Einsatz für leise Straßen
Serie Ausbildungsberufe
an der RUB: Baustoffprüfer
Mit 142 Auszubildenden ist die Ruhr-Uni drittgrößter
Ausbildungsbetrieb in Bochum. Die Liste der 20 Ausbildungsberufe
reicht vom Buchbinder über den Tierpfleger bis hin
zum Glasapparatebauer. Doch was genau steckt hinter dieses
Bezeichnungen? RUBENS liefert die Antworten, diesmal zum
Ausbildungsberuf Baustoffprüfer. Zwei Azubis erlernen
ihn momentan.
Die Ausbildung zum Baustoffprüfer kann in drei Bereichen
absolviert werden. Mörtel-, Beton- oder Asphalttechnik
stehen zur Auswahl. Tobias Papajewski (24) und Julia Palowski
(23) machen ihre Ausbildung am Institut für Verkehrswegebau.
Und da liegt die Spezialisierung natürlich nahe:
Die beiden lernen hier alles, was sie über die Asphalttechnik
wissen müssen.
Ausbildungsleiter Prof. Martin Radenberg legt großen
Wert darauf, dass seine Auszubildenden aktiv in den Forschungsbetrieb
am Institut eingebunden werden. Die praktische Ausbildung
zum Baustoffprüfer, die den theoretischen Blockunterricht
an der Berufsschule in Beckum ergänzt, ist vielfältig.
Die Azubis lernen beispielsweise, wie man Asphaltrezepturen
erstellt, wie man nach physikalischen und chemischen Methoden
Temperatur, Luftdruck und Feuchtigkeit misst, wie man
Laugen, Säuren und Lösungsmittel einsetzt, wie
man Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel prüft,
aber auch wie man technische Unterlagen und Pläne
liest und Skizzen anfertigt.
Auch Asphalt altert
Auch das Bestimmen von Bodeneigenschaften und Bodenkennwerten
gehört zur Ausbildung. Letzteres ist besonders
in dem Bereich wichtig, in dem Tobias Papajewski und
Julia Palowski gerade tätig sind. Sie unterstützen
den Lehrstuhl in der Forschung, zum Beispiel bei der
Qualitätsverbesserung von Straßen. Dazu stellen
die Azubis Asphalt her und überprüfen ihn
auf Belastbarkeit und Inhaltsstoffe. Ein aktuelles Projekt,
an dem Tobias Papajewksi mitarbeitet, beschäftigt
sich mit der Veränderlichkeit des Asphalts im Laufe
der Zeit. Verschiedene Asphaltsorten sollen dabei auf
ihre Haltbarkeit getestet werden. „Dazu haben
wir ein Alterungsverfahren entwickelt, mit dem wir in
fünf Tagen zehn Jahre Alterung auf der Straße
simulieren können”, erklärt Papajewski.
„So kann man herausfinden, wie wir den Asphalt
optimieren müssen, damit sich Qualität und
Haltbarkeit verbessern.” In diesem Zusammenhang
fällt Julia Palowski noch das Projekt zur Lärmoptimierung
ein: „Es geht darum, leiseren Asphalt herzustellen,
so dass möglichst wenige Geräusche entstehen,
wenn beispielsweise ein Auto drüberfährt.”
Auch dazu müssen wieder verschiedene Asphaltsorten
hergestellt und ausprobiert werden. „Der Asphalt
muss mit vielen Poren versehen werden. Die sollen den
Schall schlucken,” ergänzt Papajewski.
Von der Ausbildung zum Baustoffprüfer hatte Tobias
Papajewski zufällig erfahren. „Eigentlich
wollte ich immer was mit Chemie machen. Dann habe ich
eine Anzeige der RUB in der Zeitung gesehen.”
Als er sich etwas genauer über den Ausbildungsberuf
informiert hatte, stand der Entschluss fest. Auch Julia
Palowski hatte erst eine andere Richtung eingeschlagen.
Nachdem sie ein Studium der Physik angefangen hatte,
stellte sie bald fest, dass ihr das nicht gefiel. Durch
Internetrecherche gelangte sie auf die Ausbildungsseiten
der RUB und hat dort den Beruf des Baustoffprüfers
für sich entdeckt. Nach ihrer Ausbildung haben
die Azubis die Möglichkeit, auch in der Mörtel-
oder Betontechnik zu arbeiten, weil die Berufsschulausbildung
alle drei Bereiche abdeckt. Während Tobias sich
jetzt schon sicher ist, dass er seinen Schwerpunkt in
der Asphalttechnik beibehalten möchte, hält
sich Julia alle Möglichkeiten offen. „Vielleicht
mache ich mal ein Praktikum in einem anderen Bereich.
Die werden ja alle hier an der Uni angeboten. Und dann
entscheide ich, was mir am besten gefällt.”
Katja
Bischof
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