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RUBENS 125

1. Juni 2008

Da haste Ton



Sonderausstellung in den Kunstsammlungen: Keramiken aus dem Iran

Die Vorbereitungen liefen Ende Mai auf Hochtouren, damit pünktlich zum 1. Juni alle Keramiken und Kleinplastiken auf ihren Plätzen stehen konnten. Schließlich geht es bei der Sonderausstellung in den Kunstsammlungen um ein richtig großes Projekt: Die „Streifzüge durch Persien“ präsentieren nicht weniger als „5.500 Jahre Geschichte in Ton“. Drei Monate lang können die rund 220 Kunstwerke im Campusmuseum am Forum bewundert werden.

Die in der Ausstellung gezeigten Altertümer geben einen Einblick in die iranische Kulturgeschichte vom späten 5. Jahrtausend vor Chr. bis in das islamische Mittelalter. Zugleich spiegelt die Ausstellung die großen Unterschiede der Kulturlandschaften Irans wider, dessen Gebiet mehr als viermal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland ist: Es reicht von den Gebieten Nordirans, von Aserbaidschan und den grünen Landschaften am Kaspischen Meer, über die ariden und wüstenähnlichen Zonen im Zentrum des Landes, weiter über das durch Oasenkulturen geprägte Zentralplateau, oder die durch das karge Faltengebirge des Zagros geformten Landschaften im Westen (Kurdistan, Fars) bis hin zum feuchten Tiefland Südmesopotamiens. Sein iranischer Anteil, die Provinz Khuzestan, wurde im 3. und 2. Jahrtausend vor Chr. zur zentralen Kulturlandschaft Elams. Diese naturräumliche Vielfalt kehrt auch in den archäologischen Kulturen und ihren charakteristischen materiellen Zeugnissen wieder. Insofern lag es nahe, landschaftliche Einheiten herauszustellen und nach ihnen die Funde zu ordnen.

Seltene Geschlossenheit

Nur selten hat man die Gelegenheit, die wechselhafte Geschichte des alten Persien vor dem Hintergrund seiner keramischen Gattungen in einer solchen Geschlossenheit zu verfolgen. Dabei wird erkennbar, dass es nicht einen Iran gibt, sondern ein äußerst vielfältiges Land mit tausend Gesichtern. Ausgestellt werden über 220 Objekte, zu denen neben der Keramik auch Kleinplastiken und Waffen aus Stein und Bronze gehören. Die Ausstellung entstand in enger Kooperation zwischen der Ruhr-Universität und dem Deutschen Bergbau-Museum. Ihre Realisierung und der Katalog wurden von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung finanziert; der 270 Seiten umfassende Katalog, herausgegeben von Thomas Stöllner, kostet 20 Euro.
Neben öffentlichen Führungen, unter anderem direkt am Eröffnungstag (14.30 h), wird die Ausstellung auch von Vorträgen begleitet. Am 24. Juni (18 h) beispielsweise wird Dr. Christian Piller (München) in die Kunstsammlungen kommen, sein Thema: „Zwischen Marlik und Hasanlu: Die frühe Eisenzeit in Nordiran“.

Info: Streifzüge durch Persien. 5500 Jahre Geschichte in Ton, 1.6.-31.8.2008, Sonderausstellung in den Kunstsammlungen der RUB, Öffnungszeiten: Di-Fr 11-17, Sa/So 11-18 h, Eintritt frei, mehr: http://www.rub.de/kusa/AktuellesFrame.htm



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Letzte Änderung: 31.5.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik