40 Mio. für die Exzellenz
Innovationsministerium und Stiftung Mercator unterstützen
die RUB
Das NRW-Innovationsministerium
und die Stiftung Mercator unterstützen mit insgesamt
30 Mio. Euro die Exzellenzentwicklung der Ruhr-Uni. Weitere
10 Mio. Euro steuert die Uni aus eigenen Mitteln oder
aus privatem Kapital bei. Im Sinne einer sog. Public Private
Partnership haben sich die Partner zusammengeschlossen,
um das Zukunftskonzept der Hochschule zu verwirklichen.
In zwei vom Land mit 20 Mio. Euro geförderten
Clustern werden übergreifende Fragen der Lebens-
und der Materialwissenschaften erforscht. Im Cluster „Sensory
Life Sciences – From Protein to Neurocognition“
untersuchen Biologen, Chemiker, Psychologen, Mediziner
und Informatiker die Aufnahme und Verarbeitung von externen
und endogenen Signalen in lebenden Zellen. Ziel ist die
Entschlüsselung molekularer Reaktionsketten und das
daraus resultierende Systemverhalten bis hin zu hohen
kognitiven Leistungen wie Gedächtnisfunktionen. Um
das zu erreichen, werden die etablierten RUB-Schwerpunkte
Proteinforschung und Systemneurowissenschaften eng zusammen
arbeiten, um diese zentrale Fragestellung der Lebenswissenschaften
interdisziplinär vom Molekül bis zum Organismus
vor allem auch beim Menschen zu untersuchen. Die Forscher
der RUB wollen dabei mit dem Max-Planck-Institut für
Molekulare Physiologie Dortmund, der TU Dortmund und der
Uni Duisburg-Essen kooperieren.
Materialwissenschaftlicher Verbund
Zukunftsweisende materialwissenschaftliche Forschung
wird an der RUB in zahlreichen Fakultäten betrieben,
insbesondere Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik,
Chemie und Biochemie, Physik sowie Geowissenschaften.
Diese Aktivitäten sollen in einem übergreifenden
materialwissenschaftlichen Verbund fokussiert werden,
zusammen mit dem Institut für Materialwissenschaftliche
Simulationsforschung ICAMS. Kooperationen mit Industriepartnern
und außeruniversitären Forschungseinrichtungen,
insbesondere den Max-Planck-Instituten in Düsseldorf
(MPI für Eisenforschung) und Mülheim (MPI
für Bioanorganische Chemie und MPI für Kohlenforschung),
sollen ausgebaut werden. Als neuartige Technologieplattformen
für Transfer-Aktivitäten sollen sog. Applied
Competence Clusters (ACC), geschaffen werden; geplant
sind ein ACC Terahertztechnologie und ein ACC Plasmatechnologie.
Die Forschungsschwerpunkte berücksichtigen sowohl
grundlegende als auch anwendungsbezogene Fragestellungen,
z.B. Design und Lebensdauer mikro- und nanoskaliger
Maschinen und Werkstoffe, Dünnschichtmaterialien,
Grenzflächenkatalyse, Plasmatechnologien für
Oberflächen, Entwicklung und Anwendungen der Terahertz-Spektroskopie
und die ab initio-Simulation von Materialien (ICAMS).
Beide Cluster fußen auf der Arbeit von fünf
Forschungsabteilungen, die im Zuge der Umsetzung des
Zukunftskonzepts aufgebaut und untereinander vernetzt
werden: in den Lebenswissenschaften die Forschungsabteilungen
„Protein Networks“ und „Center of
Synergic Neurosciences“, in den Natur- und Ingenieurwissenschaften
die Bereiche „Integrity of Small Scale Systems“,
„Interfacial Systems Chemistry“ und „Plasmas
with Complex Interactions“. Die Forschungsabteilungen
sind – ähnlich wie DFG-Sonderforschungsbereiche
– thematisch fokussiert, interdisziplinär
ausgerichtet, werden auf Zeit eingerichtet und bilden
besondere Forschungsschwerpunkte der Uni ab.
Junior & Senior
Mit den Mitteln der Stiftung Mercator (10 Mio. Euro)
wird die RUB zwei „Mercator Forschergruppen“
einrichten. Darin arbeiten Nachwuchsprofessoren eigenständig
an einem interdisziplinär angelegten Thema. Sie
holen sich die Unterstützung wechselnder „Senioren“,
die auf eine langjährige wissenschaftliche Laufbahn
zurückblicken. Ihren „Senior“, etwa
einen herausragenden Emeritus aus dem In- oder Ausland,
wählen die jungen Forscher selbst aus und laden
ihn ein. Als erste wird die Mercator Forschergruppe
„Strukturen des Gedächtnisses“ ihre
Arbeit aufnehmen. Drei Nachwuchsprofessoren und acht
Doktoranden bearbeiten in drei Arbeitsgruppen Themen
rund um die Funktionelle Architektur, die Neurobiologie
und die Theorie des Gedächtnisses. Die Gruppe ist
wesentlicher Bestandteil des „Center for Synergic
Neurosciences“. Die einzigartige Forschungsorganisation
und die hervorragende Ausstattung des Projekts sollen
einen Durchbruch im Verständnis der Hirnmechanismen
des Erinnerns ermöglichen. Die zentrale Doktorandenausbildung
findet unter dem Dach der International Graduate School
of Neuroscience (IGSN) und der universitätsweiten
Research School statt. Eine zweite Mercator Forschergruppe
wird 2009 in den Geisteswissenschaften eingerichtet.
Die Gruppen sind auf sechs Jahre ausgelegt.
md
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