Menschen
Leute an der RUB
Neu ernannt
Seit April besetzt Prof. Dr. Jörg Plassen
die Professur für Religionen Ostasiens
in Geschichte und Gegenwart. Er hatte bereits die Juniorprofessur
für Geistesgeschichte Koreas an der RUB inne (2002-08).
Als Arbeitsgebiete nennt Plassen u.a.: früher koreanischer
Hwam- und Samnon-Buddhismus im ostasiatischen Kontext;
literarische und pragmatische Dimensionen der buddhistischen
Kommentarliteratur (vor allem Schreiben und Lesen als
spirituelle Praktiken); religiöse Transferprozesse
(vor allem „Sinifizierung des Buddhismus”);
Wechselwirkungen zwischen Buddhismus und Taoism/Hsuan-hsueh.
Jörg Plassen studierte 1987-1996 Sinologie, Koreanistik,
Informatik und Indologie in Hamburg. Rund anderthalb Jahre
verbrachte er dabei in Südkorea. 2002 wurde Plassen
an der Uni Hamburg promoviert. Am dortigen Asien-Afrika-Institut
war er zuletzt als Hochschulprofessor im Fach Koreanistik
tätig.
Seit April besetzt Prof. Dr. Bernhard Linke
die Professur für Alte Geschichte (mit besonderer
Berücksichtigung der römischen Geschichte).
Ein Schwerpunkt der Professur liegt auf der Analyse religiöser
Weltbilder in der Antike. Linke ist überzeugt, dass
die religiösen Deutungssysteme einen wesentlichen
Blick auf die fundamentalen Strukturen einer Gesellschaft
und deren Entwicklungspotentiale ermöglichen. Damit
bindet sich seine Arbeit in den interdisziplinären
RUB-Forschungsverbund zu Religion ein. Bernhard Linke
studierte an der FU Berlin Alte Geschichte. 1993 wurde
er in Berlin promoviert und war dann als Wissenschaftlicher
Assistent am Lehrstuhl für Alte Geschichte der TU
Dresden tätig; 2000 habilitierte er sich dort und
blieb zunächst als Oberassistent am Lehrstuhl. 2004
übernahm Linke die Professur für Antike und
Europa an der TU Chemnitz.
Seit Juni ist Dr. Julia K. Becker
Juniorprofessorin für theoretische Hochenergie-Teilchenastrophysik.
Sie sucht u.a. nach dem Ursprung der Kosmischen Strahlung,
insbesondere durch die Untersuchung astrophysikalischer
Quellen (Supernova-Reste, Gammastrahlenblitze, Aktive
Galaxienkerne, Starburst Galaxien), und nach kleinen schwarzen
Löchern aus dem frühen Universum (Untersuchung
von supermassiven schwarzen Löchern in aktiven Galaxienkernen).
Julia Becker studierte 1998-2004 Physik in Wuppertal (Abschluss:
Diplom) und in Örebro (Master). Drei Jahre später
wurde sie an der TU Dortmund promoviert. Von Mai bis Dezember
2007 war sie als Postdoc in Dortmund und zuletzt als DFG-Stipendiatin
an der Uni Göteborg.
Im WS 09/10 besetzt Prof. Dr. Monique David-Ménard
die Marie-Jahoda Gastprofessur der RUB. Die Philosophin
und Psychoanalytikerin ist Direktorin des Centre d’études
du vivant an der Université Paris-Diderot, einem
Forschungszentrum, das sich mit den Grenzbereichen von
Lebenswissenschaften, Epistemologie und Psychoanalyse
beschäftigt. Ihre Arbeiten zielen darauf, die Ansprüche
philosophischen Denkens mit Grundannahmen der Psychoanalyse
zu verbinden. Monique David-Ménard wird zusammen
mit Prof. Dr. Astrid Deuber-Mankowsky (Medienwissenschaft)
das Seminar „Performativität des Geschlechts
in der Psychoanalyse” anbieten (Do, 9-12 h). Am
22.10. (18 h, GC 03/46), referiert sie zu „Geschlecht
– zwischen Gender und Sexualität”. Interessierte
sind herzlich eingeladen.
Rufe, Ämter, Ehre
Jun.-Prof. Dr. Clemens Steegborn
(Medizin) hat einen Ruf auf den Lehrstuhl Biochemie
der Uni Bayreuth erhalten.
Prof. Dr. Peter Eichelsbacher
(Mathematik) hat im Juli den Ruf auf eine W3-Professur
für Stochastik an die Uni Wuppertal abgelehnt.
Im August hat er erneut einen Ruf auf eine W3-Professur
für Stochastik erhalten, diesmal an die Uni Duisburg-Essen.
Die Mineralogical Society of America hat im August Prof.
Dr. Sumit Chakraborty (Geowissenschaften)
in ihren Beirat gewählt. Der Beirat ist das richtungsweisende
Gremium dieser größten mineralogischen Gesellschaft
der Welt.
Die wissenschaftliche Vereinigung der weltweit 1.000
führenden Hautphysiologie-Experten (ISBS) hat Dr.
Klaus Hoffmann, leitender Arzt der Abteilung
Ästhetische Medizin am St. Josef-Hospital (Klinik
für Dermatologie und Allergologie der RUB) im September
zu ihrem Ehrenpräsidenten ernannt.
RUB-Studentin Esther Cremer
gehörte zur deutschen 4x400-Meter-Staffel, die
bei der Leichtathletik-WM in Berlin überraschend
Platz 5 belegte. Etwas später, bei der Ruder-WM
in Polen, saßen inkl. Steuermann sechs RUB-Studenten
im Deutschland-Achter, der überlegen Weltmeister
wurde: Sebastian Schmidt (Medizin),
Filip Adamski (Wirtschaftswissenschaft),
Kristof Wilke (Sport, Biologie),
Florian Mennigen, Urs
Käufer (beide Wirtschaftspsychologie)
sowie Martin Sauer (Jura).
Traditionell gehen im Spätsommer Glückwünsche
an Sportstudentin Annike Krahn.
Sie gehörte zur deutschen Fußballnationalmannschaft,
die in Finnland ihren Europameisterschaftstitel verteidigte.
Nachrufe
Die Ruhr-Universität trauert um Prof.
Waldemar Kozuschek, der am 10. August
starb. 20 Jahre lang war Kozuschek Direktor der Chirurgischen
Klinik am Knappschaftskrankenhaus und machte die Uniklinik
weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. 1975-1996
modernisierte er das chirurgische Leistungsspektrum
der Klinik und stellte es auf eine breite Basis. Er
vertrat sein Fach nach innen und außen und diente
vielen Mitarbeitern als Vorbild und Mentor. Der Name
Kozuschek wurde schnell über Langendreer und Bochum
hinaus bekannt, so dass er nicht nur als Chirurg, sondern
auch als Fachberater, Autor und Herausgeber zahlreicher
Fachartikel und Bücher angefragt wurde. Als das
Knappschaftskrankenhaus 1977 zur Universitätsklinik
wurde, brachte dies für Kozuschek viele Verpflichtungen
in der Medizinischen Fakultät mit sich: Er war
u.a. Dekan und Auslandsbeauftragter. Er engagierte sich
auch intensiv für die Zusammenarbeit mit der Medizin-Fakultät
seiner Heimat-Uni Breslau. Sein Wirken kam Patienten,
Studenten und Kollegen gleichermaßen zu Gute.
Unser Kollege Herbert Steffen ist
für uns völlig unerwartet gestorben. Fast
drei Jahrzehnte lang war er im Dezernat 1 beschäftigt,
zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft, später
als Verwaltungsangestellter. Viele Mitglieder der Universität
erinnern sich an ihn als denjenigen, der als Referent
über viele Jahre die akademische Selbstverwaltung
unterstützt und begleitet hat: erst die Universitätskommission
für Forschung, dann insbesondere den Senat und
den Konvent. Daneben oblagen ihm über lange Zeit
die Hochschulplanung und die Vertretung des Dezernenten
des Dezernats 1. In der jüngeren Vergangenheit
hat er sich auf Aufgaben in der quantitativen Hochschulplanung
und -statistik u.a. in den Bereichen der Flächen-
und Mittelverteilung sowie der Kapazitätsplanung
im Zusammenhang mit dem Hochschulpakt 2020 konzentriert.
Dabei war er stets ein Mensch, der die Entwicklung,
die die Universitäten in der Gesellschaft genommen
haben, auch kritisch begleitet hat. Herbert Steffen
war ein Kollege, der sich nicht in den Vordergrund drängte
– diejenigen, die mit ihm zusammengearbeitet haben,
wussten seine außerordentliche Hilfsbereitschaft
wie auch seinen Humor zu schätzen. Er verfügte
über ein unschätzbares Wissen, das er vielen
Kolleginnen und Kollegen, die später dazu gekommen
sind, gern weiter gegeben hat. Wir vermissen Herbert
Steffen sehr. (Das Dezernat 1)
Die Ruhr-Universität trauert um Prof.
em. Dr. Gert Laßmann, der am 8.
September im Alter von 79 Jahren gestorben ist. Nach
seiner akademischen Ausbildung bei Karl Hax und einigen
Jahren in leitender Position in der Praxis nahm Gert
Laßmann 1968 kurz nach seiner Habilitation einen
Ruf an die Ruhr-Universität an. Er blieb ihr bis
zu seiner Emeritierung 1995 als Inhaber des Lehrstuhls
für „Angewandte Betriebswirtschaftslehre,
insbesondere Fertigung und Industriewirtschaft”
an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft
treu. Außer durch sein umfangreiches wissenschaftliches
Werk, das um die vielschichtigen Probleme der Industriebetriebslehre
zentriert ist, hat er sich durch seinen maßgeblichen
Beitrag in der Aufbauphase große Verdienste um
die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft erworben.
Er gilt als einer der geistigen Väter des Bochumer
Studierendenmodells für Ökonomie, d.h. der
engen Verbindung von betriebs- und volkswirtschaftlichen
Inhalten im Studium, und übernahm mehrfach als
Dekan Verantwortung für die Belange der Fakultät.
Prof. Laßmann gehörte vor mehr als 40 Jahren
auch zu den Gründungsvätern des Instituts
für Unternehmensführung der RUB (ehemals Institut
für Unternehmungsführung und Unternehmensforschung),
da er bereits damals die Notwendigkeit einer engen Verzahnung
von theoretischer Grundlagenforschung und praxisorientierter
Anwendung im Bereich der Betriebswirtschaftslehre und
einer interdisziplinären Zusammenarbeit von Ökonomen,
Juristen und Ingenieuren erkannte, die durch dieses
Institut verwirklicht werden sollte. Fakultät,
Institut und Universität trauern um einen hochverdienten
Wissenschaftler, Kollegen und Ratgeber und werden ihm
ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren. (Dr.
Martin Seidler)
ad
|