19 auf einen Schlag
Die Ruhr-Uni ernennt so viele neue Professoren wie nie
zuvor
So viel auf einmal gab es noch nie. Ob Sozialwissenschaft,
Medizin, Maschinenbau oder Philologie – beinahe
jede Fakultät der RUB bekommt zum gerade gestarteten
Wintersemester eine neue Professorin oder einen neuen
Professor. RUBENS nimmt sich viel Zeit und viel Platz,
um sie alle zu zeigen. Aber: Diese 19 sind nur das vorläufige
Ergebnis, die Zahl der Neuberufungen wird im Laufe des
Semesters noch weiter steigen, allein vier weitere neue
Professor/innen werden zum 1.11. neu ernannt; auch darüber
werden wir berichten.
Prof. Dr. Ingo Steinbach verstärkt
mit seinem Lehrstuhl „Scalebridging Thermodynamic
and Kinetic Simulation“ das Direktorenteam des
Materialforschungszentrums ICAMS. Er erforscht die mikrostrukturelle
Entwicklung in kristallinen Materialien im Rahmen der
Phasen-Feld-Theorie. Hier werden Bewegungsgleichungen
für die Korn- und Phasengrenzen sowie Erhaltungsgleichungen
für Energie und Stoffzusammensetzung hergeleitet.
Ihre Lösung auf dem Computer simuliert virtuell
die Entstehung bzw. den Zerfall von Materialien. Ziel
ist die Entwicklung neuartiger, vielleicht sogar intelligenter
Materialien. Ingo Steinbach studierte Physik in München
(LMU), Wuppertal und an der RUB, wo er sein Diplom erwarb
und vier Jahre lang im Fachbereich Theoretische Physik
arbeitete. Seinen Doktor machte er an der RWTH Aachen.
Am dortigen An-Institut Access e.V. leitete Prof. Steinbach
die AG Mikrostruktur-Simulation. Jetzt hofft er (wie
seine beiden ICAMS Kollegen) auf den Ansturm von Studenten
und Doktoranden, die mit ICAMS erforschen wollen, was
die Welt der Werkstoffe zusammenhält.
Jun.-Prof. Dr. Dr. Christian Tapp
ist seit August Juniorprofessor für Philosophisch-Theologische
Grenzfragen an der Katholisch-Theologischen Fakultät.
Er leitet die Nachwuchsforschergruppe „Infinitas
Dei“, die durch das Emmy-Noether-Programm der
DFG gefördert wird. Sie beschäftigt sich mit
der traditionellen Lehre von der Unendlichkeit Gottes
in Theologie und Religionsphilosophie, gespiegelt an
Endlichkeitsannahmen in Anthropologie und Naturwissenschaften.
Christian Tapp studierte Mathematik, Philosophie, Katholische
Theologie und Geschichte der Naturwissenschaften in
Bonn, Münster, Freiburg und München. Mathematik
schloss er mit einem Diplom und Katholische Theologie
mit einem Lizentiat ab. Er wurde 2004 an der LMU München
zum Dr. rer. nat. promoviert, 2007 zum Dr. phil. im
Fach Philosophie. Nach weiteren Stationen in Göttingen,
Pittsburgh und Innsbruck kam er an die RUB.
Neu am Lehrstuhl für Elektronische Mess- und Schaltungstechnik
(Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik)
ist Prof. Dr.-Ing. Thomas Musch. Er
ist an der Ruhr-Universität kein Unbekannter: Bis
1994 studierte er hier und war anschließend Wissenschaftlicher
Mitarbeiter am Institut für Hochfrequenztechnik
der Ruhr-Uni. Sowohl seine Diplomarbeit (1994) als auch
seine Dissertation (2000) wurden vom VDE prämiert.
Anfang 2003 wechselte Thomas Musch in die Industrie
und arbeitete bis zu seiner Rückkehr nach Bochum
in verschiedenen Funktionen bei der Krohne Messtechnik
GmbH & Co. KG: zunächst als Hardware-Entwickler
im Bereich Forschung & Entwicklung, später
als Projektleiter und als Leiter der Forschung &
Entwicklung im Geschäftsbereich Füllstandmesstechnik
und zuletzt als Leiter der Zentralen Forschung. Dabei
war Thomas Musch unter anderem auch für die Forschungskooperationen
mit Universitäten verantwortlich.
Den Bereich Klassische Archäologie an der Fakultät
für Geschichtswissenschaft deckt fortan Prof.
Dr. Erwin Kistler ab. Als aktuelle Forschungsprojekte
nennt er kulturelle Kontakte und soziale Settings von
Objekten und Technologien im vorrömischen Mittelmeerraum
sowie die Wohn- und Siedlungsweisen im archaischen Westsizilien.
Der gebürtige Schweizer studierte ab 1989 Klassische
Archäologie (mit den Nebenfächern Alte Geschichte
und Philosophie) in Zürich. Seit 1992 nimmt er
an den regelmäßigen Ausgrabungen des Archäologischen
Instituts der Uni Zürich auf dem Monte Iato (Sizilien)
teil, zunächst als Student, später als Wissenschaftler.
1998 wurde Erwin Kistler promoviert, kurz darauf startete
sein per Stipendium gefördertes Habilitationsprojekt
zu „Griechischen Keltenbildern“; Ende 2004
wurde ihm die venia legendi für das Gebiet Klassische
Archäologie erteilt; es folgten verschiedene Lehrstuhlvertretungen
und weitere Forschungen auf dem Monte Iato.
Den Lehrstuhl für Moraltheologie (Katholische
Theologie) hat seit Oktober Prof. Dr. Christof
Breitsameter inne. Bereits seit 2006 arbeitet
er hier als Lehrbeauftragter. Er forscht u.a. über
Identität und Moral in der modernen Gesellschaft,
über die Theorie ethischer Gefühle, zum Verhältnis
von Natur und Moral, und er fragt, was Werte bzw. Wertsysteme
leisten können. Zudem soll zusammen mit dem Förderverein
des Lukas-Hospiz Herne und dem Institut für Medizinische
Ethik und Geschichte der Medizin eine Forschungsstelle
zum Thema “end-of-life decision making”
eingerichtet werden. Christof Breitsameter studierte
zunächst zwei Jahre lang Philosophie an der Hochschule
für Philosophie S.J. in München, ehe er 1987
sein Studium der Katholischen Theologie an der Ludwig-Maximilians-Uni
(LMU) aufnahm; parallel dazu setzte er bis 1990 sein
Philosophiestudium im schweizerischen Freiburg fort.
Während des Studiums war Breitsameter Stipendiat
der Studienstiftung des deutschen Volkes. 2001 wurde
er an der LMU promoviert, 2006 habilitierte er sich
dort.
Ebenfalls neu an der Katholisch-Theologischen Fakultät
ist Prof. Dr. Thomas Söding mit
seinem Bereich Theologie und Exegese des Neuen Testaments.
Er studierte Katholische Theologie, Germanistik und
Geschichte in Münster, erwarb 1979 sein Diplom
in Katholischer Theologie und bestand 1980 das Erste
Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien. Anschließend
blieb er am Seminar für Neutestamentliche Exegese
der Uni Münster. Thomas Söding wurde 1985
promoviert, arbeitete dann als Dozent für Exegese
am Bischöflichen Priesterseminar Hildesheim und
habilitierte sich 1991 in Münster. Von April 1993
bis zu seinem Ruf an die RUB war er Professor für
Katholische Theologie in Wuppertal. Zu seinen Forschungsschwerpunkten
zählen u. a. die Hermeneutik des Neuen Testaments,
Gott in der Theologie des Neuen Testaments, sowie Jesus
und die Christologie des Neuen Testaments.
Prof. Dr. Tamara Nestorovi gehört
seit Oktober zur Fakultät für Bau- und Umweltingenieurwissenschaften.
Sie besetzt den Bereich Mechanik adaptiver Systeme und
erforscht u.a. Regelungsmethoden für den Entwurf
intelligenter Strukturen und die Anwendung und Entwicklung
robuster und stabiler Regler-Algorithmen. Tamara Nestorovi
studierte Maschinenbau in Niš. Sie erwarb zunächst
ein Diplom und anschließend einen (in Serbien
höherwertigen) Master. 2001 wechselte sie ans Institut
für Mechanik der Uni Magdeburg, wo sie 2005 promoviert
wurde. Nach einem Intermezzo am Fraunhofer Institut
für Fabrikbetrieb und -automatisierung Magdeburg
arbeitete Prof. Nestorovi bis zu ihrem Wechsel nach
Bochum beim in Magdeburg angesiedelten DFG-Projekt „Entwicklung
und experimentelle Verifikation adaptiver Regler-Algorithmen
für adaptive mechanische Systeme“.
An der Juristischen Fakultät wird der Lehrstuhl
für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht
und Rechtsvergleichung, Handels- und Wirtschaftsrecht
nun von Prof. Dr. Renate Schaub geleitet.
Sie studierte ab 1987 Rechtswissenschaften an der Uni
Erlangen-Nürnberg und legte 1992 die erste Juristische
Staatsprüfung ab. Im Anschluss daran absolvierte
sie ein Postgraduiertenstudium in Bristol und erwarb
den Master of Laws (LL.M.). Es folgte 1995 in München
die zweite Juristische Staatsprüfung. Danach arbeitete
Renate Schaub als Wissenschaftliche Angestellte bzw.
Assistentin am Lehrstuhl für Bürgerliches
Recht, Europäische Rechtsgeschichte und Versicherungsrecht
der Uni Tübingen. Hier wurde sie 1999 promoviert
und habilitierte sich 2004. Bevor sie nach Bochum kam,
besetzt Prof. Schaub den Lehrstuhl für Bürgerliches
Recht, Wirtschaftsrecht und Rechtsvergleichung an der
Uni Göttingen.
Die Juniorprofessur für Gesundheit und Sozialstruktur
(Fakultät für Sozialwissenschaft) besetzt
Jun.-Prof. Dr. Anja Hartmann. Zu ihren
Forschungsschwerpunkten zählen u.a. Gesundheitsversorgung
und -förderung, die Entwicklung des Dienstleistungssektors
in der Sozial- und Gesundheitswirtschaft oder die Technologie-,
Innovations- und Risikoforschung am Beispiel Telemedizin
und Medizintechnik. Anja Hartmann studierte bis 1997
Sozialwissenschaft an der RUB. Schon in der Dissertation
wendete sie sich dem Thema Gesundheit zu und verglich
die Gesundheitssysteme in Deutschland und den Niederlanden.
Seit ihrer Promotion (2000) arbeitet sie als Wissenschaftliche
Assistentin am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie,
Arbeits- und Wirtschaftssoziologie der RUB. Von Frühjahr
2007 bis Herbst 2008 koordinierte Dr. Hartmann den Wissenschaftsverbund
„Gesellschaftlicher Wandel und Zukunft des Alterns.“
Zum Wintersemester 08/09 hat die Fakultät für
Sozialwissenschaft ebenfalls die Juniorprofessur Gender
Studies besetzt: Jun.-Prof. Dr. Katja Sabisch
setzt u.a. folgende Forschungsschwerpunkte:
Geschlechter- und Wissenschaftsforschung, Körper-
und Wissenschaftsgeschichte sowie Diskurs- und Denkstiltheorie.
Katja Sabisch studierte bis 2002 Soziologie in Bielefeld.
Anschließend nahm sie dort am Promotionsstudiengang
der International Graduate School in Sociology teil
und war parallel dazu assoziiertes Mitglied des Bielefelder
Graduiertenkollegs „Auf dem Weg in die Wissensgesellschaft“
sowie Wissenschaftliche Mitarbeiterin der interdisziplinären
Emmy Noether Forschungsgruppe „Kulturgeschichte
des Menschenversuchs“ der Uni Bonn. Nach ihrer
Promotion (2007) arbeitete Katja Sabisch am Institut
für Geschichte der Medizin der Uni Düsseldorf.
Prof. Dr. Raphael Stoll hat zum 1.
Oktober 2008 den Ruf auf eine Professur für Biomolekulare
Spektroskopie an der Fakultät für Chemie und
Biochemie angenommen. Seine Forschung konzentriert sich
auf Struktur-Funktionsuntersuchungen medizinisch-relevanter
Biomoleküle. Dazu gehören u.a. (Onko-)Proteine
und Tumorsuppressoren, die eine wichtige Rolle bei der
Entstehung des malignen Melanoms und des Wilms’
Tumors spielen. Raphael Stoll ist seit 2004 Teilprojektleiter
im Sonderforschungsbereich 642 der DFG sowie seit 2006
Mitglied im Graduiertenkolleg INTCHEM, das von der EU
gefordert wird. Raphael Stoll studierte als Stipendiat
der Studienstiftung und des DAAD von 1990 bis 1996 Physiologische
Chemie und Biochemie in Tübingen und Oxford. Seinen
Doktortitel erwarb er am Max Planck Institut für
Biochemie in München und ging danach als DAAD-
und Emmy-Noether-Stipendiat an das Scripps-Institut
in Kalifornien. 2003 nahm Raphael Stoll einen Ruf auf
eine Juniorprofessur für Biomolekulare Chemie an
der RUB an. 2007 erhielt er einen Ruf auf eine Professur
für Strukturbiochemie an der Uni Nizza.
Mit seinem Schwerpunkt Laseranwendungstechnik verstärkt
Prof. Dr.-Ing. Andreas Ostendorf die
Fakultät für Maschinenbau. Unter anderem forscht
er an der Femtosekunden-Technik, an der Mikro- und Nanosteuerung
und an Laser-Schweißtechniken. Andreas Ostendorf
studierte von 1989 bis 1994 Elektrotechnik in Hannover.
1995 kam er an das Laser-Zentrum Hannover, dem er seitdem
in verschiedenen Funktionen angehört. Zuletzt war
er Vorstandssprecher. Im Januar 2008 wurde Prof. Ostendorf
zudem zum Präsidenten des Laser Institute of America
gewählt. Er gehört außerdem verschiedenen
Sonderforschungsbereichen (SFB) und Forschergruppen
an. Dazu zählen der SFB/TR 37 „Mikro- und
Nanosysteme in der Medizin – Rekonstruktion biologischer
Funktionen“ und der SFB 675 „Erzeugung hochfester
metallischer Strukturen und Verbindungen durch gezieltes
Einstellen lokaler Eigenschaften“.
Im September 2002 kam er als allererster Juniorprofessor
an die Ruhr-Uni, im Oktober 2008 wurde Prof.
Dr. Eckhard Hofmann zum Universitätsprofessor
für Röntgenstrukturanalyse an Proteinen (Fakultät
für Biologie und Biotechnologie) ernannt. In den
letzten Jahren hat Prof. Hofmann beispielsweise die
3-D-Struktur von Proteinen mit der Röntgenstrukturanalyse
erforscht. Er konzentrierte sich zunächst auf Proteine
aus dem Photosyntheseapparat von Algen und Bakterien,
ein weiterer Schwerpunkt waren membrangebundenen Proteine.
Im Idealfall ermöglichen die Ergebnisse das Wirkstoff-Design
für neue Medikamente. Eckhard Hofmann studierte
Physik in Freiburg und Sussex und erwarb ein Bakkalaureus-Diplom
(1990) und ein Diplom (1995). Während des Studiums
arbeitete er als wissenschaftliche Hilfskraft am Fraunhofer
Institut für Solare Energiesysteme Freiburg. 1995
wechselte seine Arbeitsgruppe nach Konstanz. 1999 wurde
Hofmann dort promoviert. 2000 ging er an das Max Planck
Institut für Medizinische Forschung in Heidelberg.
Frisch an die Fakultät für Philologie ist
Prof. Dr. Eva Belke gewechselt. Sie
deckt dort ab sofort den Bereich Computational Psycholinguistics
ab. Am Germanistischen Institut ist sie seit dem Sommersemester
2005 bereits viermal als Lehrbeauftragte tätig
gewesen. Eva Belke studierte bis 1998 Linguistik (Schwerpunkt:
Klinische Linguistik) mit den Nebenfächern Psychologie
und Mathematik an der Uni Bielefeld. In ihrer anschließenden
Dissertation setzte sie den Schwerpunkt auf die Psycholinguistik
und auf die Erforschung von Sprachproduktionsprozessen.
Nach der Promotion (2002) forschte und lehrte sie drei
Jahre lang an der Uni Birmingham und an der Aston University
in Birmingham. 2005 kehrte sie an die Universität
Bielefeld zurück, wo sie sich 2008 habilitierte.
Zuletzt wurde Prof. Belke von der Volkswagen Stiftung
im Rahmen eines Dilthey Fellowships gefördert.
Kryptografische Verfahren und Sicherheitsmodelle verantwortet
Jun.-Prof. Dr. Frederik Armknecht fortan
an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik.
Dabei geht es beispielsweise um Quantencomputer, Quantenkryptografie,
Sicherheit in Kommunikationsnetzwerken oder um das Operieren
mit verschlüsselten Daten. Frederik Armknecht studierte
bis 2002 Mathematik mit dem Nebenfach Informatik an
der TH Karlsruhe; anschließend promovierte er
dort am Lehrstuhl für Theoretische Informatik.
Im Juni 2006 wechselte er in die Industrie und arbeitete
ein Jahr lang im Forschungsteam der Network Laboratories
der NEC Europe Ltd in Heidelberg, sein Schwerpunkt war
auch dort die Sicherheit in Kommunikationsnetz-werken.
Im Juli 2007 kam Frederik Armknecht als Postdoktorand
an den Lehrstuhl für Systemsicherheit der Ruhr-Universität.
Kompetenz- und Personalentwicklung sind die Schwerpunkte
von Jun.-Prof. Dr. Marc Solga, mit
denen er nun zur Fakultät für Psychologie
gehört. In seinen Forschungsprojekten beschäftigte
er sich zuletzt u. a. mit dem Lerntransfer als Citizenship
Performance oder den Effekten erlebter Rechenschaftsverpflichtung
auf Facetten beruflicher Leistung. Marc Solga studierte
von 1994 bis 2001 an der FU Berlin Psychologie. Danach
wechselte er ans Psychologische Institut der Universität
Mainz, wo er bis September 2003 als Wissenschaftlicher
Mitarbeiter tätig war. In gleicher Funktion kam
er im Oktober 2003 an die Universität Bonn. Parallel
dazu arbeitete Marc Solga ab Juli 2003 als Assistent
des geschäftsführenden Herausgebers und der
Redaktionsleitung der Zeitschrift für Arbeits-
und Organisationspsychologie. 2007 wurde er in Bonn
promoviert.
Als vom Land NRW geförderter Rückkehrer kam
Jun.-Prof. Dr. Lars Leichert von Michigan
(University of Michigan in Ann Arbor) nach Bochum. Der
Biochemiker leitet – unter dem Dach des Proteomcenters
in der Medizinischen Fakultät – mit Landesmitteln
eine eigene Forschergruppe (Redox-Proteomics) an der
Ruhr-Uni. Schwerpunkt ist die Erforschung von Sauerstoffstress
in Zellen, der unter anderem für Alterungsprozesse
und Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder
Krebs verantwortlich gemacht wird. Lars Leichert studierte
zunächst Chemie an der Universität Heidelberg,
später Biochemie an der Universität Greifswald.
2002 ging er in die USA. Geplant waren zunächst
drei Jahre, letztlich wurden sechs daraus. Dass er sich
bei seiner Rückkehr für die Ruhr-Universität
Bochum entschied, hat auch mit dem Bochumer Dual Career
Konzept zu tun (s. Julia Bandow).
Zusammen mit Dr. Lars Leichert kehrt auch dessen Ehefrau
Jun.-Prof. Dr. Julia Bandow von Michigan
nach Deutschland zurück. An der RUB besetzt sie
die Juniorprofessur für Mikrobielle Antibiotika-Forschung
(Fakultät für Biologie und Biotechnologie).
Julia Bandow studierte ab 1993 Biologie an der Universität
Greifswald und spezialisierte sich dort rasch in den
Bereichen Mikrobiologie und Molekularbiologie sowie
in Genetik und Virologie. 1998 machte sie ihr Diplom
und blieb zunächst vier weitere Jahre in Greifswald,
wo sie im Jahre 2002 promoviert wurde. Direkt im Anschluss
wechselte Dr. Bandow ins Forscherteam des Pharmaunternehmens
Pfizer Global R&D in Ann Arbor (Michigan), zunächst
arbeitete sie dort als sog. Senior Scientist, seit 2005
und bis zu ihrer Rückkehr nach Deutschland als
Principal Scientist.
Foto: Damian Gorczany
Prof. Dr. Albert Sickmann ist der
erste Professor der RUB nach dem sog. Jülicher
Modell. Er besetzt eine Professur für Angewandte
Proteomik in der Medizinischen Fakultät und ist
gleichzeitig im ISAS (Institute for Analytical Sciences)
in Dortmund als Wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig.
Albert Sickmann kennt die Ruhr-Uni bereits sehr gut.
Er studierte hier zwischen 1994 und 1998 Biochemie und
verfasste anschließend seine Dissertation zum
Thema „Proteomanalyse des humanen Liquor Cerebrospinalis“.
Die Arbeit wurde mit einem Preis der Fakultät für
Chemie ausgezeichnet. Im Dezember 2002 wurde Albert
Sickmann zum Juniorprofessor für Proteinfunktion/Proteomics
ernannt; im März 2003 übernahm er die Leitung
der Abteilung Protein-Massenspektrometrie am Rudolf-Virchow
Zentrum für Experimentelle Biomedizin der Uni Würzburg
und wurde dort im Mai 2007 zum Professor für Proteinanalytik
berufen.
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