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RUBENS 133

30. April 2009


Einsatz für leise Straßen

Serie Ausbildungsberufe an der RUB: Baustoffprüfer



Mit 142 Auszubildenden ist die Ruhr-Uni drittgrößter Ausbildungsbetrieb in Bochum. Die Liste der 20 Ausbildungsberufe reicht vom Buchbinder über den Tierpfleger bis hin zum Glasapparatebauer. Doch was genau steckt hinter dieses Bezeichnungen? RUBENS liefert die Antworten, diesmal zum Ausbildungsberuf Baustoffprüfer. Zwei Azubis erlernen ihn momentan.

Die Ausbildung zum Baustoffprüfer kann in drei Bereichen absolviert werden. Mörtel-, Beton- oder Asphalttechnik stehen zur Auswahl. Tobias Papajewski (24) und Julia Palowski (23) machen ihre Ausbildung am Institut für Verkehrswegebau. Und da liegt die Spezialisierung natürlich nahe: Die beiden lernen hier alles, was sie über die Asphalttechnik wissen müssen.
Ausbildungsleiter Prof. Martin Radenberg legt großen Wert darauf, dass seine Auszubildenden aktiv in den Forschungsbetrieb am Institut eingebunden werden. Die praktische Ausbildung zum Baustoffprüfer, die den theoretischen Blockunterricht an der Berufsschule in Beckum ergänzt, ist vielfältig. Die Azubis lernen beispielsweise, wie man Asphaltrezepturen erstellt, wie man nach physikalischen und chemischen Methoden Temperatur, Luftdruck und Feuchtigkeit misst, wie man Laugen, Säuren und Lösungsmittel einsetzt, wie man Bitumen und bitumenhaltige Bindemittel prüft, aber auch wie man technische Unterlagen und Pläne liest und Skizzen anfertigt.

Auch Asphalt altert

Auch das Bestimmen von Bodeneigenschaften und Bodenkennwerten gehört zur Ausbildung. Letzteres ist besonders in dem Bereich wichtig, in dem Tobias Papajewski und Julia Palowski gerade tätig sind. Sie unterstützen den Lehrstuhl in der Forschung, zum Beispiel bei der Qualitätsverbesserung von Straßen. Dazu stellen die Azubis Asphalt her und überprüfen ihn auf Belastbarkeit und Inhaltsstoffe. Ein aktuelles Projekt, an dem Tobias Papajewksi mitarbeitet, beschäftigt sich mit der Veränderlichkeit des Asphalts im Laufe der Zeit. Verschiedene Asphaltsorten sollen dabei auf ihre Haltbarkeit getestet werden. „Dazu haben wir ein Alterungsverfahren entwickelt, mit dem wir in fünf Tagen zehn Jahre Alterung auf der Straße simulieren können”, erklärt Papajewski. „So kann man herausfinden, wie wir den Asphalt optimieren müssen, damit sich Qualität und Haltbarkeit verbessern.” In diesem Zusammenhang fällt Julia Palowski noch das Projekt zur Lärmoptimierung ein: „Es geht darum, leiseren Asphalt herzustellen, so dass möglichst wenige Geräusche entstehen, wenn beispielsweise ein Auto drüberfährt.” Auch dazu müssen wieder verschiedene Asphaltsorten hergestellt und ausprobiert werden. „Der Asphalt muss mit vielen Poren versehen werden. Die sollen den Schall schlucken,” ergänzt Papajewski.
Von der Ausbildung zum Baustoffprüfer hatte Tobias Papajewski zufällig erfahren. „Eigentlich wollte ich immer was mit Chemie machen. Dann habe ich eine Anzeige der RUB in der Zeitung gesehen.” Als er sich etwas genauer über den Ausbildungsberuf informiert hatte, stand der Entschluss fest. Auch Julia Palowski hatte erst eine andere Richtung eingeschlagen. Nachdem sie ein Studium der Physik angefangen hatte, stellte sie bald fest, dass ihr das nicht gefiel. Durch Internetrecherche gelangte sie auf die Ausbildungsseiten der RUB und hat dort den Beruf des Baustoffprüfers für sich entdeckt. Nach ihrer Ausbildung haben die Azubis die Möglichkeit, auch in der Mörtel- oder Betontechnik zu arbeiten, weil die Berufsschulausbildung alle drei Bereiche abdeckt. Während Tobias sich jetzt schon sicher ist, dass er seinen Schwerpunkt in der Asphalttechnik beibehalten möchte, hält sich Julia alle Möglichkeiten offen. „Vielleicht mache ich mal ein Praktikum in einem anderen Bereich. Die werden ja alle hier an der Uni angeboten. Und dann entscheide ich, was mir am besten gefällt.”

Katja Bischof
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Letzte Änderung: 29.4.2009| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik