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RUBENS 124

1. Mai 2008



Studium mit Meerblick


Sechs Monate Uni in der italienischen Hafenstadt Triest



Vom Fenster der Mensa aus blickt man über die Stadt bis hin zum Meer, auf der anderen Seite des Gebäudes erhebt sich das Karstgebirge mit weißem Kalkstein. Wer die Uni Triest besucht, genießt ein Studium mit Meerblick. Wie Teresa Sitzmann, die das letzte Wintersemester in Italien absolvierte.

Vor genau einem Jahr habe ich erfahren, dass ich einen Erasmus-Platz erhalten habe. Dank dieses Programms können Studierende einen Teil ihres Studiums im Ausland absolvieren; mein Ziel hieß Italien. Um an einem Intensivsprachkurs teilzunehmen, reiste ich im September zunächst nach Perugia, bevor ich einen Monat später in der Hafenstadt Triest eintraf, meinem neuen Studienort.
In den ersten Tagen irrte ich mit einem Stadtplan in der Hand hektisch in den schmalen Straßen hin und her, um mich bei den verschiedenen Anlaufstellen für Erasmusstudenten zu melden und mit Hilfe von Wohnungsanzeigen ein Zimmer zu finden. Trotz des umkämpften Wohnungsmarktes hatte ich mit viel Glück bereits nach fünf Tagen mein neues Zuhause gefunden. Zusammen mit einem italienischen Mitbewohner teilte ich mir eine helle Altbauwohnung, nur wenige Minuten Fußmarsch von meiner Fakultät entfernt.

Nur auf Italienisch

Bevor der Studienalltag begann, hatte ich noch einige Tage Zeit, Triest zu erkunden. Ich mischte mich unter die österreichischen Wochenendtouristen und genoss das internationale Flair der Stadt. Die majestätischen Palazzi und historischen Cafés im Stil Wiener Kaffeehäuser zeugen von der ehemaligen Zugehörigkeit der Stadt zum Habsburger Reich; unter das italienische Stimmengewirr in den Gassen mischen sich slowenische und kroatische Gesprächsfetzen. Am äußersten Rand der italienischen Adria nahe der kroatischen Küste und der slowenischen Grenze gelegen, genießen Stadt und Hafen eine unvergleichliche Position im Herzen Europas.
Ebenso international waren die Erasmusstudenten, wobei Spanier und Deutsche die größten Gruppen stellten. Doch unabhängig von der jeweiligen Muttersprache, nahmen wir alle an den ausschließlich auf Italienisch abgehaltenen Veranstaltungen teil. Englisch ist ohnehin in Italien nicht besonders hoch angesehen. Das hieß auch, sich teilweise mit viel Geduld und Gestik durchzuschlagen. Erschwert wurde dadurch leider auch der Kontakt zu einheimischen Studierenden, von denen dennoch einige das Gespräch mit den neuen Kommilitonen suchten.
Bald fand ich mich sowohl an der Uni als auch im italienischen Alltag zurecht. Das lag zum Großteil an meinem Mitbewohner, der mir mit Espresso, Pasta usw. nicht nur die heimische Küche, sondern auch Sprache und Kultur näher brachte. So vergingen die sechs Monate schließlich schneller als geahnt, und die Rückkehr nach Deutschland fiel mir nicht leicht. Doch sicherlich werde ich Triest schon bald wieder besuchen – schließlich muss ich meine neu gewonnenen Sprachkenntnisse, Freundschaften und Erfahrungen pflegen.

Koordinator
Koordinator an der RUB für die Erasmus-Kooperation mit Triest ist Prof. Dr. Carsten Zelle, Germanistisches Institut, GB 3/37, Tel.: -25108, E-Mail: carsten.zelle@rub.de

 




 



Teresa Sitzmann
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Letzte Änderung: 30.4.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik