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RUBENS 131

1. Februar 2009

Alles auf Anfang

Gebäudeserie: IB


Jeder von uns kann sich sicher noch an sein erstes Semester an der Ruhr-Uni erinnern. Wer hat sich anfangs nicht in den Kellerräumen verirrt und verzweifelt einen Ausgang gesucht? Wieso liegt der mal auf 02 und mal auf 01? Und warum gibt es nicht überall eine Cafeteria? RUBENS liefert die Antworten – diesmal zum Gebäude IB.

Kleine Zeitreise gefällig? Es ist der 2. Januar 1964. Auf dem Campusgelände brummen die Bagger und Betonmischer wahrscheinlich schon in freudiger Erwartung auf dem Campusgelände vor sich hin. An diesem Tag beginnt offiziell der Bau der Ruhr-Universität. Und damit auch die Geschichte des IB-Gebäudes. Denn am Anfang, da sind es nur IB und das Nachbarhaus IA, die auf dem Campus entstehen. Alle anderen Gebäude – von den Geistes- bis zu den Naturwissenschaften – gibt es erst mal nur auf dem Papier. Als ein Jahr später, im Herbst 1965, die ersten rund 2.000 Studenten ihr Studium aufnehmen, werden IA und IB zu einer Übergangsheimat für die Geisteswissenschaftler. Aus den Fenstern der Gebäude können sie das Wachstum der Uni verfolgen.
Zurück ins Jahr 2009. Die Erstlings-Gebäude sind schon lange nicht mehr allein und die Geisteswissenschaftler haben sich in ihren Teil des Campus zurückgezogen. Heute ist im IB-Gebäude die Fakultät für Maschinenbau zuhause; außen sind Versuchshallen und Werkstätten dazugekommen. In IB tummeln sich in erster Linie die rund 1.800 Studierenden der drei Studiengänge, die die Fakultät anbietet: Maschinenbau, Umwelttechnik und Ressourcenmanagement sowie Sales Engineering and Product Management.

Flugzeuge und Kettenkarussells

Wer von Maschinenbau und Co. keine Ahnung hat, der wird gleich im Haupteingang auf der Westseite von Ebene 03 ein wenig aufgeklärt. Hier hängen Kunstwerke, die Arbeitsbereiche zeigen, in denen Konstruktionen aus dem Forschungsfeld der Fakultät eine Rolle spielen können: vom Flugzeug über Windkrafträder bis hin zu Fußballstadien und Kettenkarussells.
Nach diesem kleinen Aha-Effekt (Wer denkt bei Maschinenbau schon an die Kirmes?) am Eingang lohnt es sich, die Reise durch das IB-Gebäude in die höheren Ebenen fortzusetzen – denn wirklich viel los ist hier unten nicht. Das ändert sich nach rund 60 Treppenstufen bzw. einer kurzen Fahrt mit einem der Aufzüge. Auf Ebene 01 angekommen – übrigens der einzigen weiteren Etage mit einem Ein- und Ausgang – wird das Stimmengewirr lauter.
Das liegt eindeutig daran, dass es hier etwas zu Essen gibt. Das IB beherbergt die einzige Cafeteria der Ingenieurswissenschaften; darum kommen auch die Nachbarn aus der Elektro- und Informationstechnik im IC und die Bauingenieure aus dem IA gerne mal rüber. Die Cafeteria ist proppenvoll. Neben leeren Tellern ist auf jedem Tisch mindestens ein Laptop aufgeklappt – hier wird nicht nur gespeist, sondern auch gearbeitet.
Wer beim Essen und Lernen vergessen haben sollte, wo er sich befindet, wird gleich vor der Cafeteria wieder daran erinnert. Denn dort – gleich neben dem Ein- und Ausgang begrüßt die Karosserie eines Mercedes die Besucher. Auch ein Motorblock und kleine Konstruktionen wie Nockenwelle oder Radialverdichter lassen sich hier aus der Nähe betrachten.
In den Etagen darüber – weg vom Cafetentrubel – wird es wieder ruhiger. Hier sitzen die meisten Lehrstühle der Fakultät – von A wie Allgemeine Mechanik bis immerhin V wie Verbrennungsmotoren. Nur die Institute für Mechanik und die Werkstoffwissenschaften sind nirgends zu finden; sie liegen im Gebäude IA.

Fliegende Eier

Einmal im Jahr, da ist im und am IB-Gebäude nichts mehr so, wie es war. An diesem Tag übernehmen die Eier die Macht. Beim Wettbewerb Flying Ei der Fachschaft Maschinenbau wird aus der Ruhe Krach. Man hört Jubel und Applaus und sieht vielleicht den einen oder anderen Nachwuchsingenieur, der gerade ein Stoßgebet zum Himmel schickt. Der Grund: Ein rohes Ei muss mit Hilfe einer eigens erbauten Konstruktion sicher und unbeschadet allerlei Hürden nehmen, zum Beispiel einen Hügel hinauf rollen, über ein 2,50 Meter hohes Hindernis fliegen oder sich todesmutig vom Dach des IB-Gebäudes stürzen. Auch wenn dieser Wettbewerb den Eiern sicher wenig Spaß macht: Für die Fachschaft ist er nicht nur längst Tradition, sondern auch ein voller Erfolg, der sich mittlerweile in ganz Deutschland herumgesprochen hat – bei Maschinenbauern genauso wie bei den Medien.
Bis auf den Schriftzug Maschinenbau am Eingang lässt sich von außen nicht allzu gut erkennen, was sich hinter den Türen verbirgt. Aber wer sich auf eine kleine Erkundungstour durch das IB einlässt, wird sich beim nächsten Kirmesbesuch – hoch oben auf dem Kettenkarussell - vielleicht erinnern, dass zwischen den Lichtern auch irgendwo ein bisschen Maschinenbau das Ganze zusammenhält.

Sarah Ziegler
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Letzte Änderung: 1.2.2009| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik