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RUBENS 131

1. Februar 2009

Der nächste Schritt zur Exzellenzhochschule

Ruhr-Universität gründet die ersten drei Research Departments


Bei der Umsetzung ihres Zukunftskonzepts „RUB Research Campus” geht die Ruhr-Uni einen großen Schritt voran: Mit rund 20 Mio. Euro großzügig vom Land NRW unterstützt, hat sie Mitte Januar die ersten drei von fünf geplanten Research Departments gegründet und Zielvereinbarungen formuliert. Aus den interdisziplinären Wissenschaftsverbünden, die sich untereinander und international stark vernetzen, sollen binnen zweier Jahre größere Cluster zur Erforschung von übergreifenden Fragestellungen in den Lebens- und Materialwissenschaften hervorgehen.

Geplant ist der Aufbau bzw. die Weiterentwicklung von zwei Forschungsclustern aus den Research Departments, die die etablierten Forschungsschwerpunkte der Ruhr-Uni fokussieren: Zunächst gegründet wurden die Research Departments „Integrity of Small Scale Systems” (IS3/HTM, Sprecher Prof. Dr.-Ing. Alfred Ludwig), „Interfacial Systems Chemistry” (IFSC, Sprecher Prof. Dr. Nils Metzler-Nolte) und das „Protein Research Department” (Sprecher Prof. Dr. Klaus Gerwert). In den nächsten Monaten folgen die Research Departments „Neuroscience” sowie „Plasma”. Im Bereich der Geisteswissenschaften wird in Kürze die Gründung eines weiteren Research Departments – des Centrums für Religionswissenschaftliche Studien (CERES) – erfolgen.

Vom Molekül bis zum Organismus

In den Zielvereinbarungen zwischen dem Rektorat und den Research Departments sind konkrete Meilensteine festgelegt. Beispielsweise dienen sie der Erhöhung der Anzahl der Verbundforschungsprojekte an der RUB, der Internationalisierung, der Verbesserung der Gleichstellung von Männern und Frauen, dem Auf- und Ausbau von Kooperationen, der Verbesserung der forschungsorientierten Lehre und der Förderung der Selbständigkeit des wissenschaftlichen Nachwuchses. Voraussetzung für die Gründung eines Research Departments sind u.a. das Vorhandensein mindestens eines großen Verbundforschungsprojekts (z. B. eines Sonderforschungsbereichs) und mindestens drei weiterer Verbundforschungsprojekte wie Forschergruppen oder Graduiertenkollegs. Für eine Förderung durch Landesmittel müssen die Ansätze außerdem im Rahmen der Bewerbung der RUB in der ersten nationalen Exzellenzinitiative positiv bewertet worden sein.
Die Vernetzung des Research Departments zu Forschungsclustern findet in zwei wissenschaftlichen Bereichen statt: Im lebenswissenschaftlichen Cluster werden Forscher aus Biologie, Chemie, Medizin, Informatik und Psychologie die Aufnahme und Verarbeitung von Signalen in lebenden Zellen untersuchen. Ziel ist die Entschlüsselung molekularer Reaktionsketten und das daraus resultierende Systemverhalten bis hin zu hohen kognitiven Leistungen wie z.B. Gedächtnisfunktionen. Eine zentrale Fragestellung der Lebenswissenschaften soll somit interdisziplinär vom Molekül bis zum Organismus vor allem auch beim Menschen zu erforscht werden.

Jede gute Idee gefördert

Im materialwissenschaftlichen Cluster wird zukunftsweisende Forschung in zahlreichen Fakultäten der Ruhr-Uni betrieben, insbesondere im Maschinenbau, der Elektro- und Informationstechnik, der Chemie, der Physik und den Geowissenschaften. Die Forschungsschwerpunkte berücksichtigen sowohl grundlegende als auch anwendungsbezogene Fragen, z.B. Design und Lebensdauer mikro- und nanoskaliger Maschinen und Werkstoffe, Dünnschichtmaterialien, Grenzflächenkatalyse, Plasmatechnologien für Oberflächen, Entwicklung und Anwendungen der Terahertz-Spektroskopie und die ab initio-Simulation von Materialien.
Neben dem Auf- und Ausbau von Forschungsclustern ruht das Zukunftskonzept der RUB auf zwei weiteren Säulen: Zum einen befinden sich zwei Mercator Forschergruppen in Vorbereitung; als erste wird die Gruppe „Structure of Memory” ihre Arbeit aufnehmen. Die Stiftung Mercator fördert die Gruppen mit rund zehn Millionen Euro. Zum anderen hat das Rektorat der RUB einen eigenen Forschungsfonds aufgelegt, in dem Projekte in fünf Förderlinien mit insgesamt vier Millionen Euro gefördert werden, die nicht bereits aus dem Landes- oder Stiftungsprogramm gefördert werden. „Damit soll jede gute Idee, jedes innovative Projekt eine Förderung erfahren können”, so Prof. Weiler.

Infos: http://www.rub.de/forschung/research-departments

md
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Letzte Änderung: 1.2.2009| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik