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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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| RUBENS 133 |
30. April 2009
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Verlängerte Wechselwirkungen
Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Forschergruppe
618 weiter
Kristalle, Flüssigkeiten, das Leben: alles undenkbar
ohne die schwache Wechselwirkung zwischen Molekülen.
Dieser einflussreichen Kraft spürt die Forschergruppe
618 seit 2006 nach, in der Chemiker der Ruhr-Uni, der
Uni Duisburg-Essen und der Uni Düsseldorf zusammen
arbeiten. Im April gab die Deutsche Forschungsgemeinschaft
grünes Licht für die nächsten drei Jahre
gemeinsamer Forschung.
Der gewaltige Fortschritt der Chemie in den letzten zwei
Jahrhunderten beruht auf dem Verständnis des Aufbaus
von Molekülen aus Atomen und der Kunst der Synthese
nahezu beliebig komplizierter Moleküle aus einfacheren
Bausteinen. Die starken Wechselwirkungen zwischen Atomen,
die zu den Molekülen führen, sind heute gut
verstanden. Dies gilt aber nicht für die viel schwächeren
Wechselwirkungen zwischen Molekülen. Sie führen
zur Zusammenlagerung von Molekülen und zur Ausbildung
sehr großer, komplexer Strukturen wie Flüssigkeiten,
Kristallen oder ganzen lebenden Zellen.
Ziel der Forschergruppe 618 ist es, die schwachen intermolekularen
Wechselwirkungen zu verstehen. Mit experimentellen und
theoretischen Methoden wollen die Forscher wichtige Fragen
klären: Wie bilden sich Kristallkeime? Wie wachsen
Molekülkristalle? Warum gibt es unterschiedliche
Kristallformen für ein und dasselbe Molekül?
Wie lagert sich Wasser an Moleküle an? Wie viele
Wassermoleküle enthält der kleinste Tropfen
Salzsäure? In der zweiten dreijährigen Förderperiode
wollen die Forscher mit Laserspektroskopie, ausgefeilten
Techniken der Kristallisation, Messungen bei extrem tiefen
Temperaturen nahe am absoluten Nullpunkt, neu entwickelten
theoretischen Verfahren zur Simulation von Moleküldynamik
und hochpräzisen Berechnungen ein umfassendes Bild
intermolekularer Wechselwirkungen zeichnen.
md
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