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RUBENS 128

1. November 2008

Gute Seele


Was macht eigentlich … Manfred Nettekoven?

Vor ein paar Jahren haben sie das Leben an der Ruhr-Uni maßgeblich geprägt – in Forschung, Lehre, Hochschulpolitik usw. Irgendwann sind sie aus dem Blickfeld verschwunden. RUBENS hat sich auf die Suche nach diesen Menschen gemacht. Diesmal haben wir in Aachen Manfred Nettekoven gefunden. Und das ganz ohne Probleme, denn er ist Kanzler der RWTH. Unsere erste Mail erreichte ihn auf einer Kanzlertagung in Jena. Er antwortete prompt und sehr freundlich. Immerhin verbindet ihn ein gutes Stück seiner Karriere mit der RUB. Er war stellvertretender Leiter bzw. Leiter des Akademischen Auslandsamtes, Dezernent für Studentische Angelegenheiten und Internationales sowie Allgemeiner Vertreter des Kanzlers, bevor er 2003 zunächst Kanzler der Uni Hamburg und anschließend (2006) der RWTH wurde. Arne Dessaul sprach mit Manfred Nettekoven über Exzellenzinitiative, Hochschulen mit Seele und Betonplattenwackeln.

Rubens: Herr Nettekoven, mal ganz ohne Neid gefragt: Wie fühlt man sich als Kanzler einer Elite-Universität?
Manfred Nettekoven: Ich habe letztens von einem Freund und Kollegen gehört, dass ich mich in all den Jahren seit unserm ersten Kennenlernen, ich glaube es war 2001, nicht wesentlich verändert habe. Das fand ich sehr beruhigend. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich mich hier in Aachen sehr wohl fühle, vielleicht liegt es auch am positiven Ausgang in der Exzellenzinitiative. Ganz bestimmt aber liegt es nicht an diesem Ausdruck „Elite-Universität“, den kann ich, ehrlich gesagt, nicht mehr hören. Denn vor allem unseren Studierenden müssen wir erst noch klar machen, welche Vorteile Aachen konkret bietet. Da arbeiten wir noch ganz verstärkt dran.

Beim nächsten Mal klappt es

Rubens: Haben Sie trotzdem für die nächste Runde einen Tipp für uns?
Manfred Nettekoven: Ich finde Bochum aus 150 Kilometern Entfernung immer noch klasse.
RUBENS: Danke.
Manfred Nettekoven: Und ich finde, die Bochumer haben das in der Exzellenzinitiative richtig gut gemacht und sie haben sowieso eine hervorragende Hochschulleitung. Kein Zweifel, beim nächsten Mal klappt es!
Rubens: Die RWTH ist jetzt Ihre dritte große Uni innerhalb relativ kurzer Zeit. Wo liegen aus Ihrer Sicht die wesentlichen Unterschiede zwischen Bochum, Hamburg und Aachen?
Manfred Nettekoven: Was meinen Sie jetzt, die Städte? Also, Hamburg liegt ja an der Elbe …
RUBENS: Nein, eher die Unis.
Manfred Nettekoven: Dann also im Ernst: Es ist schon ein riesiger Unterschied, ob es sich in erster Linie um eine Technische Hochschule oder um eine große Volluniversität handelt. Die Diskussionskultur ist da schon eine ganz andere. Ich finde, die Menschlichkeit an der Ruhr-Uni Bochum bemerkenswert. In Hamburg mochte ich aber auch die norddeutsche Zurückhaltung, vielleicht nicht ganz so sehr in finanziellen Dingen. In Aachen finde ich diesen Pragmatismus richtig angenehm.
Rubens: Gibt es denn auch Gemeinsamkeiten?
Manfred Nettekoven: Ja, hochkomplex sind alle diese drei Universitäten und alle haben sie eine Seele, man braucht allerdings mindestens ein bis zwei Jahre, um diese Seele wirklich zu entdecken.

Neidisch auf die tolle Mensa

Rubens: Vermissen Sie irgendetwas RUB-typisches?
Manfred Nettekoven: Ruhrgebiets-Deutsch, (auch) von Akademikern gesprochen! Betonplattenwackeln, das Audimax, und neidisch bin ich auf Ihre riesige tolle Mensa.
Rubens: Wie halten Sie den Kontakt zur Ruhr-Uni?
Manfred Nettekoven: Ganz gelegentlich fahre ich ja nach Bochum, ich telefoniere häufiger mit meinen Bochumer Freunden und den Gerd Möller, Ihren Kanzler, sehe ich alle Nase lang bei irgendwelchen nordrhein-westfälischen Zusammenkünften. Darüber freue ich mich auch regelmäßig.
Rubens: Wir haben ja mittlerweile auch eine gut funktionierende Alumni-Vereinigung …
Manfred Nettekoven: Super, wir auch! Ich muss da aber nicht unbedingt Mitglied werden, oder? Ich bin immer noch Mitglied der Gesellschaft der Freunde und Mitglied in einem Verein, der den Aufbau von indonesischen Häusern im ehemaligen Slum-Gebieten unterstützt. Den hat Peter Scheid, der mittlerweile emeritierte Mediziner, gegründet. Ich finde, das ist doch schon was.

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Letzte Änderung: 31.10.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik