Der nächste
Schritt zur Exzellenzhochschule
Ruhr-Universität gründet die ersten drei Research
Departments
Bei der Umsetzung ihres Zukunftskonzepts „RUB
Research Campus” geht die Ruhr-Uni einen großen
Schritt voran: Mit rund 20 Mio. Euro großzügig
vom Land NRW unterstützt, hat sie Mitte Januar die
ersten drei von fünf geplanten Research Departments
gegründet und Zielvereinbarungen formuliert. Aus
den interdisziplinären Wissenschaftsverbünden,
die sich untereinander und international stark vernetzen,
sollen binnen zweier Jahre größere Cluster
zur Erforschung von übergreifenden Fragestellungen
in den Lebens- und Materialwissenschaften hervorgehen.
Geplant ist der Aufbau bzw. die Weiterentwicklung von
zwei Forschungsclustern aus den Research Departments,
die die etablierten Forschungsschwerpunkte der Ruhr-Uni
fokussieren: Zunächst gegründet wurden die Research
Departments „Integrity of Small Scale Systems”
(IS3/HTM, Sprecher Prof. Dr.-Ing. Alfred Ludwig), „Interfacial
Systems Chemistry” (IFSC, Sprecher Prof. Dr. Nils
Metzler-Nolte) und das „Protein Research Department”
(Sprecher Prof. Dr. Klaus Gerwert). In den nächsten
Monaten folgen die Research Departments „Neuroscience”
sowie „Plasma”. Im Bereich der Geisteswissenschaften
wird in Kürze die Gründung eines weiteren Research
Departments – des Centrums für Religionswissenschaftliche
Studien (CERES) – erfolgen.
Vom Molekül bis zum Organismus
In den Zielvereinbarungen zwischen dem Rektorat und
den Research Departments sind konkrete Meilensteine
festgelegt. Beispielsweise dienen sie der Erhöhung
der Anzahl der Verbundforschungsprojekte an der RUB,
der Internationalisierung, der Verbesserung der Gleichstellung
von Männern und Frauen, dem Auf- und Ausbau von
Kooperationen, der Verbesserung der forschungsorientierten
Lehre und der Förderung der Selbständigkeit
des wissenschaftlichen Nachwuchses. Voraussetzung für
die Gründung eines Research Departments sind u.a.
das Vorhandensein mindestens eines großen Verbundforschungsprojekts
(z. B. eines Sonderforschungsbereichs) und mindestens
drei weiterer Verbundforschungsprojekte wie Forschergruppen
oder Graduiertenkollegs. Für eine Förderung
durch Landesmittel müssen die Ansätze außerdem
im Rahmen der Bewerbung der RUB in der ersten nationalen
Exzellenzinitiative positiv bewertet worden sein.
Die Vernetzung des Research Departments zu Forschungsclustern
findet in zwei wissenschaftlichen Bereichen statt: Im
lebenswissenschaftlichen Cluster werden Forscher aus
Biologie, Chemie, Medizin, Informatik und Psychologie
die Aufnahme und Verarbeitung von Signalen in lebenden
Zellen untersuchen. Ziel ist die Entschlüsselung
molekularer Reaktionsketten und das daraus resultierende
Systemverhalten bis hin zu hohen kognitiven Leistungen
wie z.B. Gedächtnisfunktionen. Eine zentrale Fragestellung
der Lebenswissenschaften soll somit interdisziplinär
vom Molekül bis zum Organismus vor allem auch beim
Menschen zu erforscht werden.
Jede gute Idee gefördert
Im materialwissenschaftlichen Cluster wird zukunftsweisende
Forschung in zahlreichen Fakultäten der Ruhr-Uni
betrieben, insbesondere im Maschinenbau, der Elektro-
und Informationstechnik, der Chemie, der Physik und
den Geowissenschaften. Die Forschungsschwerpunkte berücksichtigen
sowohl grundlegende als auch anwendungsbezogene Fragen,
z.B. Design und Lebensdauer mikro- und nanoskaliger
Maschinen und Werkstoffe, Dünnschichtmaterialien,
Grenzflächenkatalyse, Plasmatechnologien für
Oberflächen, Entwicklung und Anwendungen der Terahertz-Spektroskopie
und die ab initio-Simulation von Materialien.
Neben dem Auf- und Ausbau von Forschungsclustern ruht
das Zukunftskonzept der RUB auf zwei weiteren Säulen:
Zum einen befinden sich zwei Mercator Forschergruppen
in Vorbereitung; als erste wird die Gruppe „Structure
of Memory” ihre Arbeit aufnehmen. Die Stiftung
Mercator fördert die Gruppen mit rund zehn Millionen
Euro. Zum anderen hat das Rektorat der RUB einen eigenen
Forschungsfonds aufgelegt, in dem Projekte in fünf
Förderlinien mit insgesamt vier Millionen Euro
gefördert werden, die nicht bereits aus dem Landes-
oder Stiftungsprogramm gefördert werden. „Damit
soll jede gute Idee, jedes innovative Projekt eine Förderung
erfahren können”, so Prof. Weiler.
Infos: http://www.rub.de/forschung/research-departments
md
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