Tanzallianz
Ruhr-Uni
und Folkwang Hochschule kooperieren bei einer Werkwoche
zum Tanz
Kulturhauptstadtjahr und Universitätsallianz
– beides Mal sitzen die größten Städte
und Hochschulen des Ruhrgebiets gemeinsam im Boot. Aber
auch jenseits der Initiativen für 2010 gab und gibt
es Kooperationen: beispielsweise zwischen der Folkwang
Hochschule und der RUB. Zurzeit wird eine Werkwoche zum
Thema „Tanz Macht Raum – Raum Macht Tanz“
im Rahmen von „tanzplan essen 2010“ vorbereitet.
Die Werkwoche mit integrierter Tagung findet vom 22. bis
25. April 2009 in Bochum statt. Sie will sich dem Spannungsfeld
von Tanz und Raum aus politischer, sozialer und ästhetischer
Perspektive annähern. Teilnehmen werden angehende
Choreograph/innen der Folkwang Hochschule sowie Studierende
der Theaterwissenschaft (Schwerpunkt Tanztheater) der
Ruhr-Uni. Der Werkwoche vorgeschaltet ist ein Seminar
am Institut für Theaterwissenschaft der RUB: Im Wintersemester
2008/09 setzen sich die Bochumer und Essener Studierenden
mit Fragen und möglichen Erscheinungsformen von Tanz
und Raum praktisch wie theoretisch auseinander.
In der ersten Hälfte des Seminars wurden theoretische
Texte behandelt, um sich mit dem Thema vertraut zu machen.
In Gruppen haben die Studierenden zunächst Texte
erarbeitet und diese anschließend vorgestellt. Neben
der inhaltlichen Vermittlung der Texte war auch die Art
der Präsentation von Interesse – von der künstlerisch-wissenschaftlichen
Darstellungsform lecture performance bis hin zur technischen
PowerPoint Präsentation. Abgeschlossen wurde der
erste Seminarteil mit dem Besuch einer Tanzaufführung
auf PACT Zollverein, die anschließend nach den im
Seminar erarbeiteten Prämissen analysiert wurde.
Durchlässige Grenzen
Für den zweiten Teil des Seminars haben sich die
Studierenden in Projektgruppen aufgeteilt, um eigenen
Fragestellungen und Aspekten von Tanz und Raum nachzugehen
und diese zu Projekten auszuarbeiten. Auch hier sind
unterschiedlichste Beitragsformate ausdrücklich
erwünscht – vom klassischen Vortrag bis zur
Performance, vom Round-Table bis zum Poster oder zur
Installation. Viele der teilnehmenden Studierenden reizt
vor allem diese Kombination aus Theorie und Praxis:
„Ich finde besonders klasse, dass theoretisches
Wissen durch den Bezug zur Praxis intensiviert wird
bzw. beides sinnvoll verknüpft wird“, erklärt
Laura Richters, die an der RUB Germanistik und Theaterwissenschaft
studiert.
An den ersten beiden Tagen der Werkwoche „Tanz
Macht Raum – Raum Macht Tanz“ sollen die
Arbeiten der Studierenden zum Abschluss gebracht und
vor allem einem Publikum vorgestellt werden. Diesem
Gesichtspunkt des Projekts misst die Seminarleiterin
PD Dr. Monika Woitas große Bedeutung bei: „In
meiner bisherigen Lehrerfahrung an verschiedenen Universitäten
habe ich festgestellt, dass Projekte, die über
die sonstigen Anforderungen eines Seminars hinausgehen,
Studierende in besonderer Weise motivieren. Das mag
daran liegen, dass erarbeitetes Wissen häufig erstmals
einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich
gemacht wird.“
Die an den beiden folgenden Tagen stattfindende Tagung
soll nicht nur den Schlusspunkt eines intensiven Wissensaustausches
bilden, sondern zugleich ein Plädoyer für
die Durchlässigkeit von Räumen sein: „Die
Werkwoche ist selbst ein offener Raum, der Wissensaustausch
über oft noch undurchlässige Grenzen ermöglichen
soll: zwischen den Disziplinen, zwischen Praxis und
Theorie, zwischen Nachwuchs und Etablierten“,
fasst Annette Hartmann das Konzept der Werkwoche zusammen,
das die Doktorandin und Lehrbeauftrage gemeinsam mit
Dr. Monika Woitas erarbeitet hat.
Infos: tanzplan essen 2010 wird gefördert
von Tanzplan Deutschland. Tanzplan Deutschland ist eine
Initiative der Kulturstiftung des Bundes; http://www.tanzplan-essen-2010.de.
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