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RUBENS 125

1. Juni 2008



Der Spaß an der Lehre



Was macht eigentlich …Dr. Tagrid Yousef?



Vor ein paar Jahren haben sie das Leben an der Ruhr-Uni maßgeblich geprägt – in Forschung, Lehre, Kultur usw. Irgendwann sind sie aus dem Blickfeld verschwunden. RUBENS hat sich auf die Suche nach diesen Menschen gemacht. Diesmal haben wir Dr. Tagrid Yousef gefunden. Sie studierte Ende der achtziger Jahre Biologie an der RUB und promovierte anschließend. Bekannt wurde sie als erste „Uni-Zwerg-Mutter“: Im Sommer 1998 gründete sie zusammen mit ein paar Studentinnen den Verein „Uni-Zwerge zur Förderung Hochschulangehöriger der RUB mit Kindern“. Heute arbeitet Tagrid Yousef an einem Duisburger Berufskolleg und engagiert sich in zahlreichen Vereinigungen.

Frau Yousef, wie üblich haben wir vor dem Interview ein wenig gegoogelt. Zu Ihnen gibt es sehr viele Treffer. Da geht es um Muslime in Deutschland, ums Kopftuch, um Neurobiologie, um Berufskollegs und um einen Lehrerinnen- und Lehrerverband. Was steht bei all dem bei Ihnen im Mittelpunkt?
Ich habe kürzlich zusammen mit einigen Kolleginnen und Kollegen das Netzwerk für Lehrerinnen und Lehrer mit Zuwanderungsgeschichte gegründet. Dieses Projekt wird vom NRW-Schulministerium unterstützt. Immerhin geht es auch darum, Schüler mit Zuwanderungsgeschichte für den Lehrerberuf zu gewinnen. Ach ja, und gerade eben noch habe ich versucht, telefonisch jemandem beim Schulministerium zu erreichen. Mit meinem Leistungskurs Biologie nehme ich an einer Probeklausur zum Zentralabitur für die Jahrgangsstufe 12 teil.

Leistungskurs Biologie

Und, haben Sie jemanden erreicht?
Nein, leider nicht. Dabei gibt es noch einige Unklarheiten, denn die Berufsschulen machen im kommenden Jahr zum ersten Mal im Fach Biologie beim Zentralabitur mit.

Erzählen Sie doch mal, was Sie am Berufskolleg genau machen.

Ich unterrichte in Abiturbildungsgängen im Leistungskurs Biologie und bin Fachsprecherin für Biologie. Des weiteren unterstütze ich die Kolleginnen und Kollegen bei Fragen zu Problemen mit Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte.

Ich habe da noch was von angehenden Augenoptikern im Gedächtnis.

Das habe ich bis zum letzten Sommer gemacht, an einer Düsseldorfer Berufsschule: Dort habe ich Physik und Biologie unterrichtet – nachdem ich Staatsexamen und Referendariat nachgeholt hatte. Dann kam vor zwei Jahren die Duisburger Berufsschule hinzu. Im letzten Sommer hat man mir in Duisburg eine feste Stelle angeboten. Jetzt bin ich ausschließlich dort und versuche zurzeit vor allem, die Kontakte zu Universitäten auszubauen und die Schüler so richtig für die Hochschule und für die naturwissenschaftlichen Fächer zu motivieren und vorzubereiten.

Und was hat es mit dem Lehrerinnen- und Lehrerverband an Berufsschulen in NRW (vlbs) auf sich, über den wir Sie per E-Mail erreicht haben?

Dort bin Ansprechpartnerin bei Fragen zum Umgang mit Schülerinnen und Schülern aus Zuwandererfamilien, zum Thema Islam, für Seiteneinsteiger bzw. Berufswechsler …

Wie Sie selbst.
Genau. Außerdem gebe ich Fortbildungen zu diesen Fragen und zu Lehrergesundheit (burnout), was gerade jetzt hoch aktuell ist.

Gegen die Langeweile

2001 haben Sie der Ruhr-Uni den Rücken gekehrt, das lag auch an mangelnden Karrierechancen. Haben Sie es nun besser getroffen?
(lacht): Auf jeden Fall. Vor ein paar Tagen erst habe meine erste Beförderungsstufe mit großem Erfolg gemeistert. Etwas Vergleichbares wäre an der RUB nicht möglich gewesen. Dort wollte ich vor allem die Lehre ausbauen, aber dafür wurden keine Stellen angeboten. Dann kam die Chance, nach Düsseldorf zu gehen. Ich habe den Schritt nie bereut, denn das Unterrichten macht mir viel Spaß.

Als Sie 1998 die Uni-Zwerge initiierten, ging es auch darum, eine geeignete Betreuung für Ihre Tochter Samira zu finden. Samira geht nun längst zur Schule und wahrscheinlich wird sie sich gar nicht mehr an ihre Zwergzeit erinnern!?

Kein bisschen. Wir haben zwar noch die Uni-Zwergen-Zipfelmütze, die wir übrigens auch aufsetzen, aber damals war sie einfach noch zu klein, um sich heute noch daran zu erinnern. Sie ist jetzt zehn und geht in die fünfte Klasse, meine große Tochter ist 19 und macht gerade ihr Abitur. Sie kann sich noch sehr wohl daran erinnern, weil sie bei allen Anlässen dabei war.

Und wie sieht es bei Ihnen aus. Denken Sie noch an die Uni-Zwerge zurück?

Ja, sehr gerne. Als Samira damals zur Welt gekommen ist, steckte ich mitten in der Doktorprüfung. Als das fertig war, habe ich Erziehungsurlaub genommen. Aber das war mir eigentlich ein bisschen zu langweilig. Dann habe ich zufällig diesen Aushang gesehen, „Gründung einer Studenteninitiative zur Betreuung von Kindern“, und ich habe mich da einfach reingeklinkt, sehr engagiert und die Uni-Zwerge ins Leben gerufen, den Spielplatz erkämpft und so weiter.

Haben Sie noch Kontakt zu den damaligen Mitstreiterinnen?

Leider nicht, das verliert sich irgendwann.

Eben mal ein Gehirn

Dann wissen Sie wohl auch nicht, dass die Uni-Zwerge ab Mitte Mai einen Extraraum für Kinderwagen haben?
Nein. Obwohl ich regelmäßig auf die Homepage der Uni-Zwerge schaue. Gestern noch, aber da stand nichts dazu. Aber das ist super mit dem Raum. Ansonsten habe ich natürlich mitbekommen, dass sich bei den Zwergen viel Positives getan hat, mit Fernsehen, neuen Räumen, neuen Möbeln.

Auch an der RUB hat sich seit 2001 allerhand getan. Bekommen Sie davon etwas mit?

Ja, ich habe noch sehr viel mit der RUB zu tun. Mit meinen Schülern bin ich regelmäßig im Schülerlabor. Auch für meinen Unterricht in Duisburg bekomme ich hier viel Unterstützung, zum Beispiel durch die Technischen Assistentinnen am Lehrstuhl von Prof. Ulf Eysel. Oder wenn ich mal ein Gehirn brauche …

Hm?
Zwecks Anschauungsmaterial, für den Unterricht. Erst neulich haben mich Prof Ulf Eysel und Prof. Klaus-Peter Hofmann privat besucht. Am Lehrstuhl von Prof. Hoffmann habe ich meine Diplomarbeit geschrieben. An das Institut für Biopsychologie von Prof. Onur Güntürkün habe ich jetzt zwei meiner Schülerinnen für ein Praktikum vermitteln können. An diesem Institut soll ich eventuell ab Herbst eine Vorlesung übernehmen. Darauf freue ich mich sehr. Wie Sie sehen ist der Kontakt zur Uni noch sehr groß!






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