90 Prozent fest verplant
Der erste Bericht über die Studienbeitragsverwendung
liegt vor
90 Prozent ihrer Einnahmen aus Studienbeiträgen
hat die Ruhr-Uni bereits fest für effektive Maßnahmen
zur Verbesserungen der Lehre verplant – immer
mit Zustimmung und meist sogar auf Anregung der Studierenden.
Das geht aus dem „Bericht über die Verwendung
der Studienbeiträge“ hervor, der am 19. Juni
2008 im Senat vorgestellt wurde. Demnach hat die RUB
in den ersten beiden Semestern (Sommersemester 2007
und Wintersemester 2007/2008) knapp 19 Mio. Euro eingenommen.
Das Rektorat ist mit den ersten beiden Semestern mit
Studienbeiträgen hoch zufrieden. Vor allem seien
alle Entscheidungen „mit den Studierenden und
meist auf deren Anregung“ gefallen, so Kanzler
Gerhard Möller auf der Senatssitzung. In den Gremien,
die innerhalb der einzelnen Fakultäten über
die Beitragsverwendung entscheiden, seien die Studierenden
ohnehin in der Mehrzahl, ergänzte der Kanzler.
Anerkennung für die RUB und ihre Verwendungspraxis
gab es auch von außen. Der Stifterverband für
die Deutsche Wissenschaft und das Deutsche Studentenwerk
bescheinigen den NRW-Hochschulen insgesamt einen verantwortungsvollen
Umgang mit den Einnahmen aus Studienbeiträgen.
Die RUB zählte zu den fünf ausgewählten
Hochschulen, die von einer Expertenkommission vor Ort
begutachtet wurden. Explizit gelobt wurde die starke
Einbindung der Studierenden bei den Entscheidungen;
diese seien zudem stets im Sinne einer besseren Lehre
gefallen.
Personal und Literatur
Der Großteil der Studienbeiträge beider
Semester wurde an der RUB für Personal verausgabt:
etwa 61 Prozent. Den größten Anteil daran
hatten studentische Hilfskräfte, gefolgt von wissenschaftlichem
Personal, wissenschaftlichen Hilfskräften und Lehraufträgen.
Etwa 24 Prozent der Studienbeiträge flossen in
laufende Sachkosten (u. a. Literatur und Druckkosten)
und von 14 Prozent der Beiträge wurden Anlagen
bzw. Inventargüter gekauft (Anlagen zur Datenverarbeitung
und technische Geräte).
Dabei gab es zwischen den einzelnen Fächergruppen
Unterschiede. So betrug der Anteil der Personalausgaben
in den Geisteswissenschaften knapp drei Viertel (in
der Fakultät für Sozialwissenschaft waren
es sogar 90 Prozent), bei den Sachkosten dominierte
die Literaturversorgung mit rund zwei Dritteln. In den
Naturwissenschaften hingegen betrugen die Personalkosten
im Durchschnitt weniger als die Hälfte (mit erheblichen
Schwankungen zwischen Mathematik mit 85 Prozent und
Chemie/Biochemie mit 7 Prozent); zwei Drittel davon
entfielen auf studentische Hilfskräfte. Die Mediziner
wiederum gaben weniger als ein Viertel für Personal
aus, dafür wurde die Hälfte der Beiträge
für notwendige Anlagen verwendet.
Betrachtet man die Ausgaben noch genauer, so tauchen
folgende Posten bei (beinahe) allen Fakultäten
(mehr oder weniger differenziert) auf: Tutorien, Mentorenprogramme,
Personal (studentische Hilfskräfte, Lehrbeauftragte,
Lehrstuhlvertretungen etc.), Bibliotheksmittel, Studienberatung,
multimediale Ausstattung, Exkursionen und e-Learning.
In jedem Fall zeichnen sich alle Aufwendungen dadurch
aus, tatsächlich Studium und Lehre zu verbessern;
sie erfüllen damit die zentrale Anforderung, die
im September 2006 in der Beitragssatzung festgelegt
wurde.
Geld für die Förderlinien
Bei der Verwendung der sog. zentralen Mittel (durch
das Rektorat) drehte sich alles um die vier vor einigen
Monaten festgelegten Förderlinien: Verbesserung
der Studienbedingungen durch Verbesserung der Ausstattung;
Verbesserung der Studienbedingungen durch Verbesserung
des Service für Studierende; Verbesserung der Lehre
durch erweiterte und spezielle Angebote; Qualitätssicherung.
Der größte Anteil der zentralen Mittel (45
Prozent) wurde für Personal ausgegeben (vor allem
für nichtwissenschaftliche Tarifbeschäftigte);
für Sachmittel wurden rund 30 Prozent ausgegeben,
für Anlagen bzw. Inventargüter rund 23 Prozent.
Knapp 370.000 Euro flossen beispielsweise in die Unibibliothek,
u. a. für den Ausbau des Medienbestandes und die
Verlängerung der Öffnungszeiten. Mit rund
100.000 Euro wurde das Schreibzentrum ausgebaut, mit
etwa 165.000 Euro das Zentrum für Fremdsprachenausbildung
(inkl. dem Bereich „Deutsch als Fremdsprache“).
Keine Beitragshalbierung
Mit dem in der Langfassung 350-seitigen „Bericht
über die Verwendung der Studienbeiträge“
kam das Rektorat seiner jährlichen Berichtspflicht
gegenüber dem Senat nach, die in der Studienbeitragssatzung
festgelegt wurde. Ursprünglich sollte im Senat
am 19. Juni auch über den Antrag der studentischen
Senatsfraktion abgestimmt werden, die Studienbeiträge
an der RUB von 500 auf 250 Euro pro Semester zu senken.
Aufgrund eines Antrags aus der Professorenfraktion kam
die Abstimmung diesmal jedoch nicht zustande.
ad
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