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RUBENS 128

1. November 2008

Editorial: Doppelte Buchführung ab 2010


Mehr Kostentransparenz

Zum 1.1.2010 wird die Ruhr-Universität im Finanzmanagement von der kameralen auf die kaufmännische Buchführung (auch doppelte Buchführung oder Doppik genannt) umstellen. Hintergrund für diese Entscheidung ist die zunehmende Unabhängigkeit und Eigenverantwortlichkeit der Hochschulen. Denn seit In-Kraft-Treten des Hochschulfreiheitsgesetzes in Nordrhein-Westfalen sind die Hochschulen als selbstständige Körperschaften des öffentlichen Rechts für ihre Liquidität und ihren Substanzerhalt selbst verantwortlich. Damit stehen die Hochschulen mehr als bisher im Wettbewerb und müssen effizienter wirtschaften. Um dies zu erreichen, werden mehr Informationen über den tatsächlichen Einsatz und Verbrauch von Ressourcen benötigt als gegenwärtig über die kamerale Buchführung bereitgestellt werden können.
Den Weg zu mehr Kostentransparenz hat die Ruhr-Universität bereits 1999 mit dem Aufbau einer differenzierten Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) begonnen. Mit der Doppik wird nun ein weiterer Schritt getan: Während in der Kameralistik lediglich Einnahmen und Ausgaben erfasst werden, erfasst die Doppik auch Erträge, Aufwendungen, Schulden und das Vermögen. Die doppelte Buchführung stellt den kompletten Ressourcenverbrauch dar. Sie gibt zu jeder Zeit einen Überblick über die Vermögenslage. Bilanzen informieren somit umfassender über die Finanzen der RUB und in Verbindung mit den detaillierten Zahlen aus der Kosten- und Leistungsrechnung können Entscheidungen fundierter getroffen werden. Auf Basis der Doppik kann ermittelt werden, was Leistungen der Universität tatsächlich kosten. Daher befürwortet auch die Hochschulrektorenkonferenz eine vollständige Umstellung auf Doppik und KLR für die externe und interne Steuerung, um der Forderung nach Leistungssteigerung bei knapper werdenden Ressourcen begegnen zu können. Die Forderungen nach einem aussagekräftigeren Finanzmanagement werden zunehmend auch von Drittmittelgebern gestellt. So fordert die EU eine Vollkostenrechnung als Basis für die Kalkulation und Abrechnung von Drittmitteln.
Um diesen Umstellungsprozess angemessen bewältigen zu können, erarbeitet eine Projektgruppe seit Beginn des Jahres die zukünftigen Geschäftsprozesse und deren Umsetzung in der Finanzsoftware. Zudem müssen auf der Basis des Handelsgesetzbuches sowie weiterer hochschulspezifischer Richtlinien einrichtungsspezifische Vorgaben aufgestellt werden, an denen das Finanzmanagement zukünftig auszurichten ist. Die Fakultäten und andere Organisationseinheiten sind in diese Arbeit u.a. als Pilotbereiche einbezogen, um alle Anforderungen in den Blick zu bekommen.
Ein wesentlicher Baustein, um 2010 mit der kaufmännischen Buchführung starten zu können, ist die Erarbeitung einer tragfähigen bilanziellen Ausgangsbasis. Die anstehende Inventur wird daher 2009 nach neuen Maßgaben erfolgen. Dazu werden Anfang nächsten Jahres entsprechende Schulungen für alle Bereiche angeboten. Weitere Informationen zum Projekt sowie Ansprechpartner/innen finden Sie auf der Projekthomepage www.rub.de/doppik.
Die Doppik steht für eine verbesserte leistungs- und kostenorientierte Transparenz der finanzwirtschaftlichen Verhältnisse. Wir werden die Ruhr-Universität damit stärken, im nationalen wie internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu sein.
Gerhard Möller, Kanzler der RUB
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Letzte Änderung: 31.10.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik