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RUBENS 128

1. November 2008

19 auf einen Schlag


Die Ruhr-Uni ernennt so viele neue Professoren wie nie zuvor

So viel auf einmal gab es noch nie. Ob Sozialwissenschaft, Medizin, Maschinenbau oder Philologie – beinahe jede Fakultät der RUB bekommt zum gerade gestarteten Wintersemester eine neue Professorin oder einen neuen Professor. RUBENS nimmt sich viel Zeit und viel Platz, um sie alle zu zeigen. Aber: Diese 19 sind nur das vorläufige Ergebnis, die Zahl der Neuberufungen wird im Laufe des Semesters noch weiter steigen, allein vier weitere neue Professor/innen werden zum 1.11. neu ernannt; auch darüber werden wir berichten.

Prof. Dr. Ingo Steinbach verstärkt mit seinem Lehrstuhl „Scalebridging Thermodynamic and Kinetic Simulation“ das Direktorenteam des Materialforschungszentrums ICAMS. Er erforscht die mikrostrukturelle Entwicklung in kristallinen Materialien im Rahmen der Phasen-Feld-Theorie. Hier werden Bewegungsgleichungen für die Korn- und Phasengrenzen sowie Erhaltungsgleichungen für Energie und Stoffzusammensetzung hergeleitet. Ihre Lösung auf dem Computer simuliert virtuell die Entstehung bzw. den Zerfall von Materialien. Ziel ist die Entwicklung neuartiger, vielleicht sogar intelligenter Materialien. Ingo Steinbach studierte Physik in München (LMU), Wuppertal und an der RUB, wo er sein Diplom erwarb und vier Jahre lang im Fachbereich Theoretische Physik arbeitete. Seinen Doktor machte er an der RWTH Aachen. Am dortigen An-Institut Access e.V. leitete Prof. Steinbach die AG Mikrostruktur-Simulation. Jetzt hofft er (wie seine beiden ICAMS Kollegen) auf den Ansturm von Studenten und Doktoranden, die mit ICAMS erforschen wollen, was die Welt der Werkstoffe zusammenhält.

Jun.-Prof. Dr. Dr. Christian Tapp ist seit August Juniorprofessor für Philosophisch-Theologische Grenzfragen an der Katholisch-Theologischen Fakultät. Er leitet die Nachwuchsforschergruppe „Infinitas Dei“, die durch das Emmy-Noether-Programm der DFG gefördert wird. Sie beschäftigt sich mit der traditionellen Lehre von der Unendlichkeit Gottes in Theologie und Religionsphilosophie, gespiegelt an Endlichkeitsannahmen in Anthropologie und Naturwissenschaften. Christian Tapp studierte Mathematik, Philosophie, Katholische Theologie und Geschichte der Naturwissenschaften in Bonn, Münster, Freiburg und München. Mathematik schloss er mit einem Diplom und Katholische Theologie mit einem Lizentiat ab. Er wurde 2004 an der LMU München zum Dr. rer. nat. promoviert, 2007 zum Dr. phil. im Fach Philosophie. Nach weiteren Stationen in Göttingen, Pittsburgh und Innsbruck kam er an die RUB.


Neu am Lehrstuhl für Elektronische Mess- und Schaltungstechnik (Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik) ist Prof. Dr.-Ing. Thomas Musch. Er ist an der Ruhr-Universität kein Unbekannter: Bis 1994 studierte er hier und war anschließend Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Hochfrequenztechnik der Ruhr-Uni. Sowohl seine Diplomarbeit (1994) als auch seine Dissertation (2000) wurden vom VDE prämiert. Anfang 2003 wechselte Thomas Musch in die Industrie und arbeitete bis zu seiner Rückkehr nach Bochum in verschiedenen Funktionen bei der Krohne Messtechnik GmbH & Co. KG: zunächst als Hardware-Entwickler im Bereich Forschung & Entwicklung, später als Projektleiter und als Leiter der Forschung & Entwicklung im Geschäftsbereich Füllstandmesstechnik und zuletzt als Leiter der Zentralen Forschung. Dabei war Thomas Musch unter anderem auch für die Forschungskooperationen mit Universitäten verantwortlich.

Den Bereich Klassische Archäologie an der Fakultät für Geschichtswissenschaft deckt fortan Prof. Dr. Erwin Kistler ab. Als aktuelle Forschungsprojekte nennt er kulturelle Kontakte und soziale Settings von Objekten und Technologien im vorrömischen Mittelmeerraum sowie die Wohn- und Siedlungsweisen im archaischen Westsizilien. Der gebürtige Schweizer studierte ab 1989 Klassische Archäologie (mit den Nebenfächern Alte Geschichte und Philosophie) in Zürich. Seit 1992 nimmt er an den regelmäßigen Ausgrabungen des Archäologischen Instituts der Uni Zürich auf dem Monte Iato (Sizilien) teil, zunächst als Student, später als Wissenschaftler. 1998 wurde Erwin Kistler promoviert, kurz darauf startete sein per Stipendium gefördertes Habilitationsprojekt zu „Griechischen Keltenbildern“; Ende 2004 wurde ihm die venia legendi für das Gebiet Klassische Archäologie erteilt; es folgten verschiedene Lehrstuhlvertretungen und weitere Forschungen auf dem Monte Iato.

Den Lehrstuhl für Moraltheologie (Katholische Theologie) hat seit Oktober Prof. Dr. Christof Breitsameter inne. Bereits seit 2006 arbeitet er hier als Lehrbeauftragter. Er forscht u.a. über Identität und Moral in der modernen Gesellschaft, über die Theorie ethischer Gefühle, zum Verhältnis von Natur und Moral, und er fragt, was Werte bzw. Wertsysteme leisten können. Zudem soll zusammen mit dem Förderverein des Lukas-Hospiz Herne und dem Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin eine Forschungsstelle zum Thema “end-of-life decision making” eingerichtet werden. Christof Breitsameter studierte zunächst zwei Jahre lang Philosophie an der Hochschule für Philosophie S.J. in München, ehe er 1987 sein Studium der Katholischen Theologie an der Ludwig-Maximilians-Uni (LMU) aufnahm; parallel dazu setzte er bis 1990 sein Philosophiestudium im schweizerischen Freiburg fort. Während des Studiums war Breitsameter Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. 2001 wurde er an der LMU promoviert, 2006 habilitierte er sich dort.

Ebenfalls neu an der Katholisch-Theologischen Fakultät ist Prof. Dr. Thomas Söding mit seinem Bereich Theologie und Exegese des Neuen Testaments. Er studierte Katholische Theologie, Germanistik und Geschichte in Münster, erwarb 1979 sein Diplom in Katholischer Theologie und bestand 1980 das Erste Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien. Anschließend blieb er am Seminar für Neutestamentliche Exegese der Uni Münster. Thomas Söding wurde 1985 promoviert, arbeitete dann als Dozent für Exegese am Bischöflichen Priesterseminar Hildesheim und habilitierte sich 1991 in Münster. Von April 1993 bis zu seinem Ruf an die RUB war er Professor für Katholische Theologie in Wuppertal. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen u. a. die Hermeneutik des Neuen Testaments, Gott in der Theologie des Neuen Testaments, sowie Jesus und die Christologie des Neuen Testaments.

Prof. Dr. Tamara Nestorovi gehört seit Oktober zur Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften. Sie besetzt den Bereich Mechanik adaptiver Systeme und erforscht u.a. Regelungsmethoden für den Entwurf intelligenter Strukturen und die Anwendung und Entwicklung robuster und stabiler Regler-Algorithmen. Tamara Nestorovi studierte Maschinenbau in Niš. Sie erwarb zunächst ein Diplom und anschließend einen (in Serbien höherwertigen) Master. 2001 wechselte sie ans Institut für Mechanik der Uni Magdeburg, wo sie 2005 promoviert wurde. Nach einem Intermezzo am Fraunhofer Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung Magdeburg arbeitete Prof. Nestorovi bis zu ihrem Wechsel nach Bochum beim in Magdeburg angesiedelten DFG-Projekt „Entwicklung und experimentelle Verifikation adaptiver Regler-Algorithmen für adaptive mechanische Systeme“.

An der Juristischen Fakultät wird der Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung, Handels- und Wirtschaftsrecht nun von Prof. Dr. Renate Schaub geleitet. Sie studierte ab 1987 Rechtswissenschaften an der Uni Erlangen-Nürnberg und legte 1992 die erste Juristische Staatsprüfung ab. Im Anschluss daran absolvierte sie ein Postgraduiertenstudium in Bristol und erwarb den Master of Laws (LL.M.). Es folgte 1995 in München die zweite Juristische Staatsprüfung. Danach arbeitete Renate Schaub als Wissenschaftliche Angestellte bzw. Assistentin am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Europäische Rechtsgeschichte und Versicherungsrecht der Uni Tübingen. Hier wurde sie 1999 promoviert und habilitierte sich 2004. Bevor sie nach Bochum kam, besetzt Prof. Schaub den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht und Rechtsvergleichung an der Uni Göttingen.

Die Juniorprofessur für Gesundheit und Sozialstruktur (Fakultät für Sozialwissenschaft) besetzt Jun.-Prof. Dr. Anja Hartmann. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen u.a. Gesundheitsversorgung und -förderung, die Entwicklung des Dienstleistungssektors in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft oder die Technologie-, Innovations- und Risikoforschung am Beispiel Telemedizin und Medizintechnik. Anja Hartmann studierte bis 1997 Sozialwissenschaft an der RUB. Schon in der Dissertation wendete sie sich dem Thema Gesundheit zu und verglich die Gesundheitssysteme in Deutschland und den Niederlanden. Seit ihrer Promotion (2000) arbeitet sie als Wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, Arbeits- und Wirtschaftssoziologie der RUB. Von Frühjahr 2007 bis Herbst 2008 koordinierte Dr. Hartmann den Wissenschaftsverbund „Gesellschaftlicher Wandel und Zukunft des Alterns.“

Zum Wintersemester 08/09 hat die Fakultät für Sozialwissenschaft ebenfalls die Juniorprofessur Gender Studies besetzt: Jun.-Prof. Dr. Katja Sabisch setzt u.a. folgende Forschungsschwerpunkte: Geschlechter- und Wissenschaftsforschung, Körper- und Wissenschaftsgeschichte sowie Diskurs- und Denkstiltheorie. Katja Sabisch studierte bis 2002 Soziologie in Bielefeld. Anschließend nahm sie dort am Promotionsstudiengang der International Graduate School in Sociology teil und war parallel dazu assoziiertes Mitglied des Bielefelder Graduiertenkollegs „Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft“ sowie Wissenschaftliche Mitarbeiterin der interdisziplinären Emmy Noether Forschungsgruppe „Kulturgeschichte des Menschenversuchs“ der Uni Bonn. Nach ihrer Promotion (2007) arbeitete Katja Sabisch am Institut für Geschichte der Medizin der Uni Düsseldorf.

Prof. Dr. Raphael Stoll hat zum 1. Oktober 2008 den Ruf auf eine Professur für Biomolekulare Spektroskopie an der Fakultät für Chemie und Biochemie angenommen. Seine Forschung konzentriert sich auf Struktur-Funktionsuntersuchungen medizinisch-relevanter Biomoleküle. Dazu gehören u.a. (Onko-)Proteine und Tumorsuppressoren, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung des malignen Melanoms und des Wilms’ Tumors spielen. Raphael Stoll ist seit 2004 Teilprojektleiter im Sonderforschungsbereich 642 der DFG sowie seit 2006 Mitglied im Graduiertenkolleg INTCHEM, das von der EU gefordert wird. Raphael Stoll studierte als Stipendiat der Studienstiftung und des DAAD von 1990 bis 1996 Physiologische Chemie und Biochemie in Tübingen und Oxford. Seinen Doktortitel erwarb er am Max Planck Institut für Biochemie in München und ging danach als DAAD- und Emmy-Noether-Stipendiat an das Scripps-Institut in Kalifornien. 2003 nahm Raphael Stoll einen Ruf auf eine Juniorprofessur für Biomolekulare Chemie an der RUB an. 2007 erhielt er einen Ruf auf eine Professur für Strukturbiochemie an der Uni Nizza.

Mit seinem Schwerpunkt Laseranwendungstechnik verstärkt Prof. Dr.-Ing. Andreas Ostendorf die Fakultät für Maschinenbau. Unter anderem forscht er an der Femtosekunden-Technik, an der Mikro- und Nanosteuerung und an Laser-Schweißtechniken. Andreas Ostendorf studierte von 1989 bis 1994 Elektrotechnik in Hannover. 1995 kam er an das Laser-Zentrum Hannover, dem er seitdem in verschiedenen Funktionen angehört. Zuletzt war er Vorstandssprecher. Im Januar 2008 wurde Prof. Ostendorf zudem zum Präsidenten des Laser Institute of America gewählt. Er gehört außerdem verschiedenen Sonderforschungsbereichen (SFB) und Forschergruppen an. Dazu zählen der SFB/TR 37 „Mikro- und Nanosysteme in der Medizin – Rekonstruktion biologischer Funktionen“ und der SFB 675 „Erzeugung hochfester metallischer Strukturen und Verbindungen durch gezieltes Einstellen lokaler Eigenschaften“.

Im September 2002 kam er als allererster Juniorprofessor an die Ruhr-Uni, im Oktober 2008 wurde Prof. Dr. Eckhard Hofmann zum Universitätsprofessor für Röntgenstrukturanalyse an Proteinen (Fakultät für Biologie und Biotechnologie) ernannt. In den letzten Jahren hat Prof. Hofmann beispielsweise die 3-D-Struktur von Proteinen mit der Röntgenstrukturanalyse erforscht. Er konzentrierte sich zunächst auf Proteine aus dem Photosyntheseapparat von Algen und Bakterien, ein weiterer Schwerpunkt waren membrangebundenen Proteine. Im Idealfall ermöglichen die Ergebnisse das Wirkstoff-Design für neue Medikamente. Eckhard Hofmann studierte Physik in Freiburg und Sussex und erwarb ein Bakkalaureus-Diplom (1990) und ein Diplom (1995). Während des Studiums arbeitete er als wissenschaftliche Hilfskraft am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme Freiburg. 1995 wechselte seine Arbeitsgruppe nach Konstanz. 1999 wurde Hofmann dort promoviert. 2000 ging er an das Max Planck Institut für Medizinische Forschung in Heidelberg.

Frisch an die Fakultät für Philologie ist Prof. Dr. Eva Belke gewechselt. Sie deckt dort ab sofort den Bereich Computational Psycholinguistics ab. Am Germanistischen Institut ist sie seit dem Sommersemester 2005 bereits viermal als Lehrbeauftragte tätig gewesen. Eva Belke studierte bis 1998 Linguistik (Schwerpunkt: Klinische Linguistik) mit den Nebenfächern Psychologie und Mathematik an der Uni Bielefeld. In ihrer anschließenden Dissertation setzte sie den Schwerpunkt auf die Psycholinguistik und auf die Erforschung von Sprachproduktionsprozessen. Nach der Promotion (2002) forschte und lehrte sie drei Jahre lang an der Uni Birmingham und an der Aston University in Birmingham. 2005 kehrte sie an die Universität Bielefeld zurück, wo sie sich 2008 habilitierte. Zuletzt wurde Prof. Belke von der Volkswagen Stiftung im Rahmen eines Dilthey Fellowships gefördert.

Kryptografische Verfahren und Sicherheitsmodelle verantwortet Jun.-Prof. Dr. Frederik Armknecht fortan an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. Dabei geht es beispielsweise um Quantencomputer, Quantenkryptografie, Sicherheit in Kommunikationsnetzwerken oder um das Operieren mit verschlüsselten Daten. Frederik Armknecht studierte bis 2002 Mathematik mit dem Nebenfach Informatik an der TH Karlsruhe; anschließend promovierte er dort am Lehrstuhl für Theoretische Informatik. Im Juni 2006 wechselte er in die Industrie und arbeitete ein Jahr lang im Forschungsteam der Network Laboratories der NEC Europe Ltd in Heidelberg, sein Schwerpunkt war auch dort die Sicherheit in Kommunikationsnetz-werken. Im Juli 2007 kam Frederik Armknecht als Postdoktorand an den Lehrstuhl für Systemsicherheit der Ruhr-Universität.

