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RUBENS 134

2. Juni 2009

Gutes Echo auf die Graphik

Die Kunstsammlungen zeigen Graphische Serien und eine Installation



Im Graphikjahr 2009 zeigen 55 NRW-Museen ihre Kunstbestände auf Papier, die häufig aus konservatorischen Gründen dem Besucher vorenthalten bleiben. Dass auch die Kunstsammlungen der RUB über eine bedeutende graphische Sammlung verfügen, wird in der Ausstellung „Serial Imagery“ deutlich, die – zusammen mit der Installation „Echo“ – bis zum 1. November läuft. Sie zeigt graphische Serien namhafter Künstler wie Josef Albers, Max Bill, Viktor Vasarely und Imi Knoebel.


Die Künstler haben sich im Medium Graphik mit einer konstruktiven Bildsprache auseinandergesetzt, die die Frage nach der Möglichkeit prozessualer Bildproduktionen aufwirft und den Betrachter wahrnehmungsreflexiv einbezieht. In der Ausstellung stehen Graphische Serien aus den 60er- und 70er-Jahren im Dialog mit zeitgenössischen Arbeiten. Die älteren Werke schlagen zudem den Bogen zur Gründungszeit der Uni. Die RUB zeigt in ihrer Architektur ebenfalls eine repetitive Formsprache und geometrische Rasterungen. Innenausstattung wie die in Massenproduktion gefertigten Stühle von Designer Egon Eiermann erzählen die serielle Formgeschichte der 70er. Es ist nicht verwunderlich, dass auch in der Kunst dieser Zeit das Einzelwerk zugunsten serieller Arbeit in Frage gestellt wurde. Das gilt insbesondere für die Graphik, die auf Reproduzierbarkeit angelegt ist. „Serial Imagery“ stellt sich diesem Phänomen und zeigt ausgewählte Serien aus der Sammlung Moderne.

Auf die Spitze getrieben

Der 1978 geborene Künstler Sebastian Freytag, Absolvent der Kunstakademie Düsseldorf, bezieht sich mit einer zur Ausstellung gehörenden Installation auf die Sammlung und die Kunst-am-Bau-Projekte der RUB. Mit „Echo“ treibt er das den ausgestellten Werkreihen zugrunde liegende Prinzip der Serialität auf die Spitze. Er greift das Formrepertoire der Sammlung auf, um es für die Produktion von Plakaten zu nutzen. Um Museum, Kunst-am-Bau und Architektur zu verschränken und das Prinzip der Serialität zu befragen, greift er ein studentisches Medium der Kommunikation auf. Indem er sich der druckgraphischen Bildsprache studentischer Informationspolitik auf dem Campus bedient, kommentiert und nutzt er die Plakatwände der Uni, die der strengen Architektur entgegenwirken. Wir dürfen also auf ein künstlerisches Campusrätsel gespannt sein. Die Betonlandschaft wird zum Teil der Installation des Künstlers, der auf diese Weise nicht nur die Kunst und Architektur der 60er und 70er neu reflektiert, sondern die Möglichkeiten graphischer Arbeit heute befragt und sie in einer ortspezifischen Installation einbindet.

Info: „Serial Imagery“ & „Echo“, 20.5.-1.11.09, Kunstsammlungen, Di-Fr 11-17, Sa/So 11-18 h, Kontakt: -26782. Ein Katalog wird im Anschluss an die Ausstellung erscheinen. Führungen werden am 4.6. (16 h) und am 28.6. (14.30 h) stattfinden. Jeden 2. und 4. Sonntag im Monat gibt es zudem um 14.30 h kostenlose Führungen, die die Sammlung Moderne und ihre Schwerpunkte vorstellen.

Janine Blöß
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