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RUBENS 126

1. Juli 2008



90 Prozent fest verplant


Der erste Bericht über die Studienbeitragsverwendung liegt vor

90 Prozent ihrer Einnahmen aus Studienbeiträgen hat die Ruhr-Uni bereits fest für effektive Maßnahmen zur Verbesserungen der Lehre verplant – immer mit Zustimmung und meist sogar auf Anregung der Studierenden. Das geht aus dem „Bericht über die Verwendung der Studienbeiträge“ hervor, der am 19. Juni 2008 im Senat vorgestellt wurde. Demnach hat die RUB in den ersten beiden Semestern (Sommersemester 2007 und Wintersemester 2007/2008) knapp 19 Mio. Euro eingenommen.

Das Rektorat ist mit den ersten beiden Semestern mit Studienbeiträgen hoch zufrieden. Vor allem seien alle Entscheidungen „mit den Studierenden und meist auf deren Anregung“ gefallen, so Kanzler Gerhard Möller auf der Senatssitzung. In den Gremien, die innerhalb der einzelnen Fakultäten über die Beitragsverwendung entscheiden, seien die Studierenden ohnehin in der Mehrzahl, ergänzte der Kanzler. Anerkennung für die RUB und ihre Verwendungspraxis gab es auch von außen. Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und das Deutsche Studentenwerk bescheinigen den NRW-Hochschulen insgesamt einen verantwortungsvollen Umgang mit den Einnahmen aus Studienbeiträgen. Die RUB zählte zu den fünf ausgewählten Hochschulen, die von einer Expertenkommission vor Ort begutachtet wurden. Explizit gelobt wurde die starke Einbindung der Studierenden bei den Entscheidungen; diese seien zudem stets im Sinne einer besseren Lehre gefallen.

Personal und Literatur

Der Großteil der Studienbeiträge beider Semester wurde an der RUB für Personal verausgabt: etwa 61 Prozent. Den größten Anteil daran hatten studentische Hilfskräfte, gefolgt von wissenschaftlichem Personal, wissenschaftlichen Hilfskräften und Lehraufträgen. Etwa 24 Prozent der Studienbeiträge flossen in laufende Sachkosten (u. a. Literatur und Druckkosten) und von 14 Prozent der Beiträge wurden Anlagen bzw. Inventargüter gekauft (Anlagen zur Datenverarbeitung und technische Geräte).
Dabei gab es zwischen den einzelnen Fächergruppen Unterschiede. So betrug der Anteil der Personalausgaben in den Geisteswissenschaften knapp drei Viertel (in der Fakultät für Sozialwissenschaft waren es sogar 90 Prozent), bei den Sachkosten dominierte die Literaturversorgung mit rund zwei Dritteln. In den Naturwissenschaften hingegen betrugen die Personalkosten im Durchschnitt weniger als die Hälfte (mit erheblichen Schwankungen zwischen Mathematik mit 85 Prozent und Chemie/Biochemie mit 7 Prozent); zwei Drittel davon entfielen auf studentische Hilfskräfte. Die Mediziner wiederum gaben weniger als ein Viertel für Personal aus, dafür wurde die Hälfte der Beiträge für notwendige Anlagen verwendet.
Betrachtet man die Ausgaben noch genauer, so tauchen folgende Posten bei (beinahe) allen Fakultäten (mehr oder weniger differenziert) auf: Tutorien, Mentorenprogramme, Personal (studentische Hilfskräfte, Lehrbeauftragte, Lehrstuhlvertretungen etc.), Bibliotheksmittel, Studienberatung, multimediale Ausstattung, Exkursionen und e-Learning. In jedem Fall zeichnen sich alle Aufwendungen dadurch aus, tatsächlich Studium und Lehre zu verbessern; sie erfüllen damit die zentrale Anforderung, die im September 2006 in der Beitragssatzung festgelegt wurde.

Geld für die Förderlinien

Bei der Verwendung der sog. zentralen Mittel (durch das Rektorat) drehte sich alles um die vier vor einigen Monaten festgelegten Förderlinien: Verbesserung der Studienbedingungen durch Verbesserung der Ausstattung; Verbesserung der Studienbedingungen durch Verbesserung des Service für Studierende; Verbesserung der Lehre durch erweiterte und spezielle Angebote; Qualitätssicherung. Der größte Anteil der zentralen Mittel (45 Prozent) wurde für Personal ausgegeben (vor allem für nichtwissenschaftliche Tarifbeschäftigte); für Sachmittel wurden rund 30 Prozent ausgegeben, für Anlagen bzw. Inventargüter rund 23 Prozent. Knapp 370.000 Euro flossen beispielsweise in die Unibibliothek, u. a. für den Ausbau des Medienbestandes und die Verlängerung der Öffnungszeiten. Mit rund 100.000 Euro wurde das Schreibzentrum ausgebaut, mit etwa 165.000 Euro das Zentrum für Fremdsprachenausbildung (inkl. dem Bereich „Deutsch als Fremdsprache“).

Keine Beitragshalbierung

Mit dem in der Langfassung 350-seitigen „Bericht über die Verwendung der Studienbeiträge“ kam das Rektorat seiner jährlichen Berichtspflicht gegenüber dem Senat nach, die in der Studienbeitragssatzung festgelegt wurde. Ursprünglich sollte im Senat am 19. Juni auch über den Antrag der studentischen Senatsfraktion abgestimmt werden, die Studienbeiträge an der RUB von 500 auf 250 Euro pro Semester zu senken. Aufgrund eines Antrags aus der Professorenfraktion kam die Abstimmung diesmal jedoch nicht zustande.









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Letzte Änderung: 30.6.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik