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RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
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| RUBENS 130 |
5. Januar 2009
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Neue Steuerung
von Universitäten
650.000
Euro für ein Bochumer Forschungsprojekt
Bologna-Prozess, leistungsorientierte Mittelvergabe, Hochschulräte
und vieles mehr: Was die Reformen und die neue Steuerung
der Universitäten wirklich bringen, erforscht ein
fachübergreifendes Team von Wissenschaftlern der
Ruhr-Uni in den nächsten drei Jahren. Erstmals kommen
in diesem Projekt alle Reformmaßnahmen seit Ende
der 90er-Jahre auf den Prüfstand. Politik- und Verwaltungswissenschaftler,
Juristen und Soziologen der RUB erhalten dafür insgesamt
650.000 Euro vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung (BMBF) und von der Hans-Böckler-Stiftung.
Das Projekt startet am 1. April 2009.
Das Thema ist hoch aktuell: Ende der 1990er-Jahre durch
den Bologna-Prozess ins Rollen gebracht, haben die Hochschulen
inzwischen zahlreiche Maßnahmen ergriffen und Reformen
auf den Weg gebracht. „Binnenmodernisierung”
lautet das Stichwort. Zu den neuen Steuerungsinstrumenten
zählen z. B. Zielvereinbarungen, die Einrichtung
von Hochschulräten, Verfahren der leistungsorientierten
Mittelvergabe – sowohl zwischen Land und Hochschulen
wie auch innerhalb der Hochschulen. Mit dem Ziel, leistungsfähiger
und effizienter zu werden, setzen die Hochschulen mehrere
neue Steuerungsinstrumente gleichzeitig ein. Entsprechend
verändert haben sich die Mechanismen, die dabei ineinandergreifen
– in der sozial- und rechtswissenschaftlichen Forschung
als „Governance-Regime” bezeichnet.
Das interdisziplinäre Forscherteam der RUB untersucht
nun erstmals diese Governance-Regime und damit das Maßnahmenpakt
als Ganzes statt einzelner Aspekte. In den Jahren 2009
bis 2011 erfassen die Forscher alle Reformmaßnahmen
für alle Universitäten in Deutschland, sie dokumentieren
Probleme bei der Umsetzung neuer gesetzlicher Vorgaben
und sie untersuchen die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit
der Universitäten. Anknüpfungspunkte ergeben
sich aus bisherigen Einzel-Studien, u.a. zur Institution
der Hochschulräte.
Die wissenschaftliche Leitung des Projekts liegt bei Prof.
Dr. Jörg Bogumil (Lehrstuhl Vergleichende Stadt-
und Regionalpolitik), Prof. Dr. Rolf G. Heinze (Lehrstuhl
für Allgemeine Soziologie, beide Fakultät für
Sozialwissenschaft) und Prof. Dr. Martin Burgi (Lehrstuhl
für Deutsches und Europäisches Öffentliches
Recht, Juristische Fakultät) in Kooperation mit Dr.
Manfred Wannöffel von der gemeinsamen Arbeitsstelle
RUB/IGM. Das BMBF fördert das Projekt in der Förderinitiative
„Neue Governance der Wissenschaft – Forschung
zum Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft”
mit 412.000 Euro. Die Hans-Böckler-Stiftung stellt
Mittel aus den Forschungsförderschwerpunkten „Zukunft
des Sozialstaats” und „Berufliche und allgemeine
Bildung” in Höhe von 238.000 Euro zur Verfügung.
jw
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