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RUBENS 127

1. Oktober 2008

Aufbruchstimmung


Wachsender Zuspruch für die evangelischen Universitätsgottesdienste


Steigende Besucherzahlen in den Gottesdiensten, ein immer abwechslungsreicheres evangelisches Hochschulleben und ein innovativer Beirat – es könnte alles so schön sein, wäre da nicht der geplante Verkauf der Apostelkirche. Doch auch dieses Szenario kann die Universitätspredigerin nicht erschüttern.


„Zwischen 30 und 100 Gäste besuchen unsere Gottesdienste, je nach Anlass. Weihnachten kommen natürlich die meisten.“ Unipredigerin Isolde Karle (zugleich Professorin für Praktische Theologie) ist zufrieden mit den Besucherzahlen der evangelischen Unigottesdienste. Schon länger gehen die Zahlen nach oben, vor allem seit 2007 ein Beirat gegründet wurde. Rund ein Dutzend Menschen gehören ihm an: Theologen, fachfremde Lehrende und Studierende, dazu der Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Bochum, der Stadtkantor und der Universitätsmusikdirektor (UMD).
Der Beirat trifft sich drei-, viermal pro Jahr und sucht nach Impulsen für das evangelische Unileben. Bereits die erste Idee hat gezündet: Um den Kirchgang für Wochenendpendler attraktiver zu machen, wurde der monatliche Gottesdienst von Sonntag auf Dienstag verlegt. Weiteres Schmankerl: Nach der Kirche wird zu Brötchen und Getränken eingeladen. Für inhaltliche Abwechslung sorgen verschiedene Prediger. Neben Isolde Karle und Studierendenpfarrer Michael Drees kommen dafür u. a. die weiteren Lehrenden der Evangelischen Theologie in Frage. „Predigen können allerdings auch Nicht-Theologen. Wer mag, kann sich einfach bei mir melden“, ermuntert Isolde Karle.

Erstmals auf Englisch

Die Gottesdienste in der Apostelkirche werden aber auch von Musik bestimmt. Im Wechsel gestalten Stadtkantor Arno Hartmann und das Collegium Vocale von UMD Hans Jaskulsky das Programm. So wird es auch im Wintersemester sein. Von den fünf Gottesdiensten werden vier von Besonderheiten bestimmt. Der Semesteranfangsgottesdienst (14.10., 18 h) richtet sich an die neuen Studierenden. Ein Novum steht am 18. November (18.15 h) an: Reverend James Brown von der Church of Scotland wird einen englischsprachigen Gottesdienst abhalten, begleitet von zwei Chören: dem ECC Choir und den Joyful Singers. Am 16. Dezember (18.15 h) wird es weihnachtlich, dann folgt der einzige normale Gottesdienst im Semester (13.1.09, 18.15 h) und am 3. Februar (18.15 h) der Semesterabschlussgottesdienst mit Abendmahl. Im Gegensatz zum Sommersemester wird er nicht ökumenisch sein. „Zurzeit beschränken wir uns auf einen ökumenischen Gottesdienst pro Jahr, das ist organisatorisch nicht anders zu machen“, erklärt Prof. Karle.
Dann zählt die umtriebige Predigerin noch ein paar Beispiele für weitere Aktivitäten des Beirats auf: Auf seine Initiative hin gab es ein Protestantentreffen auf dem Campus mit dem Präses der Evangelischen Landeskirche Westfalen, Alfred Buß. „Es war sehr gut besucht und soll eine Fortsetzung finden“, verspricht Karle. Fürs nächste Jahr winkt schon ein neuer Höhepunkt: der Hochschultag der Landeskirche.
Zur Aufbruchstimmung passt nicht so recht, dass das Presbyterium Querenburg kürzlich beschlossen hat, die Apostelkirche im Uni-Center zu verkaufen. „Unsere Zukunft ist sehr unsicher“, räumt Isolde Karle ein und gibt sich gleich darauf wieder optimistisch: „Noch ist kein Käufer da, wir können die Kirche also weiter nutzen. Und wenn sie doch verkauft wird, finden wir einen neuen Ort für unsere Gottesdienste.“

Infos: http://www.rub.de/praktheolkarle/



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Letzte Änderung: 30.9.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik