Aufbruchstimmung
Wachsender Zuspruch für die evangelischen Universitätsgottesdienste
Steigende Besucherzahlen in den Gottesdiensten, ein immer
abwechslungsreicheres evangelisches Hochschulleben und
ein innovativer Beirat – es könnte alles so
schön sein, wäre da nicht der geplante Verkauf
der Apostelkirche. Doch auch dieses Szenario kann die
Universitätspredigerin nicht erschüttern.
„Zwischen 30 und 100 Gäste besuchen unsere
Gottesdienste, je nach Anlass. Weihnachten kommen natürlich
die meisten.“ Unipredigerin Isolde Karle (zugleich
Professorin für Praktische Theologie) ist zufrieden
mit den Besucherzahlen der evangelischen Unigottesdienste.
Schon länger gehen die Zahlen nach oben, vor allem
seit 2007 ein Beirat gegründet wurde. Rund ein Dutzend
Menschen gehören ihm an: Theologen, fachfremde Lehrende
und Studierende, dazu der Superintendent des Evangelischen
Kirchenkreises Bochum, der Stadtkantor und der Universitätsmusikdirektor
(UMD).
Der Beirat trifft sich drei-, viermal pro Jahr und sucht
nach Impulsen für das evangelische Unileben. Bereits
die erste Idee hat gezündet: Um den Kirchgang für
Wochenendpendler attraktiver zu machen, wurde der monatliche
Gottesdienst von Sonntag auf Dienstag verlegt. Weiteres
Schmankerl: Nach der Kirche wird zu Brötchen und
Getränken eingeladen. Für inhaltliche Abwechslung
sorgen verschiedene Prediger. Neben Isolde Karle und Studierendenpfarrer
Michael Drees kommen dafür u. a. die weiteren Lehrenden
der Evangelischen Theologie in Frage. „Predigen
können allerdings auch Nicht-Theologen. Wer mag,
kann sich einfach bei mir melden“, ermuntert Isolde
Karle.
Erstmals auf Englisch
Die Gottesdienste in der Apostelkirche werden aber
auch von Musik bestimmt. Im Wechsel gestalten Stadtkantor
Arno Hartmann und das Collegium Vocale von UMD Hans
Jaskulsky das Programm. So wird es auch im Wintersemester
sein. Von den fünf Gottesdiensten werden vier von
Besonderheiten bestimmt. Der Semesteranfangsgottesdienst
(14.10., 18 h) richtet sich an die neuen Studierenden.
Ein Novum steht am 18. November (18.15 h) an: Reverend
James Brown von der Church of Scotland wird einen englischsprachigen
Gottesdienst abhalten, begleitet von zwei Chören:
dem ECC Choir und den Joyful Singers. Am 16. Dezember
(18.15 h) wird es weihnachtlich, dann folgt der einzige
normale Gottesdienst im Semester (13.1.09, 18.15 h)
und am 3. Februar (18.15 h) der Semesterabschlussgottesdienst
mit Abendmahl. Im Gegensatz zum Sommersemester wird
er nicht ökumenisch sein. „Zurzeit beschränken
wir uns auf einen ökumenischen Gottesdienst pro
Jahr, das ist organisatorisch nicht anders zu machen“,
erklärt Prof. Karle.
Dann zählt die umtriebige Predigerin noch ein paar
Beispiele für weitere Aktivitäten des Beirats
auf: Auf seine Initiative hin gab es ein Protestantentreffen
auf dem Campus mit dem Präses der Evangelischen
Landeskirche Westfalen, Alfred Buß. „Es
war sehr gut besucht und soll eine Fortsetzung finden“,
verspricht Karle. Fürs nächste Jahr winkt
schon ein neuer Höhepunkt: der Hochschultag der
Landeskirche.
Zur Aufbruchstimmung passt nicht so recht, dass das
Presbyterium Querenburg kürzlich beschlossen hat,
die Apostelkirche im Uni-Center zu verkaufen. „Unsere
Zukunft ist sehr unsicher“, räumt Isolde
Karle ein und gibt sich gleich darauf wieder optimistisch:
„Noch ist kein Käufer da, wir können
die Kirche also weiter nutzen. Und wenn sie doch verkauft
wird, finden wir einen neuen Ort für unsere Gottesdienste.“
Infos: http://www.rub.de/praktheolkarle/
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