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RUBENS 127

1. Oktober 2008



Bücherspende an Selbstabholer

VDI schenkt der RUB wertvolle Bücher


Manchmal können die Dinge so schön einfach sein: Weil der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) sein Hauptquartier innerhalb Düsseldorfs verlegt, löst er seine reich bestückte Bibliothek auf. Weil der Bochumer Historiker Prof. Helmut Maier dem VDI-Bereich Technikgeschichte angehört (und diesen ab Oktober auch leitet), erfährt er davon und überzeugt den VDI, die Bücher der Ruhr-Uni zu schenken. Und weil Düsseldorf mehr oder weniger auf dem Weg zwischen seinem Haus in Dormagen und der Ruhr-Uni liegt, kann Helmut Maier die Bücher auch gleich selbst abholen.
Ein gutes Dutzend Mal fährt er beim alten VDI-Haus vorbei und schafft auf diese Weise bis zu 2.000 Bücher an seinen Lehrstuhl für Technik- und Umweltgeschichte im GA. Die genaue Zahl ist noch nicht bekannt, denn noch immer packen Prof. Maier und seine beiden wissenschaftlichen Hilfskräfte Kisten aus. Parallel dazu sortieren sie, denn für jedes Buch muss der geeignete Standort gefunden werden. „Wir können nicht alle Bücher automatisch in die Historische Bibliothek bringen”, erklärt der Experte für Technikgeschichte, „es sind auch Fachbücher der Natur- und Ingenieurwissenschaftlern dabei, die passen besser in die entsprechende Abteilung der Uni-Bibliothek.”
Also setzt sich Maier regelmäßig sowohl mit der Leiterin der Historischen Bibliothek als auch dem Abteilungsleiter Technik der UB zusammen und klärt, was wohin gehört. Neben Geschichts- oder Ingenieurwissenschaftlern kommen die Bibliothek des Ruhrgebiets oder die Kunsthistoriker als Abnehmer der VDI-Bücher in Frage. Zur Erläuterung zeigt Helmut Maier wunderschöne Hausfassaden sowie Maschinen- und Bauzeichnungen, die sich als Kupferstiche in vielen der Werke finden.

Die Arbeit lohnt

Ganz so einfach ist es also doch nicht. „Ich hätte nicht gedacht, dass so viel Arbeit da drin steckt”, schüttelt Maier lachend den Kopf, zumal schon jetzt feststeht, dass einige Dutzend Bücher überhaupt nicht unterzubringen sind, vornehmlich Dubletten, die schon bei allen denkbaren Abnehmern vorliegen.
Gleichwohl lohnt die Arbeit. „Ich habe mir mal die Mühe gemacht, den Wert einzelner Bücher zu ermitteln”, erzählt Maier und holt den „Atlas zur Zeitschrift für Bauwesen” hervor, versehen mit 65 kunstvollen Kupferstichen, 1882 erschienen. Allein dieser Band ist 250 Euro wert. Beim VDI standen über 40 Atlanten der Jahre 1852 bis 1919. Auch wenn man nicht einfach 250 mit 45 multiplizieren darf, um den Gesamtwert zu ermitteln, so steht doch fest: Diese Reihe ist viele Tausend Euro wert ist. Und sie ist nur ein kleiner Teil der gesamten Schenkung, deren älteste Werke bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen und deren jüngste gerade erschienen und noch originalverpackt sind. „Dafür kann man dem VDI nicht dankbar genug sein”, stellt Helmut Maier fest.
Die VDI-Bücher sind aber noch in anderer Hinsicht wertvoll: Sie sind hervorragende historische Quellen und bilden den Stand des damaligen naturwissenschaftlichen und technischen Wissens ab. Deshalb werden sie auch nicht ausschließlich in Magazinen und Regalen stehen, sondern regelmäßig von Lehrenden und Studierenden genutzt.



 


 

 

 




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