Kompetenz- und Personalentwicklung sind die Schwerpunkte von Jun.-Prof. Dr. Marc Solga, mit denen er nun zur Fakultät für Psychologie gehört. In seinen Forschungsprojekten beschäftigte er sich zuletzt u. a. mit dem Lerntransfer als Citizenship Performance oder den Effekten erlebter Rechenschaftsverpflichtung auf Facetten beruflicher Leistung. Marc Solga studierte von 1994 bis 2001 an der FU Berlin Psychologie. Danach wechselte er ans Psychologische Institut der Universität Mainz, wo er bis September 2003 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war. In gleicher Funktion kam er im Oktober 2003 an die Universität Bonn. Parallel dazu arbeitete Marc Solga ab Juli 2003 als Assistent des geschäftsführenden Herausgebers und der Redaktionsleitung der Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie. 2007 wurde er in Bonn promoviert.

Als vom Land NRW geförderter Rückkehrer kam Jun.-Prof. Dr. Lars Leichert von Michigan (University of Michigan in Ann Arbor) nach Bochum. Der Biochemiker leitet – unter dem Dach des Proteomcenters in der Medizinischen Fakultät – mit Landesmitteln eine eigene Forschergruppe (Redox-Proteomics) an der Ruhr-Uni. Schwerpunkt ist die Erforschung von Sauerstoffstress in Zellen, der unter anderem für Alterungsprozesse und Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs verantwortlich gemacht wird. Lars Leichert studierte zunächst Chemie an der Universität Heidelberg, später Biochemie an der Universität Greifswald. 2002 ging er in die USA. Geplant waren zunächst drei Jahre, letztlich wurden sechs daraus. Dass er sich bei seiner Rückkehr für die Ruhr-Universität Bochum entschied, hat auch mit dem Bochumer Dual Career Konzept zu tun (s. Julia Bandow).

Zusammen mit Dr. Lars Leichert kehrt auch dessen Ehefrau Jun.-Prof. Dr. Julia Bandow von Michigan nach Deutschland zurück. An der RUB besetzt sie die Juniorprofessur für Mikrobielle Antibiotika-Forschung (Fakultät für Biologie und Biotechnologie). Julia Bandow studierte ab 1993 Biologie an der Universität Greifswald und spezialisierte sich dort rasch in den Bereichen Mikrobiologie und Molekularbiologie sowie in Genetik und Virologie. 1998 machte sie ihr Diplom und blieb zunächst vier weitere Jahre in Greifswald, wo sie im Jahre 2002 promoviert wurde. Direkt im Anschluss wechselte Dr. Bandow ins Forscherteam des Pharmaunternehmens Pfizer Global R&D in Ann Arbor (Michigan), zunächst arbeitete sie dort als sog. Senior Scientist, seit 2005 und bis zu ihrer Rückkehr nach Deutschland als Principal Scientist.
Foto: Damian Gorczany

Prof. Dr. Albert Sickmann ist der erste Professor der RUB nach dem sog. Jülicher Modell. Er besetzt eine Professur für Angewandte Proteomik in der Medizinischen Fakultät und ist gleichzeitig im ISAS (Institute for Analytical Sciences) in Dortmund als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Albert Sickmann kennt die Ruhr-Uni bereits sehr gut. Er studierte hier zwischen 1994 und 1998 Biochemie und verfasste anschließend seine Dissertation zum Thema „Proteomanalyse des humanen Liquor Cerebrospinalis“. Die Arbeit wurde mit einem Preis der Fakultät für Chemie ausgezeichnet. Im Dezember 2002 wurde Albert Sickmann zum Juniorprofessor für Proteinfunktion/Proteomics ernannt; im März 2003 übernahm er die Leitung der Abteilung Protein-Massenspektrometrie am Rudolf-Virchow Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Uni Würzburg und wurde dort im Mai 2007 zum Professor für Proteinanalytik berufen.

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Letzte Änderung: 31.10.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik