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RUBENS 130

5. Januar 2009

Wilkens, Eysel, Kiss


Die Ruhr-Universität hat drei neue Prorektor/innen

Die neue Verfassung der Ruhr-Uni gibt das Procedere detailliert vor. Deshalb dauerte es etwas länger als früher, bis der Rektor die drei neuen Prorektor/innen bestellen konnte. Doch der Reihe nach: Zunächst hatte Prof. Elmar Weiler zusammen mit einer Kommission die geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten gefunden. Da Prof. Tibor Kiss (Philologie) für eine zweite Amtszeit als Prorektor für Planung, Struktur und Finanzen zur Verfügung stand, schlug der Rektor schließlich zwei neue Kandidat/innen vor: Prof. Uta Wilkens (Arbeitswissenschaft) als Prorektorin für Lehre, Weiterbildung und Medien und Prof. Ulf Eysel (Medizin) als Prorektor für Forschung und Wissenstransfer. Die drei konnten am 20. November bei einer Veranstaltung in Hörsaal HZO 60 die Hochschulöffentlichkeit von sich und ihren Zielen überzeugen. Zwei Tage später wurden sie vom Hochschulrat, der diese Aufgabe erstmals erfüllte, gewählt. Laut Verfassung musste diese Wahl noch durch den Senat bestätigt werden; das geschah am 18. Dezember. Nun ist es Zeit, die drei Neuen vorzustellen – fürs Erste, denn in den nächsten Ausgaben der RUBENS lassen wir sie noch ausführlicher zu Wort kommen.

Prof. Uta Wilkens

Uta Wilkens wurde am 24. April 1967 in Otterndorf (Landkreis Cuxhaven) geboren, ist verheiratet und hat eine sechsjährige Tochter. Sie studierte Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik in Göttingen und an der FU Berlin. Von 1993 bis 1994 arbeitete sie an der FU, danach an der TU Chemnitz als wissenschaftliche Mitarbeiterin im EU-Projekt „Future Working Structures”, aus dem 1998 ihre Promotion zu einem internationalen Vergleich in der Automobilindustrie hervorging. Während der Promotionsphase nahm Uta Wilkens einen vom German Marshall Fund geförderten Forschungsaufenthalt am Economic Policy Institute in Washington D.C. und am MIT wahr. Zwischen 1998 und 2004 arbeitete sie als wissenschaftliche Assistentin an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der TU Chemnitz, deren Gleichstellungsbeauftragte sie zwischen 1997 und 2000 war. 2004 habilitierte Uta Wilkens sich in BWL mit einer Arbeit über personalwirtschaftliche Konsequenzen psychologischer Vertragsbeziehungen in wissensintensiven Unternehmen und folgte dem Ruf an die Wissenschaftliche Hochschule Lahr auf den Lehrstuhl für Allgemeine BWL, Personalmanagement und Organisation. Seit Oktober 2005 hat sie den Lehrstuhl Arbeitsmanagement und Personal am Institut für Arbeitswissenschaft (IAW) der RUB inne. Im Herbst 2006 übernahm sie die Geschäftsführende Leitung des IAW, gibt diese Position aber nun ab. Seit 1993 hat Uta Wilkens über 100 Lehrveranstaltungen in der grundständigen Lehre und der wissenschaftlichen Weiterbildung, darunter Executive Trainings, angeboten. Wichtig sind ihr interaktive Methoden. In der Forschung setzt sie sich zurzeit mit den Zusammenhängen individueller und organisationaler Kompetenzen, den personalwirtschaftlichen Konsequenzen neuer Beschäftigungsformen sowie psychologischen Vertragsbeziehungen auseinander. Sie ist Mitglied im Herausgeber-Beirat der Zeitschrift für Personalforschung und des Jahrbuchs Strategisches Kompetenz-Management sowie Gutachterin für sechs weitere referierte Management-Zeitschriften.

Prof. Ulf Eysel

Ulf Eysel wurde am 3. November 1944 in Mühlhausen (Thüringen) geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Nach Abitur (1964) und Wehrdienst studierte er als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes Medizin an der FU Berlin und ein Jahr lang in den USA. Nach Staatsexamen, Promotion und Approbation war er Forschungs- und Habilitationsstipendiat der DFG. 1975 habilitierte er sich in Berlin im Fach Physiologie und wurde 1976 als C3-Professor für Physiologie an das Universitätsklinikum Essen berufen. 1987 folgte Ulf Eysel einem Ruf auf den Lehrstuhl für Neurophysiologie in der Medizinischen Fakultät der RUB. Er war Gastprofessor an der University of Chicago, am University College London und an den Universitäten von Melbourne und Osaka. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeiten sind Struktur und Funktion, Neuropharmakologie und Plastizität des Sehsystems. An der RUB gründete er 1990 mit Kollegen eine DFG-Forschergruppe und anschließend den SFB „Neuronale Mechanismen des Sehens – Neurovision”, deren Sprecher er über die volle Laufzeit von 18 Jahren bis Ende 2007 war. 1994 erhielt Ulf Eysel den Leibniz Preis der DFG. Er ist Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Zudem arbeitete er für den Senatsausschuss der DFG für die Sonderforschungsbereiche, war Chairman des Review Commitee for Grants des Human Frontier Science Program (HFSP) in Straßburg, Präsident der Deutschen Neurowissenschaftlichen Gesellschaft und Dekan sowie Forschungsdekan der Medizinischen Fakultät der RUB. Er ist Mitglied des Fachkollegium Neurowissenschaften der DFG und evaluiert regelmäßig Forschungsprojekte für nationale und internationale Organisationen. Außerhalb Bochums arbeitet Ulf Eysel als Vorsitzender oder Mitglied verschiedener beratender Gremien für die Forschung in Universitäten und Instituten der Max-Planck Gesellschaft, der Helmholtz und der Leibniz Gemeinschaft.

Prof. Tibor Kiss

Tibor Kiss wurde am 25. September 1962 in Wuppertal geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder aus erster Ehe. Er hat in Wuppertal und Stuttgart theoretische Linguistik, Philosophie und germanistische Linguistik studiert. Nach dem Abschluss des Studiums war er 1989 an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig, anschließend von 1990 bis 1999 Angestellter der Firma IBM Deutschland. Sein Aufgabengebiet dort war die Entwicklung linguistischer Ressourcen für unterschiedliche Bereiche der Sprachverarbeitung, insbesondere die Grammatikentwicklung für öffentliche und privatwirtschaftliche Projekte zum Textverstehen und zur maschinellen Übersetzung. Promotion und Habilitation erfolgten jeweils an der Universität Wuppertal in den Jahren 1993 und 1996. Seit Mai 1999 ist Tibor Kiss Inhaber des Lehrstuhls für theoretische Linguistik und multimediale Computerlinguistik am Sprachwissenschaftlichen Institut der Ruhr-Universität. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt liegt in der Nutzbarmachung elektronischer Ressourcen für eine empirisch fundierte formale Grammatikschreibung. In den Jahren 1993 bis 1998 war er Mitglied der Redaktion der Zeitschrift für Sprachwissenschaft, dem offiziellen Organ der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS), von 1995 bis 1999 war Tibor Kiss Sprecher der Sektion Computerlinguistik der DGfS. An der Ruhr-Universität hat er seit 2000 an der Einrichtung und Umsetzung des fakultätsübergreifenden Studiengangs Angewandte Informatik mitgewirkt, von 2004 bis 2006 als Studiendekan. Als Vorsitzender der Lehrkommission der Fakultät für Philologie hat Tibor Kiss 2001 die Einführung der gestuften Studiengänge begleitet. Seit Dezember 2006 ist er Prorektor für Planung, Struktur und Finanzen.

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