Da
haste Ton
Sonderausstellung in den Kunstsammlungen: Keramiken
aus dem Iran
Die Vorbereitungen liefen Ende Mai auf Hochtouren,
damit pünktlich zum 1. Juni alle Keramiken und
Kleinplastiken auf ihren Plätzen stehen konnten.
Schließlich geht es bei der Sonderausstellung
in den Kunstsammlungen um ein richtig großes Projekt:
Die „Streifzüge durch Persien“ präsentieren
nicht weniger als „5.500 Jahre Geschichte in Ton“.
Drei Monate lang können die rund 220 Kunstwerke
im Campusmuseum am Forum bewundert werden.
Die in der Ausstellung gezeigten Altertümer
geben einen Einblick in die iranische Kulturgeschichte
vom späten 5. Jahrtausend vor Chr. bis in das islamische
Mittelalter. Zugleich spiegelt die Ausstellung die großen
Unterschiede der Kulturlandschaften Irans wider, dessen
Gebiet mehr als viermal so groß wie die Bundesrepublik
Deutschland ist: Es reicht von den Gebieten Nordirans,
von Aserbaidschan und den grünen Landschaften am
Kaspischen Meer, über die ariden und wüstenähnlichen
Zonen im Zentrum des Landes, weiter über das durch
Oasenkulturen geprägte Zentralplateau, oder die
durch das karge Faltengebirge des Zagros geformten Landschaften
im Westen (Kurdistan, Fars) bis hin zum feuchten Tiefland
Südmesopotamiens. Sein iranischer Anteil, die Provinz
Khuzestan, wurde im 3. und 2. Jahrtausend vor Chr. zur
zentralen Kulturlandschaft Elams. Diese naturräumliche
Vielfalt kehrt auch in den archäologischen Kulturen
und ihren charakteristischen materiellen Zeugnissen
wieder. Insofern lag es nahe, landschaftliche Einheiten
herauszustellen und nach ihnen die Funde zu ordnen.
Seltene Geschlossenheit
Nur selten hat man die Gelegenheit, die wechselhafte
Geschichte des alten Persien vor dem Hintergrund seiner
keramischen Gattungen in einer solchen Geschlossenheit
zu verfolgen. Dabei wird erkennbar, dass es nicht einen
Iran gibt, sondern ein äußerst vielfältiges
Land mit tausend Gesichtern. Ausgestellt werden über
220 Objekte, zu denen neben der Keramik auch Kleinplastiken
und Waffen aus Stein und Bronze gehören. Die Ausstellung
entstand in enger Kooperation zwischen der Ruhr-Universität
und dem Deutschen Bergbau-Museum. Ihre Realisierung
und der Katalog wurden von der Alfried Krupp von Bohlen
und Halbach-Stiftung finanziert; der 270 Seiten umfassende
Katalog, herausgegeben von Thomas Stöllner, kostet
20 Euro.
Neben öffentlichen Führungen, unter anderem
direkt am Eröffnungstag (14.30 h), wird die Ausstellung
auch von Vorträgen begleitet. Am 24. Juni (18 h)
beispielsweise wird Dr. Christian Piller (München)
in die Kunstsammlungen kommen, sein Thema: „Zwischen
Marlik und Hasanlu: Die frühe Eisenzeit in Nordiran“.
Info: Streifzüge durch Persien.
5500 Jahre Geschichte in Ton, 1.6.-31.8.2008, Sonderausstellung
in den Kunstsammlungen der RUB, Öffnungszeiten:
Di-Fr 11-17, Sa/So 11-18 h, Eintritt frei, mehr: http://www.rub.de/kusa/AktuellesFrame.htm
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