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RUBENS 127

1. Oktober 2008

Viele bunte Smarties


Schülerlabor und KinderUni

„Ich dachte, man nimmt Tintenfische – stimmt aber gar nicht.“ So wie der elfjährige Jan lernten insgesamt 60 Schüler/innen der Klassen fünf bis sieben an zwei Terminen in den Sommerferien das Geheimnis der Tinte und des Tintenkillers aus chemischer Sicht kennen. Dass man Tinte (Eisengallustinte) schon im Mittelalter zum Schreiben benutzte – unsere Vorfahren stellten sie aus Galläpfeln und einer Eisensalz-Lösung her – und dass Tinte nicht gleich Tinte ist, waren einige der verblüffenden Erkenntnisse, die die Schüler in Experimenten im Schülerlabor gewannen.
Einen Tag später nahmen 30 Acht- bis Zwölftklässler viele, viele bunte Smarties ins Kreuzverhör. Smarties wurden 1937 in England zum ersten Mal produziert, heute verlassen pro Jahr rund 16 Milliarden Schokopastillen das Werk in Hamburg. Seit 2007 wirbt Hersteller Nestlé damit, dass sie keine künstlichen Farbstoffe mehr enthalten. Detektivisch untersuchten die Schüler die Farbstoffe und lernten, in welchen Bereichen des täglichen Lebens diese uns noch begegnen. Dazu mussten sie zunächst die Ummantelung ab- und auflösen, um dann mit chemischen Analysemethoden die natürlichen Farbstoffe zu identifizieren – z. B. in gelben Smarties Riboflavin, das auch in Vanillepudding enthalten ist, und in den braunen Karmin, das aus der Schildlaus gewonnen wird.
Wie die Tinte, so die Smarties: Die Idee zu den Ferienprojekten hatten Lehramtsstudierende der Chemie. Im fachdidaktischen Seminar „Das Schülerlabor als außerschulischer Lernort“, geleitet von Prof. Katrin Sommer und Doktorand Robert Wieczorek, konzipierten und entwickelten sie während des Sommersemesters die Projekte. Die praktische und selbstständige Übung mit den Schülern war das i-Tüpfelchen für die angehenden Lehrer/innen. „Als Vorbereitung für den späteren Beruf ist diese Lehr- und Lernform ideal“, sagt Prof. Sommer.
Nach dem erfolgreichen Test in den Sommerferien gehören beide Projekte nun zum dauerhaften Angebot der Fakultät für Chemie und Biochemie im Schülerlabor. Lena Gehle und André Schuhmann, beide haben im Sommersemester das Didaktikseminar absolviert, sind inzwischen wissenschaftliche Hilfskräfte im Schülerlabor und betreuen Schulklassen, die an Chemieprojekten teilnehmen. 15 Projekte bietet die Fakultät an, etwa die Hälfte davon haben Lehramtsstudierende ausgearbeitet.
Info: http://www.rub.de/schuelerlabor

Spannung zwischen Himmel und Erde


1.800 leuchtende Augenpaare, staunende Gesichter und hemmungslos drauflos fragende Münder: Am 29. und 30. Oktober nehmen die Kinder wieder das Audimax in Beschlag und gehen ihrem Wissensdrang nach, wenn die vier Bochumer Hochschulen zur dritten KinderUni einladen. Wie schon 2003 und 2005, so halten die Veranstalter auch in diesem Jahr am bewährten Konzept fest und bieten an beiden Tagen das gleiche Programm für je 900 Dritt- und Viertklässler. Die Mischung macht’s, daher gibt es verständliche Vorträge (z. B. „Träumen im Gehirn”), physikalische Experimente mit Hochspannungstechnik und Vorführungen (SolarCar) im Großen Saal sowie zahlreiche Themen, Stände und Exponate zum Mitmachen im Foyer. Hier können die Kinder ins „Erzähl-Zelt” gehen oder erfahren, wie ein Geysir funktioniert, sie machen Reaktionstests oder eine Zeitreise in die Vergangenheit. „Spannung zwischen Himmel und Erde” lautet das Motto der Veranstaltung.
Das Interesse ist riesig: Knapp 5.000 Schüler haben sich klassenweise für die KinderUni angemeldet, damit hätte man das Audimax eine Woche lang füllen können. Die 1.800 Teilnehmer wählen die Veranstalter per Losverfahren aus. Etwas mehr als die Hälfte kommt aus Bochumer Schulen, die anderen aus umliegenden Städten des Ruhrgebiets.
Veranstalter sind die vier Bochumer Hochschulen (RUB, Hochschule Bochum, Technische FH und Evangelische FH), die als „Bochum hoch vier” gemeinsame Aktivitäten realisieren, z. B. den Hochschulball. Bei der KinderUni 2008 arbeiten sie eng mit der Initiative „Bochum 2015” der Stadt zusammen. Mit der Sparkasse Bochum konnten die Veranstalter zudem einen Hauptsponsor gewinnen, der die KinderUni finanziell unterstützt. Alle Kinder bekommen T-Shirts und Studentenausweise, die – zusammen mit den leuchtenden Augen – auch im Nachgang zeigen, dass die Kinder schon mal für einen Tag Studierende waren.
Info: http://www.rub.de/kinderuni

 

 




jw
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Letzte Änderung: 30.9.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik