„Ich würde es wieder so machen!“
Dienstjubiläum: Angelika Balzer-Ferrai blickt auf
40 Jahre Ruhr-Uni zurück
„Als Sie hier angefangen haben, da wurde
ich gerade eingeschult“. Biologie-Dekan Prof.
Franz Narberhaus schmunzelt, als er Angelika Balzer-Ferrai
die Ehrenurkunde zum Dienstjubiläum überreicht.
40 Jahre RUB hat die Technische Angestellte hinter sich,
davon 31 Jahre in der Arbeitsgruppe Muskelphysiologie
des mittlerweile pensionierten Prof. Helfried Glitsch.
Seit rund fünf Jahren arbeitet die 61-Jährige
in der AG Sinnesphysiologie von Prof. Klemens Störtkuhl.
Arne Dessaul sprach mit Angelika Balzer-Ferrai über
diese lange und meist schöne Zeit auf dem Campus.
Frau Balzer-Ferrai, lassen Sie uns vor dem Rückblick
kurz in der Gegenwart bleiben. Als Prof. Narberhaus
und Prof. Störtkuhl Sie mit Urkunde, Blumen und
Sekt überraschten und das Team zur kleinen Feier
kam, da schienen Sie sich sehr zu freuen?!
Abgesehen davon, dass ich nicht gerne im Mittelpunkt
stehe, habe ich mich sehr gefreut.
Das Arbeitsklima in der AG scheint gut zu sein?
Sehr gut mit Sternchen! Ich fühle mich
pudelwohl und komme jeden Tag gerne zur Arbeit.
Gilt das für Ihre gesamte Zeit an der Ruhr-Uni?
Das gilt auch für die 31 Jahre bei Prof.
Glitsch. Mit meinen beiden Chefs hatte ich richtig Glück:
sowohl menschlich als auch arbeitsmäßig.
Selbstverständlich gut
betreut
Können Sie das genauer erläutern?
Ich glaube, dass sich die Atmosphäre an
der Ruhr-Uni in den vergangenen 40 Jahren verändert
hat. Der Leistungsdruck ist gestiegen: für Professoren,
Angestellte und Studenten. Andererseits kann man diesem
Druck ganz gut entgegenwirken. Allein durch Freundlichkeit
und ein kollegiales Miteinander wird vieles einfacher,
und die Arbeit lässt sich besser bewältigen.
Auch den Studenten kann man beim Lernen und Arbeiten
helfen: durch eine intensive und gute Betreuung. In
unserer Arbeitsgruppe ist das selbstverständlich.
Wenn die Studenten merken, dass man ihnen entgegenkommt
und sich um sie bemüht, dann entsteht automatisch
eine ganz tolle Atmosphäre, von der alle profitieren.
Wo hat sich die Ruhr-Uni seit Ihrem ersten Arbeitstag
noch verändert, abgesehen vom Leistungsdruck?
Da fallen mir einige Einrichtungen und Angebote
ein, die im Laufe der Zeit dazugekommen sind und die
ich selbst gerne nutze, zum Beispiel das Musische Zentrum,
die Konzerte im Audimax, der Botanische Garten oder
die Frauenparkplätze.
Gibt es etwas, dass Sie vermissen?
Nein. Es ist so, wie es ist und so ist es gut.
Gab es ein Ereignis, das für Sie ein absoluter
Höhepunkt war? Ebenso schön wäre natürlich
eine Anekdote.
Natürlich war es Ende der 60er-Jahre ganz
anders auf dem Campus. Das war eine riesige Baustelle.
Wir saßen mit verschiedenen Arbeitsgruppen und
Lehrstühlen in einem riesigen Labor in IC. Jeder
hatte eine kleine Ecke für sich, es gab kaum Kontakt
untereinander. Nach einem Jahr sind wir ins ND gezogen.
Zu Anfang mussten wir noch rüber ins IC, beispielsweise
um dort entsalztes Wasser zu holen. Aber das ist wohl
weder ein Höhepunkt noch eine Anekdote. Irgendwie
lief halt immer alles.
Kein Grund zu wechseln
Wie viele Jahre bleiben Ihnen noch an der Ruhr-Uni?
Spätestens zum 1. Oktober 2012 ist Schluss,
denn im September 2012 werde ich 65. Also noch dreieinhalb
Jahre.
Und die möchten Sie gern in der AG verbringen?
Auf alle Fälle! Zum einen würde mich
sowieso kein Mensch nehmen, zum anderen gibt es überhaupt
keinen Grund zu wechseln.
Letzte Frage: Stellen Sie sich vor, es wäre
der 1. März 1969, ihr erster Arbeitstag an der
Ruhr-Uni. Sie stehen vor dem IC und wüssten schon,
was in den nächsten 40 Jahren auf Sie zukommt.
Würden Sie hineingehen?
Immer! Wie gesagt: Ich habe viel Glück
gehabt mit meinen Arbeitsstellen.
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