Mond über NA
RUB-Aktionen zum Astronomie-Jahr
Mitte April entstanden diese gestochen scharfen
Bilder des Mondes, aufgenommen mit dem Teleskop auf
dem Dach des NA. Dorthin lädt zurzeit das Astronomische
Institut in schöner Regelmäßigkeit die
interessierte Öffentlichkeit, um gemeinsam das
unendliche Universum zu beobachten. Die RUB-Astronomen
bieten aber noch einiges mehr zum „Astronomie-Jahr“.
Vor 400 Jahren war es, dass Galileo Galilei als erster
Forscher der Menschheitsgeschichte ein Fernrohr gen
Himmel richtete und damit sofort Entdeckungen machte,
die das damalige Weltbild in seinen Grundfesten erschütterten.
Im selben Jahr 1609 brachte der nicht weniger bekannte
Johannes Kepler sein Meisterwerk „Astronomia nova“
heraus, in dem er die noch heute gültigen Keplerschen
Gesetze der Planetenbewegung einführte und so dem
heliozentrischen Weltbild endgültig zum Durchbruch
verhalf.
Um dieser bedeutsamen Ereignisse zu gedenken und die
Astronomie den Menschen als entscheidendes Kulturgut
näher zu bringen, bieten astronomische Institute
und Sternwarten auf der ganzen Welt in diesem Jahr,
das von der UNESCO zum „Astronomie-Jahr“
erklärt wurde, viele Veranstaltungen an. Natürlich
ist auch das Astronomische Institut der Ruhr-Uni (AIRUB)
mit von der Partie: „Das Interesse der Menschen
für die fundamentalen Fragen der Natur ist nach
wie vor groß, sie müssen nur richtig vermittelt
werden“, ist sich Prof. Dr. Ralf-Jürgen Dettmar,
Lehrstuhl für Astronomie, sicher.
Unlängst sehen konnte man dieses Interesse bei
den öffentlichen Beobachtungsabenden, die das AIRUB
im Rahmen der weltweiten Veranstaltung „100 Stunden
Astronomie“ im April anbot. An drei Abenden strömten
fast 400 Menschen auf das Dach des NA, wo die Teleskope
des Instituts beheimatet sind. Neben einem optischen
Teleskop, mit dem faszinierende Bilder der Mondoberfläche
oder der Ringe und Monde des Saturn gemacht werden können,
befindet sich dort auch ein Radioteleskop, das die Beobachtungsabende
wetterunabhängig macht, denn Radiowellen durchdringen
spielend leicht jede Wolkenschicht. „Schon mit
diesem vergleichsweise kleinen Teleskop können
wir Hinweise auf Dunkle Materie in unserer Milchstraße
gewinnen“, erklärt Dr. Enno Middelberg den
neugierigen Besuchern. Was Dunkle Materie, die den weitaus
größten Teil der gesamten Materie des Universums
ausmacht, aber wirklich ist, weiß bis heute niemand.
Zumindest die aktuellen Vermutungen in dieser Richtung
und vielen weiteren Forschungsfeldern der modernen Astrophysik
sollen im Rahmen der Ringvorlesung „Kosmische
Zusammenhänge – vom Urknall zur Entstehung
der Erde und des Lebens“ dienstags um 16 Uhr geklärt
werden. Natürlich auf einem Niveau, das auch naturwissenschaftlich
interessierten Laien Lust auf astronomische Entdeckungen
macht.
Infos zur Ringvorlesung, zu weiteren
Beobachtungsabenden und anderen Aktionen des Astronomie-Jahres
findet man, laufend aktualisiert, auf der Webseite des
Astronomischen Instituts oder der Fakultät für
Physik und Astronomie: http://www.astro.rub.de
bzw. http://www.physik.rub.de/dekanat/veranstaltungen/index.html.
PS: Schöne Bilder und höchst interessante
Infos zur Astronomie liefert auch die aktuelle Ausstellung
im Gasometer Oberhausen. „Sternstunden –
Wunder des Sonnensystems“ ist noch bis Januar
2010 zu sehen; mehr unter http://www.gasometer.de.
Peter
Zinn
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