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RUBENS 126

1. Juli 2008



Vermarkten, patentieren, ausgründen



Die rubitec GmbH feiert ihr zehnjähriges Bestehen



Auf zehn Jahre erfolgreiche Arbeit in der Vermarktung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen blickt die rubitec GmbH zurück. Die Gesellschaft für Innovation und Technologie der Ruhr-Universität startete im März 1998 und hat seitdem u. a. etwa 50 Firmengründungen aktiv unterstützt, rund 60 Patente angemeldet und zum Teil vermarktet, sowie Studierende und Wissenschaftler der RUB in zahlreichen Veranstaltungen über die Themen Selbstständigkeit und Existenzgründung informiert. Ihr Jubiläum feierte die rubitec im Mai mit der Verleihung der Transfer- und Erfinderpreise 2007.

„Die rubitec ist stetig gewachsen und war von Beginn an wirtschaftlich unabhängig“, sagt Dr. Karl Grosse, der seit Gründung der Transfergesellschaft ihr Geschäftsführer ist. Die Mitarbeiterzahl stieg von sieben auf 16, der Umsatz von ca. 350.000 Euro (1999) auf knapp eine 2,7 Mio. (2007). „Unser Geschäft läuft gut und ist stabil“, so Grosse, „und in all den Jahren war das Betriebsergebnis positiv. Den Gesellschafter hat es gefreut.“ Der Gesellschafter, das ist heute allein die RUB. Als die rubitec gegründet wurde, zählten noch die Sparkasse Bochum, das Technologiezentrum Ruhr (TZR) und ein Ingenieurbüro dazu, die Ruhr-Uni war Mehrheitsgesellschafterin. Mit dem Start der sog. Patentverwertungsoffensive des Bundesforschungsministeriums wurde die rubitec im August 2001 dann zu einer 100-prozentigen Tochter der RUB.
Was sich wie eine durchgehende Erfolgsgeschichte liest, war zu Beginn jedoch ein steiniger und langer Weg. Die Idee, eine eigene Transfergesellschaft zu gründen, verfolgte Altrektor Prof. Manfred Bormann schon seit seinem Amtsantritt im Jahr 1994. Von da an galt es, viele teils auch hohe Hürden zu nehmen, Klippen zu umschiffen und in der Uni wie außerhalb viel Überzeugungsarbeit zu leisten – vor allem im NRW-Wissenschaftsministerium. „Rückblickend kann man nur verwundert feststellen, wie schwierig manche Angelegenheiten im Hochschulbereich noch vor zehn, fünfzehn Jahren waren“, sagt der Physiker Bormann, der seit Gründung von rubitec Vorsitzender des fünfköpfigen Beirats ist.

Überzeugungsarbeit in Moskau

In einer Zeit, da Marketing, Vermarktung und Transfer noch nicht zum Repertoire der Hochschulen gehörten, betrat die Ruhr-Uni Neuland. Eine professionelle Transfergesellschaft gab es damals nur in Hamburg-Harburg. Um das erste Unternehmen dieser Art in NRW gründen zu können, musste unter anderem der steuerrechtliche Status der Uni genauestens bestimmt werden, musste die Universität gegenüber dem NRW-Wirtschaftsministerium eine „Patronatserklärung“ abgeben – eine Art Bürgschaft für Einnahmeausfälle.
Als „Durchbruch“ jedoch bezeichnet Bormann eine Dienstreise nach Russland, auf der er die damalige Wissenschaftsministerin Anke Brunn begleitete. Ihr Ministerium hatte „angesichts der Neuheit unseres Anliegens“ Bedenken und Einwände. Erst bei einem abendlichen Spaziergang durch Moskau konnte Bormann sie von der Idee überzeugen. „Je länger und hartnäckiger wir am Ball blieben, um so mehr nahm die Aufgeschlossenheit auf der anderen Seite zu“, so der Altrektor. Sein Rektorat traf nicht zuletzt auch auf Widerstände im Senat der RUB. Die Studierenden befürchteten den „Verrat der hehren Idee der deutschen Universität“ durch zunehmende Kommerzialisierung, erzählt Prof. Bormann, „und die Ingenieure fanden, dass eine solche Gesellschaft eigentlich bei ihnen am besten aufgehoben sei.“ Bormanns Fazit: „1997 ging es im Senat hoch her, aber letztendlich fand das Projekt dann auch hier Zustimmung.“
Die Beharrlichkeit zahlte sich aus. „Die ersten zehn Jahre waren eine interessante und spannende Zeit“, resümiert Karl Grosse, „die rubitec hat sich in diesem Zeitraum besser als erwartet entwickelt.“ Heute, da vergleichbare Unternehmen, Patent- und Gründerverbünde an den Hochschulen selbstverständlich sind, blickt der Geschäftsführer der „ältesten“ Transfergesellschaft Nordrhein-Westfalens zuversichtlich voraus: „Insgesamt sind die Hochschulen wirtschaftsnäher ausgerichtet und der Anwendungsbezug der Forschung hat zugenommen.“ Es wird der rubitec auch in den nächsten zehn Jahren nicht an Arbeit, Projekten und Ideen mangeln.

Ruhr@venture 2008
Am 18. Juni wurden die Preise im Businessplanwettbewerb von rubitec, Ruhr@venture 2008, vergeben: Der erste Platz ging an die Protectimmun GmbH von Dr. Marion Kauth, Prof. Dr. Albrecht Bufe, Prof. Dr. Otto Holst und Dr. Till Gombert. Das Unternehmen entwickelt innovative Arzneimittel auf der Basis von natürlichen Substanzen aus dem allergie-protektiven Milieu traditioneller Bauernhöfe. Den zweiten Platz belegte die Firma Vakzin Factory von Dr. Thomas Grunwald und Prof. Dr. Klaus Überla vor der Firma Rookai System von Kai Piontek.

jw
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Letzte Änderung: 30.6.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik