Persönlich
Leute an der RUB
Neu ernannt
Prof. Dr. Jürgen Straub (Jahrgang
1958) besetzt seit April den Lehrstuhl für „Sozialtheorie
und Sozialpsychologie“ an der Fakultät für
Sozialwissenschaft. Nach dem Studium der Psychologie,
Soziologie und Philosophie in Zürich und Erlangen
war Straub u. a. (Ober-) Assistent und apl. Professor
am Institut für Psychologie der Uni Erlangen-Nürnberg,
Fellow am Zentrum für interdisziplinäre Forschung
der Uni Bielefeld, Mitglied des Vorstands des Kulturwissenschaftlichen
Instituts Essen, Fellow und Leiter einer interdisziplinären
Studiengruppe ebendort sowie Vertreter der Professur
für Mikrosoziologie an der Uni Gießen und
Forschungsprofessor im Studium fundamentale der Uni
Witten-Herdecke. Zuletzt war Straub Professor für
Interkulturelle Kommunikation an der TU Chemnitz. Zu
seinen Forschungsschwerpunkten zählen: Grundlagenprobleme
interdisziplinärer Sozial- und Kulturwissenschaften;
Sozial-, Kultur-, Handlungs-, Identitätstheorie;
Kulturpsychologie; Kulturvergleich, interkulturelle
Kommunikation und Kompetenz; Konflikte, Gewalt und Verständigung
in modernen Gesellschaften; Gedächtnistheorie,
Geschichtsbewusstsein; Migration und Gesundheit, interkulturelle
Psychotherapieforschung; Theorie, Methodologie und Methodik
qualitativer Forschung.
Seit April ist Dr. Cornel Zwierlein Juniorprofessor
für Umweltgeschichte an der RUB. Er besetzt somit
ein im deutschen Sprachraum noch gering institutionalisiertes
Fach. Die Bochumer Umweltgeschichte soll laut Zwierlein
methodisch auf eine Vielzahl von Ansätzen zurückgreifen,
von kulturgeschichtlichen und -theoretischen Konzepten
bis zu Anleihen bei Wirtschaftsgeschichte oder auch
der Ethnologie. In der Lehre will er sukzessiv eine
epochale Tiefe von der Vormoderne bis in die Gegenwart
vermitteln. In der Forschung liegt der Akzent enger
auf dem Übergang von der Vormoderne zur Moderne.
Zu den Schwerpunkten zählt hier das Verhältnis
von Umweltgeschichte und Versicherungsgeschichte. Cornel
Zwierlein (Jahrgang 1973) studierte in München
und Tours parallel Neuere deutsche Literatur, Griechische
Philologie und Theaterwissenschaften, Jura sowie Histoire
moderne und schloss zwischen 1997 und 1999 alle drei
Studiengänge ab (Jura bis zum 1. Staatsexamen).
2003 wurde er an der Uni München promoviert. Bis
zu seinem Ruf nach Bochum war Zwierlein am dortigen
Historicum, Abteilung Frühe Neuzeit, als wissenschaftlicher
Assistent tätig.
Ebenfalls seit April besetzt Dr. Jenny Oesterle
die Juniorprofessur für „Geschichte
des Mittelmeerraums im Mittelalter“. Jenny Oesterle
(Jahrgang 1978) studierte ab 1997 Geschichtswissenschaft,
Islamwissenschaft und Evangelische Theologie in Gießen.
Nach einem Auslandssemester an der Hebräischen
Universität Jerusalem (gefördert von der Studienstiftung
des deutschen Volkes) setzte sie ihr Studium (nun mit
dem Schwerpunkt Mittelalterliche Geschichte) ab 2000
in Münster fort. Im Januar 2003 begann Oesterle
ihre Dissertation zum Thema „Kalifat und Königtum
im Vergleich. Herrschaftsrepräsentation der Fatimiden,
Ottonen und Salier an religiösen Hochfesten“.
2007 wurde sie in Münster promoviert. Bereits seit
2006 arbeitete sie als Assistentin am Historischen Seminar
der TU Braunschweig, wo sie bis zu ihrem Ruf nach Bochum
tätig war.
In der zweiten Hälfte des Sommersemesters besetzt
Prof. Dr. Wang Zheng die Marie-Jahoda-Gastprofessur
für Internationale Geschlechterforschung. Wang
Zheng ist Professorin für Women‘s Studies
am Institut für Research on Women and Gender an
der University of Michigan. Ihre wichtigsten Forschungsschwerpunkte
sind Geschlechterverhältnisse und Frauenbewegungen
in China. Sie untersucht Wang Zheng sowohl in ihrer
historischen Entwicklung als auch gegenwärtig.
Weiterhin beschäftigt sie sich mit dem Wandel des
chinesischen Geschlechterdiskurses in Bezug auf sozialökonomische,
politische und kulturelle Transformationen im letzten
Jahrhundert. In ihrem aktuellen Forschungsprojekt untersucht
sie Geschlecht in städtischen maoistischen Organisationen.
In Bochum wird Prof. Wang gemeinsam mit Prof. Ilse Lenz
das Seminar „Women‘s Movements in Internationalization“
an der Fakultät für Sozialwissenschaft und
im Studiengang Gender Studies anbieten (Mi 12-14 h).
Es wird auf Englisch stattfinden und steht Interessierten
aller Fachrichtungen offen. Prof. Wang wird während
ihres Aufenthaltes zudem drei Vorträge halten –
darunter einen am 13. Juni auf der Konferenz zum Thema
„40 Jahre Frauenbewegung an der RUB“. Weitere
Infos: www.rub.de/jahoda.
Nachrufe
Die Ruhr-Uni trauert um ihren ersten Kanzler: Dr.
jur. Dr. h. c. Wolfgang Seel starb am 4. Mai
im Alter von 92 Jahren. Wolfgang Seel gebührt das
Verdienst, ab Juli 1963 den Aufbau der soeben gegründeten
RUB unermüdlich mit betrieben und die Verwaltung
der RUB 17 Jahre lang geleitet zu haben. „Mit
Wolfgang Seel verlieren wir einen langjährigen
Freund und einen großen Mann aus der so genannten
Gummistiefelgeneration. Er hat sich stets fachkundig
und kompetent für eine wissenschaftlich starke
Universität eingesetzt“ so Rektor Prof. Elmar
Weiler. Kanzler Gerhard Möller, der Nach-Nachfolger
im Amt, pflichtet dem bei: „Als Kanzler hat sich
Wolfgang Seel stets für eine schlanke Verwaltung
zugunsten der Wissenschaft eingesetzt. So ist nicht
zuletzt auf ihn zurückzuführen, dass z. B.
das Verwaltungsgebäude der Ruhr-Universität
als letztes Gebäude errichtet worden ist.“
Wolfgang Seel wurde am 3. Dezember 1915 in Breslau geboren.
Nach dem Abitur (1935) in seiner Heimatstadt folgte
der Militärdienst. Das Studium der Jurisprudenz,
im Wintersemester 1938/39 in Breslau aufgenommen, musste
er wegen des 2. Weltkriegs bald abbrechen. 1941 kam
er in kanadische Gefangenschaft. Nach dem Krieg führte
er sein Studium in Köln fort, wo er 1947 die erste
Staatsprüfung ablegte. Ein Jahr später wurde
er in Köln mit einer vergleichenden Arbeit über
das Oberhaus in Großbritannien und den Senat in
den USA promoviert. 1951 trat Seel in den Staatsdienst
in NRW (Hochschulabteilung im Kultusministerium) ein.
Im Juli 1963 wurde er zum ersten Kanzler der soeben
gegründeten Ruhr-Universität ernannt. Als
ihr Verwaltungschef war Seel mehr als nur eine nüchterner
Verwaltungsfachmann; er erwies sich als „homo
politicus“, der in den folgenden 17 Jahren mit
insgesamt acht Rektoren zusammenarbeitete.
Das Rektorat und die Fakultät für Elektrotechnik
und Informationstechnik der RUB trauern um Prof.
Dr. Hans Severin, der am 17. April im Alter
von 87 Jahren gestorben ist. Prof. Severin hat die Fakultät
für Elektrotechnik und Informationstechnik in ihren
Anfängen nach Gründung der RUB (1965) als
Abteilung für Elektrotechnik mit aufgebaut und
über zwei Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt.
Als Inhaber des Lehrstuhls für Hoch- und Höchstfrequenztechnik
lehrte und forschte er auf den Gebieten Elektromagnetische
Wellen, Antennen, Hochfrequenztechnik, Mikrowellen-
und Millimeterwellentechnik. Die Fakultät für
Elektrotechnik und Informationstechnik verliert in Prof.
Dr. Hans Severin einen hoch geschätzten Kollegen
und angesehen Wissenschaftler.
Rufe & Ehre
Prof. Jürgen König (Physik
& Astronomie) hat den Ruf auf eine W3-Professur
für Theoretische Physik an der Uni Duisburg-Essen
zum 1.4. angenommen.
PD Dr. Katharina Theis-Bröhl (Physik
& Astronomie) hat den Ruf auf eine Professur für
Werkstofftechnik, Physik und Mathematik an der Hochschule
Bremerhaven zum 1.3. angenommen.
Dr. Michiel Morshuis übernimmt
ab Juni die Leitung des Kunstherzprogramms der Klinik
für Thorax- und Kardiovaskularchirurgie am Herz-
und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen. Er löst
Dr. Aly El Banayosy ab, der einen Ruf an das Penn State
Milton Hershey Medical Center in Pennsylvania erhalten
hat. Die Aufgaben im Forschungsbereich Kunstherzen übernimmt
Dr. Sebastian Schulte-Eistrup, der bereits an der Entwicklung
neuer mechanischer Kreislaufunterstützungssysteme
mitgewirkt hat.
Jörg-Markus zur Oven, seit 2002
Leiter der Campusgastronomie des Akafö, hat im
Mai die Leitung des Referates Hochschulgastronomie beim
Deutschen Studentenwerk in Berlin übernommen.
Seit dem 18. April ist Prof. Werner Brilon
(Bau- und Umweltingenieurwissenschaften) Ehrenprofessor
der TU Krakau. Bei der Feierstunde betonte Krakaus Rektor
Prof. Józef Gawlik (links) die weltweite Geltung
von Brilons Arbeiten. Er hob insbesondere die wissenschaftlich
fundierte, praxisnahe Forschungstätigkeit von Brilon
hervor. So werden auch in Polen die in Bochum entwickelten
Standards für die verkehrstechnische Bemessung
von Kreuzungsbereichen angewandt. Vor allem die Bochumer
Spezialität, die Planung von Kreisverkehren, hat
während der fast 25 Jahre andauernden Zusammenarbeit
mit den Verkehrswissenschaftlern der TU Krakau Eingang
in die polnische Verkehrsplanung gefunden.
Ende Mai wurde der Ernst-Zander-Preis 2008 an der Ruhr-Universität
vergeben. Durch diesen von Prof. Dr. Ernst Zander gestifteten
Preis werden alljährlich herausragende wissenschaftliche
Leistungen (vorrangig Dissertationen) aus allen Fakultäten
der RUB, insbesondere aus den Fakultäten für
Wirtschaftswissenschaft, Rechtswissenschaft und Ingenieurwissenschaft
ausgezeichnet. In diesem Jahr wurde der Preis wie auch
in den Vorjahren geteilt. Ausgezeichnet wurden Dr.
Daniel Kortmann („Dienstleistungsgestaltung
hybrider Leistungsbündel“, Betreuer: Prof.
Dr. Horst Meier), Dr. Peter Weber („Analyse
von Lern-Service-Geschäftsmodellen vor dem Hintergrund
eines sich transformierenden Bildungswesens“,
Betreuer: Prof. Dr. Roland Gabriel) und Dr.
Jens Wiggershaus („Ein wertorientiertes
Auftragsannahmeverfahren für das Revenue Management
in der Sachgüterindustrie“, Betreuerin: Prof.
Dr. Brigitte Werners). Die drei Dissertationen wurden
mit höchster Auszeichnung bewertet.
Dr. Klaus Hoffmann (Universitätshautklinik
Bochum) ist seit Mitte Mai Ehrenmitglied der International
Society for Biophysics and Imaging of the Skin.
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