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RUBENS 125

1. Juni 2008



Persönlich



Leute an der RUB


Neu ernannt
Prof. Dr. Jürgen Straub (Jahrgang 1958) besetzt seit April den Lehrstuhl für „Sozialtheorie und Sozialpsychologie“ an der Fakultät für Sozialwissenschaft. Nach dem Studium der Psychologie, Soziologie und Philosophie in Zürich und Erlangen war Straub u. a. (Ober-) Assistent und apl. Professor am Institut für Psychologie der Uni Erlangen-Nürnberg, Fellow am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Uni Bielefeld, Mitglied des Vorstands des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen, Fellow und Leiter einer interdisziplinären Studiengruppe ebendort sowie Vertreter der Professur für Mikrosoziologie an der Uni Gießen und Forschungsprofessor im Studium fundamentale der Uni Witten-Herdecke. Zuletzt war Straub Professor für Interkulturelle Kommunikation an der TU Chemnitz. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen: Grundlagenprobleme interdisziplinärer Sozial- und Kulturwissenschaften; Sozial-, Kultur-, Handlungs-, Identitätstheorie; Kulturpsychologie; Kulturvergleich, interkulturelle Kommunikation und Kompetenz; Konflikte, Gewalt und Verständigung in modernen Gesellschaften; Gedächtnistheorie, Geschichtsbewusstsein; Migration und Gesundheit, interkulturelle Psychotherapieforschung; Theorie, Methodologie und Methodik qualitativer Forschung.


Seit April ist Dr. Cornel Zwierlein Juniorprofessor für Umweltgeschichte an der RUB. Er besetzt somit ein im deutschen Sprachraum noch gering institutionalisiertes Fach. Die Bochumer Umweltgeschichte soll laut Zwierlein methodisch auf eine Vielzahl von Ansätzen zurückgreifen, von kulturgeschichtlichen und -theoretischen Konzepten bis zu Anleihen bei Wirtschaftsgeschichte oder auch der Ethnologie. In der Lehre will er sukzessiv eine epochale Tiefe von der Vormoderne bis in die Gegenwart vermitteln. In der Forschung liegt der Akzent enger auf dem Übergang von der Vormoderne zur Moderne. Zu den Schwerpunkten zählt hier das Verhältnis von Umweltgeschichte und Versicherungsgeschichte. Cornel Zwierlein (Jahrgang 1973) studierte in München und Tours parallel Neuere deutsche Literatur, Griechische Philologie und Theaterwissenschaften, Jura sowie Histoire moderne und schloss zwischen 1997 und 1999 alle drei Studiengänge ab (Jura bis zum 1. Staatsexamen). 2003 wurde er an der Uni München promoviert. Bis zu seinem Ruf nach Bochum war Zwierlein am dortigen Historicum, Abteilung Frühe Neuzeit, als wissenschaftlicher Assistent tätig.


Ebenfalls seit April besetzt Dr. Jenny Oesterle die Juniorprofessur für „Geschichte des Mittelmeerraums im Mittelalter“. Jenny Oesterle (Jahrgang 1978) studierte ab 1997 Geschichtswissenschaft, Islamwissenschaft und Evangelische Theologie in Gießen. Nach einem Auslandssemester an der Hebräischen Universität Jerusalem (gefördert von der Studienstiftung des deutschen Volkes) setzte sie ihr Studium (nun mit dem Schwerpunkt Mittelalterliche Geschichte) ab 2000 in Münster fort. Im Januar 2003 begann Oesterle ihre Dissertation zum Thema „Kalifat und Königtum im Vergleich. Herrschaftsrepräsentation der Fatimiden, Ottonen und Salier an religiösen Hochfesten“. 2007 wurde sie in Münster promoviert. Bereits seit 2006 arbeitete sie als Assistentin am Historischen Seminar der TU Braunschweig, wo sie bis zu ihrem Ruf nach Bochum tätig war.


In der zweiten Hälfte des Sommersemesters besetzt Prof. Dr. Wang Zheng die Marie-Jahoda-Gastprofessur für Internationale Geschlechterforschung. Wang Zheng ist Professorin für Women‘s Studies am Institut für Research on Women and Gender an der University of Michigan. Ihre wichtigsten Forschungsschwerpunkte sind Geschlechterverhältnisse und Frauenbewegungen in China. Sie untersucht Wang Zheng sowohl in ihrer historischen Entwicklung als auch gegenwärtig. Weiterhin beschäftigt sie sich mit dem Wandel des chinesischen Geschlechterdiskurses in Bezug auf sozialökonomische, politische und kulturelle Transformationen im letzten Jahrhundert. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt untersucht sie Geschlecht in städtischen maoistischen Organisationen. In Bochum wird Prof. Wang gemeinsam mit Prof. Ilse Lenz das Seminar „Women‘s Movements in Internationalization“ an der Fakultät für Sozialwissenschaft und im Studiengang Gender Studies anbieten (Mi 12-14 h). Es wird auf Englisch stattfinden und steht Interessierten aller Fachrichtungen offen. Prof. Wang wird während ihres Aufenthaltes zudem drei Vorträge halten – darunter einen am 13. Juni auf der Konferenz zum Thema „40 Jahre Frauenbewegung an der RUB“. Weitere Infos: www.rub.de/jahoda.

Nachrufe
Die Ruhr-Uni trauert um ihren ersten Kanzler: Dr. jur. Dr. h. c. Wolfgang Seel starb am 4. Mai im Alter von 92 Jahren. Wolfgang Seel gebührt das Verdienst, ab Juli 1963 den Aufbau der soeben gegründeten RUB unermüdlich mit betrieben und die Verwaltung der RUB 17 Jahre lang geleitet zu haben. „Mit Wolfgang Seel verlieren wir einen langjährigen Freund und einen großen Mann aus der so genannten Gummistiefelgeneration. Er hat sich stets fachkundig und kompetent für eine wissenschaftlich starke Universität eingesetzt“ so Rektor Prof. Elmar Weiler. Kanzler Gerhard Möller, der Nach-Nachfolger im Amt, pflichtet dem bei: „Als Kanzler hat sich Wolfgang Seel stets für eine schlanke Verwaltung zugunsten der Wissenschaft eingesetzt. So ist nicht zuletzt auf ihn zurückzuführen, dass z. B. das Verwaltungsgebäude der Ruhr-Universität als letztes Gebäude errichtet worden ist.“ Wolfgang Seel wurde am 3. Dezember 1915 in Breslau geboren. Nach dem Abitur (1935) in seiner Heimatstadt folgte der Militärdienst. Das Studium der Jurisprudenz, im Wintersemester 1938/39 in Breslau aufgenommen, musste er wegen des 2. Weltkriegs bald abbrechen. 1941 kam er in kanadische Gefangenschaft. Nach dem Krieg führte er sein Studium in Köln fort, wo er 1947 die erste Staatsprüfung ablegte. Ein Jahr später wurde er in Köln mit einer vergleichenden Arbeit über das Oberhaus in Großbritannien und den Senat in den USA promoviert. 1951 trat Seel in den Staatsdienst in NRW (Hochschulabteilung im Kultusministerium) ein. Im Juli 1963 wurde er zum ersten Kanzler der soeben gegründeten Ruhr-Universität ernannt. Als ihr Verwaltungschef war Seel mehr als nur eine nüchterner Verwaltungsfachmann; er erwies sich als „homo politicus“, der in den folgenden 17 Jahren mit insgesamt acht Rektoren zusammenarbeitete.


Das Rektorat und die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RUB trauern um Prof. Dr. Hans Severin, der am 17. April im Alter von 87 Jahren gestorben ist. Prof. Severin hat die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik in ihren Anfängen nach Gründung der RUB (1965) als Abteilung für Elektrotechnik mit aufgebaut und über zwei Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt. Als Inhaber des Lehrstuhls für Hoch- und Höchstfrequenztechnik lehrte und forschte er auf den Gebieten Elektromagnetische Wellen, Antennen, Hochfrequenztechnik, Mikrowellen- und Millimeterwellentechnik. Die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik verliert in Prof. Dr. Hans Severin einen hoch geschätzten Kollegen und angesehen Wissenschaftler.

Rufe & Ehre
Prof. Jürgen König (Physik & Astronomie) hat den Ruf auf eine W3-Professur für Theoretische Physik an der Uni Duisburg-Essen zum 1.4. angenommen.

PD Dr. Katharina Theis-Bröhl (Physik & Astronomie) hat den Ruf auf eine Professur für Werkstofftechnik, Physik und Mathematik an der Hochschule Bremerhaven zum 1.3. angenommen.

Dr. Michiel Morshuis übernimmt ab Juni die Leitung des Kunstherzprogramms der Klinik für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie am Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen. Er löst Dr. Aly El Banayosy ab, der einen Ruf an das Penn State Milton Hershey Medical Center in Pennsylvania erhalten hat. Die Aufgaben im Forschungsbereich Kunstherzen übernimmt Dr. Sebastian Schulte-Eistrup, der bereits an der Entwicklung neuer mechanischer Kreislaufunterstützungssysteme mitgewirkt hat.

Jörg-Markus zur Oven, seit 2002 Leiter der Campusgastronomie des Akafö, hat im Mai die Leitung des Referates Hochschulgastronomie beim Deutschen Studentenwerk in Berlin übernommen.

Seit dem 18. April ist Prof. Werner Brilon (Bau- und Umweltingenieurwissenschaften) Ehrenprofessor der TU Krakau. Bei der Feierstunde betonte Krakaus Rektor Prof. Józef Gawlik (links) die weltweite Geltung von Brilons Arbeiten. Er hob insbesondere die wissenschaftlich fundierte, praxisnahe Forschungstätigkeit von Brilon hervor. So werden auch in Polen die in Bochum entwickelten Standards für die verkehrstechnische Bemessung von Kreuzungsbereichen angewandt. Vor allem die Bochumer Spezialität, die Planung von Kreisverkehren, hat während der fast 25 Jahre andauernden Zusammenarbeit mit den Verkehrswissenschaftlern der TU Krakau Eingang in die polnische Verkehrsplanung gefunden.

Ende Mai wurde der Ernst-Zander-Preis 2008 an der Ruhr-Universität vergeben. Durch diesen von Prof. Dr. Ernst Zander gestifteten Preis werden alljährlich herausragende wissenschaftliche Leistungen (vorrangig Dissertationen) aus allen Fakultäten der RUB, insbesondere aus den Fakultäten für Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft und Ingenieurwissenschaft ausgezeichnet. In diesem Jahr wurde der Preis wie auch in den Vorjahren geteilt. Ausgezeichnet wurden Dr. Daniel Kortmann („Dienstleistungsgestaltung hybrider Leistungsbündel“, Betreuer: Prof. Dr. Horst Meier), Dr. Peter Weber („Analyse von Lern-Service-Geschäftsmodellen vor dem Hintergrund eines sich transformierenden Bildungswesens“, Betreuer: Prof. Dr. Roland Gabriel) und Dr. Jens Wiggershaus („Ein wertorientiertes Auftragsannahmeverfahren für das Revenue Management in der Sachgüterindustrie“, Betreuerin: Prof. Dr. Brigitte Werners). Die drei Dissertationen wurden mit höchster Auszeichnung bewertet.

Dr. Klaus Hoffmann (Universitätshautklinik Bochum) ist seit Mitte Mai Ehrenmitglied der International Society for Biophysics and Imaging of the Skin.







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Letzte Änderung: 31.5.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik