Wilkens, Eysel, Kiss
Die Ruhr-Universität hat drei neue Prorektor/innen
Die neue Verfassung der Ruhr-Uni gibt das Procedere
detailliert vor. Deshalb dauerte es etwas länger
als früher, bis der Rektor die drei neuen Prorektor/innen
bestellen konnte. Doch der Reihe nach: Zunächst hatte
Prof. Elmar Weiler zusammen mit einer Kommission die geeigneten
Kandidatinnen und Kandidaten gefunden. Da Prof. Tibor
Kiss (Philologie) für eine zweite Amtszeit als Prorektor
für Planung, Struktur und Finanzen zur Verfügung
stand, schlug der Rektor schließlich zwei neue Kandidat/innen
vor: Prof. Uta Wilkens (Arbeitswissenschaft) als Prorektorin
für Lehre, Weiterbildung und Medien und Prof. Ulf
Eysel (Medizin) als Prorektor für Forschung und Wissenstransfer.
Die drei konnten am 20. November bei einer Veranstaltung
in Hörsaal HZO 60 die Hochschulöffentlichkeit
von sich und ihren Zielen überzeugen. Zwei Tage später
wurden sie vom Hochschulrat, der diese Aufgabe erstmals
erfüllte, gewählt. Laut Verfassung musste diese
Wahl noch durch den Senat bestätigt werden; das geschah
am 18. Dezember. Nun ist es Zeit, die drei Neuen vorzustellen
– fürs Erste, denn in den nächsten Ausgaben
der RUBENS lassen wir sie noch ausführlicher zu Wort
kommen.
Prof. Uta Wilkens
Uta Wilkens wurde am 24. April 1967 in Otterndorf (Landkreis
Cuxhaven) geboren, ist verheiratet und hat eine sechsjährige
Tochter. Sie studierte Betriebswirtschaftslehre und
Wirtschaftspädagogik in Göttingen und an der
FU Berlin. Von 1993 bis 1994 arbeitete sie an der FU,
danach an der TU Chemnitz als wissenschaftliche Mitarbeiterin
im EU-Projekt „Future Working Structures”,
aus dem 1998 ihre Promotion zu einem internationalen
Vergleich in der Automobilindustrie hervorging. Während
der Promotionsphase nahm Uta Wilkens einen vom German
Marshall Fund geförderten Forschungsaufenthalt
am Economic Policy Institute in Washington D.C. und
am MIT wahr. Zwischen 1998 und 2004 arbeitete sie als
wissenschaftliche Assistentin an der Fakultät für
Wirtschaftswissenschaften der TU Chemnitz, deren Gleichstellungsbeauftragte
sie zwischen 1997 und 2000 war. 2004 habilitierte Uta
Wilkens sich in BWL mit einer Arbeit über personalwirtschaftliche
Konsequenzen psychologischer Vertragsbeziehungen in
wissensintensiven Unternehmen und folgte dem Ruf an
die Wissenschaftliche Hochschule Lahr auf den Lehrstuhl
für Allgemeine BWL, Personalmanagement und Organisation.
Seit Oktober 2005 hat sie den Lehrstuhl Arbeitsmanagement
und Personal am Institut für Arbeitswissenschaft
(IAW) der RUB inne. Im Herbst 2006 übernahm sie
die Geschäftsführende Leitung des IAW, gibt
diese Position aber nun ab. Seit 1993 hat Uta Wilkens
über 100 Lehrveranstaltungen in der grundständigen
Lehre und der wissenschaftlichen Weiterbildung, darunter
Executive Trainings, angeboten. Wichtig sind ihr interaktive
Methoden. In der Forschung setzt sie sich zurzeit mit
den Zusammenhängen individueller und organisationaler
Kompetenzen, den personalwirtschaftlichen Konsequenzen
neuer Beschäftigungsformen sowie psychologischen
Vertragsbeziehungen auseinander. Sie ist Mitglied im
Herausgeber-Beirat der Zeitschrift für Personalforschung
und des Jahrbuchs Strategisches Kompetenz-Management
sowie Gutachterin für sechs weitere referierte
Management-Zeitschriften.
Prof. Ulf Eysel
Ulf Eysel wurde am 3. November 1944 in Mühlhausen
(Thüringen) geboren, ist verheiratet und hat zwei
Kinder. Nach Abitur (1964) und Wehrdienst studierte
er als Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen
Volkes Medizin an der FU Berlin und ein Jahr lang in
den USA. Nach Staatsexamen, Promotion und Approbation
war er Forschungs- und Habilitationsstipendiat der DFG.
1975 habilitierte er sich in Berlin im Fach Physiologie
und wurde 1976 als C3-Professor für Physiologie
an das Universitätsklinikum Essen berufen. 1987
folgte Ulf Eysel einem Ruf auf den Lehrstuhl für
Neurophysiologie in der Medizinischen Fakultät
der RUB. Er war Gastprofessor an der University of Chicago,
am University College London und an den Universitäten
von Melbourne und Osaka. Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen
Arbeiten sind Struktur und Funktion, Neuropharmakologie
und Plastizität des Sehsystems. An der RUB gründete
er 1990 mit Kollegen eine DFG-Forschergruppe und anschließend
den SFB „Neuronale Mechanismen des Sehens –
Neurovision”, deren Sprecher er über die
volle Laufzeit von 18 Jahren bis Ende 2007 war. 1994
erhielt Ulf Eysel den Leibniz Preis der DFG. Er ist
Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften
und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.
Zudem arbeitete er für den Senatsausschuss der
DFG für die Sonderforschungsbereiche, war Chairman
des Review Commitee for Grants des Human Frontier Science
Program (HFSP) in Straßburg, Präsident der
Deutschen Neurowissenschaftlichen Gesellschaft und Dekan
sowie Forschungsdekan der Medizinischen Fakultät
der RUB. Er ist Mitglied des Fachkollegium Neurowissenschaften
der DFG und evaluiert regelmäßig Forschungsprojekte
für nationale und internationale Organisationen.
Außerhalb Bochums arbeitet Ulf Eysel als Vorsitzender
oder Mitglied verschiedener beratender Gremien für
die Forschung in Universitäten und Instituten der
Max-Planck Gesellschaft, der Helmholtz und der Leibniz
Gemeinschaft.
Prof. Tibor Kiss
Tibor Kiss wurde am 25. September 1962 in Wuppertal
geboren, ist verheiratet und hat drei Kinder aus erster
Ehe. Er hat in Wuppertal und Stuttgart theoretische
Linguistik, Philosophie und germanistische Linguistik
studiert. Nach dem Abschluss des Studiums war er 1989
an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken
als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig, anschließend
von 1990 bis 1999 Angestellter der Firma IBM Deutschland.
Sein Aufgabengebiet dort war die Entwicklung linguistischer
Ressourcen für unterschiedliche Bereiche der Sprachverarbeitung,
insbesondere die Grammatikentwicklung für öffentliche
und privatwirtschaftliche Projekte zum Textverstehen
und zur maschinellen Übersetzung. Promotion und
Habilitation erfolgten jeweils an der Universität
Wuppertal in den Jahren 1993 und 1996. Seit Mai 1999
ist Tibor Kiss Inhaber des Lehrstuhls für theoretische
Linguistik und multimediale Computerlinguistik am Sprachwissenschaftlichen
Institut der Ruhr-Universität. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt
liegt in der Nutzbarmachung elektronischer Ressourcen
für eine empirisch fundierte formale Grammatikschreibung.
In den Jahren 1993 bis 1998 war er Mitglied der Redaktion
der Zeitschrift für Sprachwissenschaft, dem offiziellen
Organ der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft
(DGfS), von 1995 bis 1999 war Tibor Kiss Sprecher der
Sektion Computerlinguistik der DGfS. An der Ruhr-Universität
hat er seit 2000 an der Einrichtung und Umsetzung des
fakultätsübergreifenden Studiengangs Angewandte
Informatik mitgewirkt, von 2004 bis 2006 als Studiendekan.
Als Vorsitzender der Lehrkommission der Fakultät
für Philologie hat Tibor Kiss 2001 die Einführung
der gestuften Studiengänge begleitet. Seit Dezember
2006 ist er Prorektor für Planung, Struktur und
Finanzen.
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