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RUBENS 136

1. Oktober 2009

Menschen


Leute an der RUB


Neu ernannt

Seit April besetzt Prof. Dr. Jörg Plassen die Professur für Religionen Ostasiens in Geschichte und Gegenwart. Er hatte bereits die Juniorprofessur für Geistesgeschichte Koreas an der RUB inne (2002-08). Als Arbeitsgebiete nennt Plassen u.a.: früher koreanischer Hwam- und Samnon-Buddhismus im ostasiatischen Kontext; literarische und pragmatische Dimensionen der buddhistischen Kommentarliteratur (vor allem Schreiben und Lesen als spirituelle Praktiken); religiöse Transferprozesse (vor allem „Sinifizierung des Buddhismus”); Wechselwirkungen zwischen Buddhismus und Taoism/Hsuan-hsueh. Jörg Plassen studierte 1987-1996 Sinologie, Koreanistik, Informatik und Indologie in Hamburg. Rund anderthalb Jahre verbrachte er dabei in Südkorea. 2002 wurde Plassen an der Uni Hamburg promoviert. Am dortigen Asien-Afrika-Institut war er zuletzt als Hochschulprofessor im Fach Koreanistik tätig.

Seit April besetzt Prof. Dr. Bernhard Linke die Professur für Alte Geschichte (mit besonderer Berücksichtigung der römischen Geschichte). Ein Schwerpunkt der Professur liegt auf der Analyse religiöser Weltbilder in der Antike. Linke ist überzeugt, dass die religiösen Deutungssysteme einen wesentlichen Blick auf die fundamentalen Strukturen einer Gesellschaft und deren Entwicklungspotentiale ermöglichen. Damit bindet sich seine Arbeit in den interdisziplinären RUB-Forschungsverbund zu Religion ein. Bernhard Linke studierte an der FU Berlin Alte Geschichte. 1993 wurde er in Berlin promoviert und war dann als Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Alte Geschichte der TU Dresden tätig; 2000 habilitierte er sich dort und blieb zunächst als Oberassistent am Lehrstuhl. 2004 übernahm Linke die Professur für Antike und Europa an der TU Chemnitz.

Seit Juni ist Dr. Julia K. Becker Juniorprofessorin für theoretische Hochenergie-Teilchenastrophysik. Sie sucht u.a. nach dem Ursprung der Kosmischen Strahlung, insbesondere durch die Untersuchung astrophysikalischer Quellen (Supernova-Reste, Gammastrahlenblitze, Aktive Galaxienkerne, Starburst Galaxien), und nach kleinen schwarzen Löchern aus dem frühen Universum (Untersuchung von supermassiven schwarzen Löchern in aktiven Galaxienkernen). Julia Becker studierte 1998-2004 Physik in Wuppertal (Abschluss: Diplom) und in Örebro (Master). Drei Jahre später wurde sie an der TU Dortmund promoviert. Von Mai bis Dezember 2007 war sie als Postdoc in Dortmund und zuletzt als DFG-Stipendiatin an der Uni Göteborg.

Im WS 09/10 besetzt Prof. Dr. Monique David-Ménard die Marie-Jahoda Gastprofessur der RUB. Die Philosophin und Psychoanalytikerin ist Direktorin des Centre d’études du vivant an der Université Paris-Diderot, einem Forschungszentrum, das sich mit den Grenzbereichen von Lebenswissenschaften, Epistemologie und Psychoanalyse beschäftigt. Ihre Arbeiten zielen darauf, die Ansprüche philosophischen Denkens mit Grundannahmen der Psychoanalyse zu verbinden. Monique David-Ménard wird zusammen mit Prof. Dr. Astrid Deuber-Mankowsky (Medienwissenschaft) das Seminar „Performativität des Geschlechts in der Psychoanalyse” anbieten (Do, 9-12 h). Am 22.10. (18 h, GC 03/46), referiert sie zu „Geschlecht – zwischen Gender und Sexualität”. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Rufe, Ämter, Ehre

Jun.-Prof. Dr. Clemens Steegborn (Medizin) hat einen Ruf auf den Lehrstuhl Biochemie der Uni Bayreuth erhalten.

Prof. Dr. Peter Eichelsbacher (Mathematik) hat im Juli den Ruf auf eine W3-Professur für Stochastik an die Uni Wuppertal abgelehnt. Im August hat er erneut einen Ruf auf eine W3-Professur für Stochastik erhalten, diesmal an die Uni Duisburg-Essen.

Die Mineralogical Society of America hat im August Prof. Dr. Sumit Chakraborty (Geowissenschaften) in ihren Beirat gewählt. Der Beirat ist das richtungsweisende Gremium dieser größten mineralogischen Gesellschaft der Welt.

Die wissenschaftliche Vereinigung der weltweit 1.000 führenden Hautphysiologie-Experten (ISBS) hat Dr. Klaus Hoffmann, leitender Arzt der Abteilung Ästhetische Medizin am St. Josef-Hospital (Klinik für Dermatologie und Allergologie der RUB) im September zu ihrem Ehrenpräsidenten ernannt.

