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RUBENS 130

5. Januar 2009

Starthilfe für Tutoren


Zentrale Tutoren-Ausbildung macht fit für den Einsatz


Sie sind die ersten an der Uni, die für frisch von der Schule gekommene Erstsemester einen Namen haben. Diejenigen, die wissen, wann man anfangen sollte, für die erste Klausur zu lernen. Die, die einem sagen können, wie VSPL funktioniert und wie die Datenbank in der Bibliothek das Gesuchte ausspuckt: Tutoren, so unterschiedlich ihre Aufgaben in den verschiedenen Fakultäten sind, machen Erstis den Start erheblich leichter. Dass sie als Tutor selbst auch einen Start hinlegen müssen, vergisst man da leicht.

„Häufig ist es ja so, dass man als Tutor das erste Mal als Leiter vor einer größeren Gruppe steht und sich plötzlich in einer Rolle wiederfindet, auf die man gar nicht vorbereitet ist”, sagt Annette Wolff. Sie bietet an der Ruhr-Uni Lehrgänge für Tutorinnen und Tutoren an, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der einzelnen Fächer. Um fachliche Inhalte des jeweiligen Spezialgebiets geht es dabei weniger. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Wie bereite ich eine Tutorien-Stunde vor? Wie strukturiere ich sie? Wie gehe ich mit der Gruppe um? Wie motiviere ich die Teilnehmer und beziehe sie aktiv ein?
Solche Vorbereitung zahlt sich aus, sowohl für den Tutor als auch für seine Gruppe. „Mich hat die Tutoren-Ausbildung viel sicherer gemacht – auch wenn ich vorher dachte, dass das bestimmt eher überflüssig ist”, sagt Alexander Dehmel, der im 8. Semester Jura studiert und seit drei Semestern als Tutor arbeitet. „Wir haben zum Beispiel geübt, wie man frei vor einer Gruppe spricht und haben uns gegenseitig ein Feedback gegeben. Dabei hat sich herausgestellt, dass ich viel souveräner wirkte, als ich mich selbst fühlte.”
Am zweiten Tag gab es für die zehn angehenden Tutoren, die sich auf eine Ausschreibung der Fakultät beworben hatten, interne Informationen, etwa zur Studienordnung, von Anne Bauer, die das Mentoren-Programm der Juristen koordiniert. „Bei uns bekommt jeder angehende Tutor diese zweitägige Ausbildung”, so Anne Bauer, „das wird schon lange so gehandhabt.” Zum Mentoren-Programm, das komplett aus Studienbeiträgen finanziert wird, gehört neben dem Tutorium im ersten Semester, das vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen und der Orientierung auf dem Campus dient, in den folgenden zwei Semestern eine Betreuung durch wissenschaftliche Mitarbeiter und durch Professoren, die auch von Anfang an als Ansprechpartner zur Verfügung stehen und gelegentlich am Tutorium teilnehmen.

32 Tutorien für 1 Modul

Die Aufgaben der Tutoren in den Wirtschaftswissenschaften sehen ziemlich anders aus. Auch sie sind natürlich Ansprechpartner für elementare Fragen des alltäglichen Unilebens, vor allem aber ergänzen sie als Fachtutoren Vorlesungen und Übungen. Zu jeder Vorlesung gibt es ein Tutorium, dessen Besuch zwar freiwillig ist, sich aber sehr empfiehlt. Denn im Hörsaal sitzen jeweils Hunderte Studierende und das Lehrprogramm ist dicht. Fragen wird man da besser in einer kleineren Gruppe los: 25 Personen bilden jeweils ein Tutorium. Eines zu finden, das in den eigenen Stundenplan passt, fällt nicht schwer, denn die Termine sind zahlreich. Allein zum Teilmodul „Produktionswirtschaft” der Modulklausur „Einführung in die BWL” von Prof. Marion Steven werden 32 Tutorien angeboten. Je vier Gruppen davon werden von Philipp Heinrich und Svenja Lehmann betreut, die im 11. bzw. 6. Semester studieren und zu ihrer Anfangszeit noch nicht das Glück hatten, Tutorien besuchen zu können. Erst mit Einführung der Studienbeiträge wurde dieses Angebot an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften eingeführt.
„Das hat die Lehre auf jeden Fall erheblich verbessert”, sagt Philipp. „Wenn ich dran denke, wie das damals bei uns war – in der Übung konnte man vor lauter eiligem Mitschreiben überhaupt keine Frage stellen.” „Im Hörsaal mit über hundert Leuten hätte man sich das auch kaum getraut”, ergänzt Svenja. Entsprechend hoch waren die Durchfallquoten der Klausuren, die inzwischen stark gesunken sind.
Tutorien werden bei den Wirtschaftswissenschaftlern von jedem Lehrstuhl zu jeder Grundlagenveranstaltung angeboten, so dass Erst- und Zweitsemester jeweils mehrere Tutorien besuchen. Zusätzlicher Anreiz sind am Lehrstuhl Steven die Credit Points, die sich durch regelmäßiges Erscheinen und Erledigen der Hausaufgaben erwirtschaften lassen und die Klausurnote deutlich aufbessern können.
Auch für Philipp und Svenja gehörte die eintägige zentrale Tutoren-Ausbildung bei Annette Wolff automatisch zum Job dazu; sie waren die ersten Wiwi-Fachtutoren, die die Schulung besuchten. Philipp kam daher erst vor seinem zweiten Semester als Tutor in ihren Genuss. „Seit dem Lehrgang gestalte ich meine Stunden interaktiver”, zieht er Bilanz. Auch für Svenja war es wichtig, verschiedene Möglichkeiten gezeigt zu bekommen, wie man Studierende motiviert und zum Mitmachen animiert – aber auch Techniken, den Unterricht persönlicher zu gestalten. „Der Lehrgang hat den Horizont für neue Methoden erweitert. Wir haben dort das pädagogische und psychologische Rüstzeug bekommen”, erzählt sie. „Das macht einen schon sehr viel lockerer.”

Neue Selbstsicherheit

Diese Selbstsicherheit der Tutoren in ihrer Rolle ist es, auf die Annette Wolff (Zentrale Tutoren-Ausbildung) nicht nur mittels Lehrgängen hinarbeitet. Sie hat auch mit der Kommission für Lehre Leitlinien zum Einsatz von Tutorinnen und Tutoren an der RUB entwickelt. „So unterschiedlich die Aufgaben und auch Bezeichnungen von studentischen Tutorien auch sind – manche Tutoren heißen auch studentische Übungsgruppenleiter oder Mentoren – gewissen Qualitätskriterien sollten sie alle genügen”, betont sie. In den Leitlinien findet sich daher eine Definition des Begriffs, die Verantwortlichkeiten werden festgeschrieben, die Aufgaben eines Tutoriums umgrenzt, die Vergütung und Betreuung der Tutoren angesprochen. Alles im Dienste der Qualität der Lehre, zu der ein gutes Tutorium maßgeblich beitragen kann.
Und nicht nur die Lehre profitiert. Wer sich als Tutor engagiert, der hat auch selbst etwas davon: Routine im freien Vortrag auch vor größeren Gruppen, einen Pluspunkt im Lebenslauf. Vor allem aber auch das gute Gefühl, etwas Sinnvolles geleistet zu haben.
Info: http://www.rub.de/tutprogramm/

md
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