Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu eröffnete
am 2. April das südafrikanisch-deutsche Fachzentrum
für Entwicklungsforschung und Strafjustiz in Kapstadt.
Für rund 2 Mio. Euro baut das Institut für Entwicklungsforschung
und Entwicklungspolitik (IEE) der RUB in diesem Zentrum
der University of the Western Cape (UWC) die „Development
Research Division” auf. Gefördert wird das
Projekt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD)
mit Mitteln aus der „Aktion Afrika” des Auswärtigen
Amtes.
Zur Eröffnung hielt Erzbischof Tutu eine Rede vor
200 Gästen aus Politik und Wissenschaft, darunter
Rektor Prof. Elmar Weiler und IEE-Direktor Prof. Wilhelm
Löwenstein. Dabei konnte Weiler Tutu auch die Ehrendoktorwürde
der Evangelisch-Theologischen Fakultät der RUB überreichen,
die ihm 1981 verliehen worden war. Bislang hatte Tutu
sie – u.a. wegen der Ausreiseverweigerung in der
Zeit der Apartheid – nicht entgegennehmen können.
Das IEE ist gemeinsam mit seinen Partnern an der UWC –
der School of Government und dem Institute for Social
Development – für die Abteilung Entwicklungsforschung
des Zentrums verantwortlich. Sie bietet drei Master-Studiengänge
und ein Promotionsprogramm an. Der Bochumer „Master
in Development Management”, seit 2001 in Kapstadt
angeboten, sowie der PhD in International Development
Studies an der RUB sind feste Bestandteile des neuen Zentrums.
Die Studiengänge haben eine besondere Relevanz für
Afrika, so der DAAD. Als künftige Führungseliten
lernen die Absolventen des Bereichs Entwicklungsforschung,
wirtschaftliche, soziale und politische Aufgaben im Entwicklungsprozess
der Region zu meistern. Die Studiengänge sind daher
nicht nur theoriebasiert, sie haben auch eine starke empirische
Ausrichtung auf Fallstudien vor Ort.