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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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| RUBENS 130 |
5. Januar 2009
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Periphere
Probleme
Der Romanistikstudenten Daniel Ganzert organisierte
eine deutsch-italienische Tagung
Die Außenwand am Kulturcafé hat sich verändert
und verleiht der Ruhr-Universität einen weiteren
farbigen Aspekt: Statt der üblichen Anzeigenplakate
präsentiert sich nun am Kulturcafé ein aufwändiges
mit Streich- und Sprühfarbe gestaltetes Wandbild.
Sicherlich haben sich schon viele Passanten gefragt, woher
diese Wandgestaltung stammt und was sie zu bedeuten hat.
Sie ist das sichtbarste Ergebnis einer Initiative des
Romanistikstudenten Daniel Ganzert, der in monatelanger
Vorbereitung das Projekt „Periferia“ organisiert
und Ende November 2008 schließlich durchgeführt
hat.
Unter Schirmherrschaft von Prof. Dr. Gerald Bernhard und
des Romanischen Seminars und unterstützt vom Rektorat
und von zahlreichen Organisationen und Vereinen (Gesellschaft
der Freunde der Ruhr-Universität, Komitee der Italiener
im Ausland COMITES, Kulturbüro Boskop, die Firma
Molotow als Hersteller von Graffiti-Produkten sowie der
Verein University meets Querenburg UMQ), hatten Jugendliche
aus italienischen und deutschen Vorstädten, allesamt
soziale Brennpunkte, zusammen mit Schüler/innen und
Studierenden aus ganz Nordrhein-Westfalen drei Tage lang
Gelegenheit, periphere Wohnviertel und darin angesiedelte
Probleme kennenzulernen und zu diskutieren. Dabei ging
es einerseits um soziale und urbane Verwahrlosung, organisierte
Mafiaclans, Jugendkriminalität, Gewalt und Drogen,
andererseits auch um Alltag und Kultur. Süditalienische
Sozialwohnsiedlungen wurden mit deutschen sozialen Brennpunkten
wie der Hustadt verglichen und analysiert.
Neben Diskussionen und Präsentationen gab es Livekonzerte,
Filmvorführungen, eine Foto- und Leinwandausstellung
(GB, Ebene 02) und eben auch die aufwändige Gestaltung
einer bisher grauen Universitätswand. Das großflächige
Gemälde soll zeigen, wie man das Wissen der Straße
mit dem Wissen der Hochschule vereinen und somit gegenseitige
Vorurteile abbauen kann, und verdeutlichen, wie kooperativ
sich Jugendliche aus sozial problematischen Vorstädten
Neapels (Scampia), Palermos (ZEN), Kalabriens (San Luca),
Roms (Tor Bella Monaca) und Bochums (Hustadt) zusammenfinden
und ihre gemeinsamen Interessen austauschen können.
Das positive Echo auf die Veranstaltung und das neue Wandgemälde
an der Ruhr-Uni können als gelungener Start für
weitere Austauschprojekte von sozial benachteiligten Jugendlichen
und Studierenden angesehen werden.
Daniel
Ganzert/Gerald Bernhard
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