RUB-Studentin Esther Cremer gehörte zur deutschen 4x400-Meter-Staffel, die bei der Leichtathletik-WM in Berlin überraschend Platz 5 belegte. Etwas später, bei der Ruder-WM in Polen, saßen inkl. Steuermann sechs RUB-Studenten im Deutschland-Achter, der überlegen Weltmeister wurde: Sebastian Schmidt (Medizin), Filip Adamski (Wirtschaftswissenschaft), Kristof Wilke (Sport, Biologie), Florian Mennigen, Urs Käufer (beide Wirtschaftspsychologie) sowie Martin Sauer (Jura). Traditionell gehen im Spätsommer Glückwünsche an Sportstudentin Annike Krahn. Sie gehörte zur deutschen Fußballnationalmannschaft, die in Finnland ihren Europameisterschaftstitel verteidigte.

Nachrufe

Die Ruhr-Universität trauert um Prof. Waldemar Kozuschek, der am 10. August starb. 20 Jahre lang war Kozuschek Direktor der Chirurgischen Klinik am Knappschaftskrankenhaus und machte die Uniklinik weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. 1975-1996 modernisierte er das chirurgische Leistungsspektrum der Klinik und stellte es auf eine breite Basis. Er vertrat sein Fach nach innen und außen und diente vielen Mitarbeitern als Vorbild und Mentor. Der Name Kozuschek wurde schnell über Langendreer und Bochum hinaus bekannt, so dass er nicht nur als Chirurg, sondern auch als Fachberater, Autor und Herausgeber zahlreicher Fachartikel und Bücher angefragt wurde. Als das Knappschaftskrankenhaus 1977 zur Universitätsklinik wurde, brachte dies für Kozuschek viele Verpflichtungen in der Medizinischen Fakultät mit sich: Er war u.a. Dekan und Auslandsbeauftragter. Er engagierte sich auch intensiv für die Zusammenarbeit mit der Medizin-Fakultät seiner Heimat-Uni Breslau. Sein Wirken kam Patienten, Studenten und Kollegen gleichermaßen zu Gute.

Unser Kollege Herbert Steffen ist für uns völlig unerwartet gestorben. Fast drei Jahrzehnte lang war er im Dezernat 1 beschäftigt, zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft, später als Verwaltungsangestellter. Viele Mitglieder der Universität erinnern sich an ihn als denjenigen, der als Referent über viele Jahre die akademische Selbstverwaltung unterstützt und begleitet hat: erst die Universitätskommission für Forschung, dann insbesondere den Senat und den Konvent. Daneben oblagen ihm über lange Zeit die Hochschulplanung und die Vertretung des Dezernenten des Dezernats 1. In der jüngeren Vergangenheit hat er sich auf Aufgaben in der quantitativen Hochschulplanung und -statistik u.a. in den Bereichen der Flächen- und Mittelverteilung sowie der Kapazitätsplanung im Zusammenhang mit dem Hochschulpakt 2020 konzentriert. Dabei war er stets ein Mensch, der die Entwicklung, die die Universitäten in der Gesellschaft genommen haben, auch kritisch begleitet hat. Herbert Steffen war ein Kollege, der sich nicht in den Vordergrund drängte – diejenigen, die mit ihm zusammengearbeitet haben, wussten seine außerordentliche Hilfsbereitschaft wie auch seinen Humor zu schätzen. Er verfügte über ein unschätzbares Wissen, das er vielen Kolleginnen und Kollegen, die später dazu gekommen sind, gern weiter gegeben hat. Wir vermissen Herbert Steffen sehr. (Das Dezernat 1)

Die Ruhr-Universität trauert um Prof. em. Dr. Gert Laßmann, der am 8. September im Alter von 79 Jahren gestorben ist. Nach seiner akademischen Ausbildung bei Karl Hax und einigen Jahren in leitender Position in der Praxis nahm Gert Laßmann 1968 kurz nach seiner Habilitation einen Ruf an die Ruhr-Universität an. Er blieb ihr bis zu seiner Emeritierung 1995 als Inhaber des Lehrstuhls für „Angewandte Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Fertigung und Industriewirtschaft” an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft treu. Außer durch sein umfangreiches wissenschaftliches Werk, das um die vielschichtigen Probleme der Industriebetriebslehre zentriert ist, hat er sich durch seinen maßgeblichen Beitrag in der Aufbauphase große Verdienste um die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft erworben. Er gilt als einer der geistigen Väter des Bochumer Studierendenmodells für Ökonomie, d.h. der engen Verbindung von betriebs- und volkswirtschaftlichen Inhalten im Studium, und übernahm mehrfach als Dekan Verantwortung für die Belange der Fakultät. Prof. Laßmann gehörte vor mehr als 40 Jahren auch zu den Gründungsvätern des Instituts für Unternehmensführung der RUB (ehemals Institut für Unternehmungsführung und Unternehmensforschung), da er bereits damals die Notwendigkeit einer engen Verzahnung von theoretischer Grundlagenforschung und praxisorientierter Anwendung im Bereich der Betriebswirtschaftslehre und einer interdisziplinären Zusammenarbeit von Ökonomen, Juristen und Ingenieuren erkannte, die durch dieses Institut verwirklicht werden sollte. Fakultät, Institut und Universität trauern um einen hochverdienten Wissenschaftler, Kollegen und Ratgeber und werden ihm ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren. (Dr. Martin Seidler)

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Letzte Änderung: 30.9.2009| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik