SPS-Labor
Maschinenbaustudierende lernen mit modernster Technik
An sieben SPS-Stationen (SPS=Speicherprogrammierbare Steuerung)
und 14 Rechnern können Maschinenbaustudierende fortan
sehr anschaulich und schon zu Studienbeginn in die Automatisierungstechnik
eintauchen. Mit erheblicher finanzieller Unterstützung
der Firma Schneider Electric hat der Lehrstuhl für
Produktionssysteme auf der 4. Etage von Gebäude IB
ein SPS-Labor eingerichtet. Hier können die Studierenden
der Vorlesung „Grundlagen der Automatisierungstechnik”
Programmierübungen absolvieren, die die Vorlesung
begleiten. Der Clou daran: Alles was sie am Rechner programmieren,
können sie nebenan an der SPS-Station direkt sehen
und überprüfen: sei es eine Ampel, ein analoger
Abstandsmesser, ein Antriebsmotor oder ein Touchscreen.
Das heißt konkret: Nur bei korrekter Programmierung
wechselt die an der SPS-Station angebrachte Mini-Ampel
nach fünf Sekunden tatsächlich von Grün
auf Gelb und weiter auf Rot.
„Eine bessere und praxisnähere Vorbereitung
auf das Berufsleben während des Studiums kann man
sich kaum vorstellen”, schwärmt Holger Flick
vom Lehrstuhl für Produktionssysteme. Der Diplominformatiker
betreut das Labor. Er verweist auf die neueste Technik
und Software, die hinter den SPS-Stationen des Typs Modicon
M 340 steckt, auf die – im Gegensatz zum früheren
Labor – normkonformen und in der Lehre verwendeten
Programmiermöglichkeiten und vor allem auf die Standortlizenz
für die Software. Dank dieser Lizenz, die für
die gesamte Fakultät gilt, können Studierende
nicht nur die 14 Labor-Arbeitsplätze nutzen, sondern
auch an den Rechnern in den CIP-Pools der Fakultät
oder zu Hause mit der Software arbeiten. Das ist insbesondere
für Studierende wichtig, die auch losgelöst
von den Gruppenübungen mit SPS arbeiten möchten:
für Haus-, Bachelor- oder Masterarbeiten. „Nach
Absprache mit dem Lehrstuhl können Studierende gerne
das Labor für ihre Projekte nutzen”, erklärt
Holger Flick.
Komplexe Szenarien
Dann kann es auch um komplexere Programmierszenarien
gehen: Ethernet, Web-Anwendungen, Web Services und das
CANopen Kommunikationsprotokoll können in die Programmierung
mit einbezogen werden, da die Stationen im Labor miteinander
vernetzt sind. Die Kooperation zwischen Schneider Electric
und der Fakultät Maschinenbau wurde 2008 ins Leben
gerufen. Hilfreich dabei waren die guten Kontakte von
Schneider-SPS Produktmanager Dr.-Ing. Hasan Smajic zu
seinem Doktorvater, dem Leiter des Lehrstuhls für
Produktionssysteme Prof. Dr.-Ing. Horst Meier. Neben
dem Aufbau des SPS-Labors und der damit verbundenen
Verbesserung der Lehre beinhaltet die Kooperation auch
Praktikumsplätze für die Maschinenbaustudierenden
bei Schneider Electric; sie können dort auch Bachelor-
und Masterarbeiten schreiben. Die Gestaltung des Labors
erfolgte in enger Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen
dem Unternehmen und dem Lehrstuhl. „Nicht vergessen
darf man den enormen Einsatz der Mitarbeiter der Elektrowerkstatt
unseres Lehrstuhls, die die SPS-Stationen letztlich
aufgebaut und konfektioniert haben”, sagt Holger
Flick.
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