackhaft machen.
Die Optik ist schick, die Benutzung weitgehend selbsterklärend.
„Wir wollen, dass Rookai spielerisch ist”,
sagt Kai Piontek. „Man entdeckt die Funktionen
selbst und freut sich umso mehr!”
*Der Datenschutzbeauftragte der RUB distanziert
sich von dieser Aussage, die nicht mit ihm abgestimmt
wurde. Er weist darauf hin, dass es "absolut sicher"
in IT-Zusammenhängen nicht geben kann.
md
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