Gutes Echo
auf die Graphik
Die Kunstsammlungen
zeigen Graphische Serien und eine Installation
Im Graphikjahr 2009 zeigen 55 NRW-Museen ihre Kunstbestände
auf Papier, die häufig aus konservatorischen Gründen
dem Besucher vorenthalten bleiben. Dass auch die Kunstsammlungen
der RUB über eine bedeutende graphische Sammlung
verfügen, wird in der Ausstellung „Serial Imagery“
deutlich, die – zusammen mit der Installation „Echo“
– bis zum 1. November läuft. Sie zeigt graphische
Serien namhafter Künstler wie Josef Albers, Max Bill,
Viktor Vasarely und Imi Knoebel.
Die Künstler haben sich im Medium Graphik mit einer
konstruktiven Bildsprache auseinandergesetzt, die die
Frage nach der Möglichkeit prozessualer Bildproduktionen
aufwirft und den Betrachter wahrnehmungsreflexiv einbezieht.
In der Ausstellung stehen Graphische Serien aus den 60er-
und 70er-Jahren im Dialog mit zeitgenössischen Arbeiten.
Die älteren Werke schlagen zudem den Bogen zur Gründungszeit
der Uni. Die RUB zeigt in ihrer Architektur ebenfalls
eine repetitive Formsprache und geometrische Rasterungen.
Innenausstattung wie die in Massenproduktion gefertigten
Stühle von Designer Egon Eiermann erzählen die
serielle Formgeschichte der 70er. Es ist nicht verwunderlich,
dass auch in der Kunst dieser Zeit das Einzelwerk zugunsten
serieller Arbeit in Frage gestellt wurde. Das gilt insbesondere
für die Graphik, die auf Reproduzierbarkeit angelegt
ist. „Serial Imagery“ stellt sich diesem Phänomen
und zeigt ausgewählte Serien aus der Sammlung Moderne.
Auf die Spitze getrieben
Der 1978 geborene Künstler Sebastian Freytag,
Absolvent der Kunstakademie Düsseldorf, bezieht
sich mit einer zur Ausstellung gehörenden Installation
auf die Sammlung und die Kunst-am-Bau-Projekte der RUB.
Mit „Echo“ treibt er das den ausgestellten
Werkreihen zugrunde liegende Prinzip der Serialität
auf die Spitze. Er greift das Formrepertoire der Sammlung
auf, um es für die Produktion von Plakaten zu nutzen.
Um Museum, Kunst-am-Bau und Architektur zu verschränken
und das Prinzip der Serialität zu befragen, greift
er ein studentisches Medium der Kommunikation auf. Indem
er sich der druckgraphischen Bildsprache studentischer
Informationspolitik auf dem Campus bedient, kommentiert
und nutzt er die Plakatwände der Uni, die der strengen
Architektur entgegenwirken. Wir dürfen also auf
ein künstlerisches Campusrätsel gespannt sein.
Die Betonlandschaft wird zum Teil der Installation des
Künstlers, der auf diese Weise nicht nur die Kunst
und Architektur der 60er und 70er neu reflektiert, sondern
die Möglichkeiten graphischer Arbeit heute befragt
und sie in einer ortspezifischen Installation einbindet.
Info: „Serial Imagery“
& „Echo“, 20.5.-1.11.09, Kunstsammlungen,
Di-Fr 11-17, Sa/So 11-18 h, Kontakt: -26782. Ein Katalog
wird im Anschluss an die Ausstellung erscheinen. Führungen
werden am 4.6. (16 h) und am 28.6. (14.30 h) stattfinden.
Jeden 2. und 4. Sonntag im Monat gibt es zudem um 14.30
h kostenlose Führungen, die die Sammlung Moderne
und ihre Schwerpunkte vorstellen.
Janine
Blöß
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