Ruhr-Universität Bochum zur Navigation zum Inhalt Startseite der RUB pix
Startseite UniStartseite
Überblick UniÜberblick
A-Z UniA-Z
Suche UniSuche
Kontakt UniKontakt

pix
 
Das Siegel
Naturwissenschaften Ingenieurwissenschaften Geisteswissenschaften Medizinische Einrichtungen Zentrale Einrichtungen
pix
RUBENS - Zeitschrift der RUB
RUBENS- Startseite

Lesen
Aktuelle Ausgabe
Archiv
¤Ausgabe Nr. 128
  ¤Artikel
pdf-Dateien

Service & Kontakt
Mediadaten
Redaktion
E-Mail Service
Kontakt

Volltextsuche
pix RUBENS - Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
 
 
 
    
pix
Artikel » Ausgabe 128 »Archiv » RUBENS » Pressestelle » Ruhr-Universität
pix pix
RUBENS 128

1. November 2008

Ausflüge ins Moor


Serie Ausbildungsberufe an der Ruhr-Universität: Gärtner

Mit zurzeit 168 Auszubildenden ist die Ruhr-Uni drittgrößter Ausbildungsbetrieb in Bochum. Die Liste der 21 Ausbildungsberufe reicht von Feinwerkmechaniker über Tierpfleger bis hin zum Glasapparatebauer. Doch was genau steckt hinter diesen Bezeichnungen? RUBENS liefert die Antworten. Dieses Mal wird der Ausbildungsberuf Gärtner vorgestellt. Momentan erlernen ihn sieben Azubis.

„Die Arbeit des Gärtners ist sehr vielseitig und verantwortungsbewusst“, erklärt Wolfgang Schlesies, der seit 27 Jahren Ausbildungsmeister ist. Seine Auszubildenden im Botanischen Garten werden zwar in Blumen- und Zierpflanzenbau ausgebildet, sie lernen aber auch vieles über Bäume und Stauden. Zunächst erfahren sie alles über die Bestimmung der Pflanzenarten und ihre Wachstumsabläufe. Gießen, Düngen, Ausputzen und Aussäen gehören zu den typischen Aufgaben. Die Azubis durchlaufen dabei verschiedene Reviere des Botanischen Gartens: Mittelmeer- und Warmhäuser, Orchideen, Kalthäuser, Freiland und vieles mehr. Dort werden die Lehrlinge auch in Pflanzenvermehrung, Baumveredelung und Bodenaufbereitung unterrichtet.
Die Veredelung wird zur Vermehrung von Pflanzen angewendet und dient der Leistungssteigerung besonders im Obstbau. Erst kürzlich veredelten die Azubis einen Apfelbaum. Dabei wurden die abgeschnittenen Triebe des wertvolleren Obstbaumes auf die Unterlage eines anderen gesetzt, der die stärkeren Wurzeln hatte.

Seltene Orchideen

Pflanzenschutz steht ebenfalls auf dem Lehrplan. Die angehenden Gärtner führen am Ende ihres zweiten Lehrjahrs chemische und biologische Pflanzenschutzmaßnahmen selbstständig durch. Da im Botanischen Garten viele Pflanzen natürlichen Ursprungs kultiviert werden, haben die Lehrlinge eine große Auswahl. Bewaffnet mit Rosenschere, Messer, Pulhaken, Handschuhen und Spaten – zumeist auch mit einem Berichtsheft – erfüllen die Auszubildenden ihre Aufgaben; Selbstständigkeit und Verantwortung wachsen mit jedem Jahr.
Zu den Vorteilen des Botanischen Gartens gehört, dass dort auch Pflanzen kultiviert werden, die nur selten wachsen. Die südafrikanische Orchidee „Disa uniflora“ beispielsweise lässt sich normalerweise nur in Kapstadt finden.
Kleine Höhepunkte im Laufe der Ausbildung sind die beiden Exkursionen. Die Lehrlinge besuchen zusammen mit ihrem Meister und anderen Gärtnern die Kalktrockenrasen der Eifel und das Moor Gildehauser Venn bei Bentheim. Auf beiden Tagesreisen werden Pflanzen und Tiere beobachtet, die im Botanischen Garten nicht zu finden sind.
Am Ende der Ausbildung erwartet die Lehrlinge naturgemäß die Abschlussprüfung. Praktisches und in der Berufsschule erlerntes Theoriewissen werden in drei Prüfungsetappen abgefragt. In der praktischen Übung müssen die Azubis Aufgaben wie Aussäen oder Maßnahmen zum Pflanzenschutz bewältigen, in der mündlichen Prüfung werden sie in den Hauptkulturen der Zierpflanzen abgefragt. In der Theorie geht es um Beratung und Vermarktung, Gewächshausbau und vieles mehr.

Vorliebe für Pflanzen

Tim Engelke (18) und Katja Friede (22) sind im dritten Lehrjahr, Laura Müller (18) ist im zweiten. Alle drei haben sich für diesen Ausbildungsberuf entschieden, weil sie die Arbeit im Freien lieben. Tim und Laura haben ihre Vorliebe für Pflanzen bereits in ihren eigenen Gärten entdeckt. Beide haben sich nach einem Praktikum im Botanischen Garten für diesen Ausbildungsberuf entschieden. Katja hat ihre ersten Erfahrungen im Gärtnern in einem Baumarkt gesammelt. „Da war mein Interesse geweckt“, erzählt sie. „Ich habe mich anschließend deutschlandweit für einen Ausbildungsplatz in einer Gärtnerei beworben.“ Sie ist extra von Neubrandenburg nach Bochum gezogen, als die Zusage der RUB kam.
Wie es nach der Ausbildung weitergeht, wissen die drei Azubis noch nicht. Noch haben sie ja auch Zeit zum Nachdenken. Tim plant ein Praktikum beim VfL Bochum als „Greenkeeper“. „Ich will überall mal reinschnuppern“, sagt er. „Vielleicht mache ich auch eine zusätzliche Ausbildung.“ Möglichkeiten, als Gärtner zu arbeiten, gibt es – neben der Gärtnerei – vor allem in Baumärkten und Blumenmärkten. „Wer Abitur gemacht hat, wählt oftmals ein anschließendes Studium“, so Wolfgang Schlesies. Dort kann das erlernte Wissen aus der Ausbildung gut angewendet werden. Und vielleicht bleibt so mancher Azubi der RUB weiterhin als Student erhalten.

Neue Azubis
59 Auszubildende in 17 Berufen haben 2008 an der RUB ihre Lehre begonnen: Das ist die höchste Zahl der Neueinstellungen seit Beginn der zentralen Ausbildung an der RUB im Jahr 1969. Erstmals bietet die RUB in diesem Jahr die Ausbildung zum Buchbinder und Teilezurichter an. Damit steigt die Gesamtzahl der Ausbildungsberufe auf dem Campus auf 21, in denen zurzeit 168 junge Leute ausgebildet werden (2007: 42 neue Auszubildende, 158 insgesamt). Den Höchststand aus dem Jahr 2005 mit insgesamt 176 Auszubildenden hat die RUB damit fast wieder erreicht.

Sheila Patel
pfeil  voriger Artikel Themenübersicht nächster Artikel   pfeil
 
 
Zum Seitenanfang  Seitenanfang | Druckfassung dieser Seite
Letzte Änderung: 31.10.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik