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RUBENS 126

1. Juli 2008


Daumen rauf



Die DFG verlängert drei Sonderforschungsbereiche


Drei Sonderforschungsbereiche mit Beteilung der RUB wurden im Frühjahr von der Deutschen Forschungsgemeinschaft begutachtet, dreimal ging anschließend der Daumen nach oben: Verlängerung ab Juli 2008 – für drei bzw. vier Jahre. Die Freude bei den Bochumer Proteinforschern, Geowissenschaftlern und Physikern über viele weitere Millionen Fördergelder war groß.


Für die Beteiligten an den Sonderforschungsbereichen (SFB) gehört es zum normalen Geschäft: Etwa drei Jahre nach der ersten Bewilligung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft kommen hochkarätige Gutachter in die Labore und gucken, was die Forscherinnen und Forscher bislang geschafft haben und ob sich lohnt, weitere Millionen in die Projekte zu stecken. In Bochum war man im Frühjahr ziemlich optimistisch, als der obligatorische Besuch anstand: bei zwei an der RUB ansässigen SFB und bei einem sog. Transregio SFB, an dem die RUB beteiligt ist. Dieser Optimismus war berechtigt, denn nur kurz nach der Begutachtung stand fest: Alle drei SFB werden verlängert, also ein glatter Durchmarsch.

Proteine als Regler

Der SFB 642 (GTP- und ATP-abhängige Membranprozesse, Sprecher: Prof. Klaus Gerwert) wird sogar gleich um vier weitere Jahre verlängert. In ihm stehen die Proteine im Blickpunkt: Sie regeln sämtliche Lebensprozesse in der Natur und bestimmen u. a. auch das Wachstum oder die Teilung der Zellen. Wegen ihrer Regelfunktion sind Proteine von größtem Interesse für die Wissenschaft und für die medizinische Anwendung: „Wenn man herausfindet, wie diese Proteine arbeiten, wie sie zusammenspielen und welche Prozesse sie steuern, könnte man auch gezielt eingreifen und krankmachende Abläufe blockieren“, erklärt Prof. Gerwert. Am SFB sind 15 Teams aus den Bochumer Fakultäten Biologie und Biotechnologie, Chemie und Biochemie sowie Medizin, der TU Dortmund und dem Max Planck Institut für molekulare Physiologie Dortmund beteiligt: mit insgesamt rund 200 Wissenschaftlern. Die Fördersumme des SFB wurde von sechs Millionen in der ersten Förderperiode auf jetzt 9,6 Millionen Euro aufgestockt. Zusätzlich wurden zwölf Doktorandenstipendien für eine SFB-interne Graduierten-Schule zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses bewilligt.

Die Erde in Bewegung

Beim SFB 526 (Rheologie der Erde, Sprecher: Prof. Wolfgang Friederich) dreht sich alles um unseren Heimatplaneten. Die Erde ist aufgrund ihres Aufbaus und des Temperaturfelds im Inneren dauernder Veränderung unterworfen. Konvektionsbewegungen im Erdmantel sind der Motor für die Bewegung der Lithosphärenplatten, wobei die Verformung vor allem auf die Plattengrenzen konzentriert ist. Unmittelbares Zeugnis dafür sind Vulkanismus und Erdbeben. Letztere sind Ausdruck bruchhafter Verformung im oberen, kälteren Stockwerk der Lithosphäre. Entscheidend für das Verständnis dieser Vorgänge ist das mechanische Verhalten der Gesteine unter den unterschiedlichen Randbedingungen innerhalb der Lithosphäre, das Thema des SFB 526. Er konzentriert sich auf das mechanische Verhalten der Materialien der Erde in allen Maßstäben von der Oberfläche bis in große Tiefen, wobei ein breites Spektrum an Methoden zum Einsatz kommt. Wissenschaftler aus den Bereichen Geophysik, Geologie, Kristallographie, Petrologie, Materialwissenschaften, Mechanik und Bauingenieurwesen (Grundbau und Bodenmechanik) kooperieren in 16 Teilprojekten, zusammengefasst zu vier Projektbereichen.

Hadronen in Wechselwirkung

Beim Transregio SFB 16 (Elektromagnetische Anregung subnuklearer Systeme) fungiert die Uni Bonn als Sprecherhochschule, Bochumer Physiker sind entscheidend beteiligt. Der SFB steht unter dem Motto: Hadronen erforschen heißt auch das Universum erforschen. Denn Hadronen sind Elementarteilchen, von deren prominentesten Vertretern, den Protonen und Neutronen, den Grundbausteinen der Atomkerne, auch die Masse der Sterne und Galaxien stammt. Sie unterliegen der starken Wechselwirkung, den sog. Kernkräften. Man unterscheidet bislang zwei Gruppen von Hadronen, je nachdem, ob sie sich aus zwei oder drei Quarks zusammensetzen. Doch die Forschung der letzten Jahre fördert immer neue Arten von Hadronen zutage: Meist werden sie theoretisch voraus berechnet und schließlich in Teilchenbeschleunigern nachgewiesen. So trugen die Berechnungen der Bochumer Forscher im Transregio SFB maßgeblich zur Entdeckung des sog. Fünf-Quark-Teilchens bei, die international großes Aufsehen erregte. Experimentelles Zentrum des SFB ist die Elektronen-Stretcher-Anlage (ELSA) am Physikalischen Institut der Uni Bonn. Die Wissenschaftler der Unis Bochum, Bonn und Gießen betreiben hier gemeinsame Grundlagenforschung und nehmen mit einer Reihe von Detektoren die innere Struktur der Protonen und Neutronen unter die Lupe. md/ad

Infos zu allen Sonderforschungsbereichen der RUB: www.rub.de/forschung/sfb.htm




md/ad
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Letzte Änderung: 30.6.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik