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RUBENS 134

2. Juni 2009

Hell, Heller, LBV

Esser-Preisträgerin Birgitta Burggraf untersucht hellste Sterne im All



Birgitta Burggraf (Institut für Astronomie) beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit den hellsten Sternen im Universum, den sog. leuchtkräftigen blauen Veränderlichen (LBV). Diese Sterne sind äußerst selten und nur sehr schwer zu finden. Bei ihrer Suche unterstützt wird die Astronomin seit Oktober 2008 durch ein Stipendium der Wilhelm-und-Günter-Esser-Stiftung.


Birgitta Burggraf hat es nicht leicht: Sie sucht nach Sternen, die zwar zu den hellsten im Universum gehören, aber gleichzeitig auch diejenigen sind, die sich am schwierigsten entdecken lassen. Leuchtkräftige blaue Veränderliche, oder auch luminous blue variable, gehören zu den sog. Hyperriesen und damit zu den massereichsten Sternen im Universum. Im Laufe ihres Lebens erreichen sie ein Gewicht von 50 bis 120 Sonnenmassen. Nur zum Vergleich: Eine Sonnenmasse entspricht 332.946 Erdmassen. Diese Sterne sind sehr selten und ihre Lebensdauer ist vergleichsweise kurz, sie werden ca. 10.000 Jahre alt. Andere massereiche Artgenossen können mit bis zu 10 Mio. Jahren sehr viel älter werden.
Ein anderes Merkmal dieser Sterne ist ihre Veränderlichkeit. Wie der Name schon vermuten lässt, verwandeln sich die leuchtkräftigen blauen Veränderlichen ständig, zum Beispiel schwankt ihre Helligkeit. Im Laufe ihres Daseins können die LBV Leuchtkräfte entwickeln, die das Millionenfache unserer Sonne betragen. Durch eine Oberflächentemperatur von etwa 29 700 bis 49 700 Grad Celsius erscheinen sie blau.

Mit kleinen Schritten zum Ziel

Mit dem Eta Carinae ist schon ein prominenter Vertreter dieser Art in der Milchstraße bekannt. Birgitta Burggraf widmet sich in ihrer Arbeit aber einer Nachbargalaxie – der M33. Um die LBV in dieser Galaxie ausfindig zu machen, bedient sie sich der Photometrie, mit der eine Aufnahme der Galaxie durch verschiedene Filter betrachtet wird. „Man muss sich das so vorstellen wie bei einer Kamera. Erst nimmt man einen schwarz-weiß-Film und legt anschließend immer mehr Farben darüber”, erklärt Burggraf. Bei diesem Verfahren wird beobachtet, wie sich die Helligkeit des Sterns in den unterschiedlichen Filtern verändert. Außerdem wird das den Stern umgebende Gas auf diese Weise sichtbar.
So kann Burggraf aus der Vielzahl von Sternen zumindest schon einmal ein paar Einschränkungen vornehmen und entscheiden, welche aufgrund ihrer Eigenschaften, zum Beispiel in der Veränderung der Helligkeit, auf einen LBV hindeuten. 30 bis 40 solcher potenziellen Kandidaten hat Burggraf bisher ausfindig machen können. In einem anschließenden Schritt werden die gefundenen Sterne spektroskopiert. Dabei wird das Licht des Sterns in die einzelnen Wellenlängen aufgespalten, um dort die Intensität der Helligkeit zu untersuchen. Die Elementlinien, die in der Spektroskopie angezeigt werden, geben ebenfalls Auskunft darüber, um welchen Sterntyp es sich handelt. So weist ein LBV beispielsweise viele Eisenlinien auf.

Kleiner Stern mit großer Wirkung

Mit der Auswertung all dieser Untersuchungen ist Burggraf bis heute beschäftigt. Allerdings konnte sie schon einen Kandidaten ausfindig machen, bei dem es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen LBV handelt. Der Vergleich mit dem Spektrum schon gefundener Sterne dieser Art bestätigte ihre Vermutungen.
Die LBV sind von großer Bedeutung für die Entwicklung ihrer jeweiligen Galaxie. „Durch die von ihnen ausgehende sehr energiereiche Strahlung und den Materieausfluss, unter anderem in Form von extrem starken Sternenwinden, haben sie entscheidenden Einfluss auf das sie umgebende Gas. Damit tragen massereiche Sterne wesentlich zur Entwicklung ihrer Galaxie bei”, so Burggraf. Gerade deshalb ist es so wichtig, möglichst viele dieser seltenen Exemplare zu finden, um allgemeine Aussagen über sie treffen zu können. Darum hat es sich Birgitta Burggraf zur Aufgabe gemacht, noch mehr LBVs zu finden und ihre Eigenschaften zu untersuchen, um so dazu beizutragen, massereiche Sterne besser zu verstehen.

Katja Bischof
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