Studium mit Meerblick
Sechs Monate Uni in der italienischen Hafenstadt Triest
Vom Fenster der Mensa aus blickt man über
die Stadt bis hin zum Meer, auf der anderen Seite des
Gebäudes erhebt sich das Karstgebirge mit weißem
Kalkstein. Wer die Uni Triest besucht, genießt
ein Studium mit Meerblick. Wie Teresa Sitzmann, die
das letzte Wintersemester in Italien absolvierte.
Vor genau einem Jahr habe ich erfahren, dass ich einen
Erasmus-Platz erhalten habe. Dank dieses Programms können
Studierende einen Teil ihres Studiums im Ausland absolvieren;
mein Ziel hieß Italien. Um an einem Intensivsprachkurs
teilzunehmen, reiste ich im September zunächst
nach Perugia, bevor ich einen Monat später in der
Hafenstadt Triest eintraf, meinem neuen Studienort.
In den ersten Tagen irrte ich mit einem Stadtplan in
der Hand hektisch in den schmalen Straßen hin
und her, um mich bei den verschiedenen Anlaufstellen
für Erasmusstudenten zu melden und mit Hilfe von
Wohnungsanzeigen ein Zimmer zu finden. Trotz des umkämpften
Wohnungsmarktes hatte ich mit viel Glück bereits
nach fünf Tagen mein neues Zuhause gefunden. Zusammen
mit einem italienischen Mitbewohner teilte ich mir eine
helle Altbauwohnung, nur wenige Minuten Fußmarsch
von meiner Fakultät entfernt.
Nur auf Italienisch
Bevor der Studienalltag begann, hatte ich noch einige
Tage Zeit, Triest zu erkunden. Ich mischte mich unter
die österreichischen Wochenendtouristen und genoss
das internationale Flair der Stadt. Die majestätischen
Palazzi und historischen Cafés im Stil Wiener
Kaffeehäuser zeugen von der ehemaligen Zugehörigkeit
der Stadt zum Habsburger Reich; unter das italienische
Stimmengewirr in den Gassen mischen sich slowenische
und kroatische Gesprächsfetzen. Am äußersten
Rand der italienischen Adria nahe der kroatischen Küste
und der slowenischen Grenze gelegen, genießen
Stadt und Hafen eine unvergleichliche Position im Herzen
Europas.
Ebenso international waren die Erasmusstudenten, wobei
Spanier und Deutsche die größten Gruppen
stellten. Doch unabhängig von der jeweiligen Muttersprache,
nahmen wir alle an den ausschließlich auf Italienisch
abgehaltenen Veranstaltungen teil. Englisch ist ohnehin
in Italien nicht besonders hoch angesehen. Das hieß
auch, sich teilweise mit viel Geduld und Gestik durchzuschlagen.
Erschwert wurde dadurch leider auch der Kontakt zu einheimischen
Studierenden, von denen dennoch einige das Gespräch
mit den neuen Kommilitonen suchten.
Bald fand ich mich sowohl an der Uni als auch im italienischen
Alltag zurecht. Das lag zum Großteil an meinem
Mitbewohner, der mir mit Espresso, Pasta usw. nicht
nur die heimische Küche, sondern auch Sprache und
Kultur näher brachte. So vergingen die sechs Monate
schließlich schneller als geahnt, und die Rückkehr
nach Deutschland fiel mir nicht leicht. Doch sicherlich
werde ich Triest schon bald wieder besuchen –
schließlich muss ich meine neu gewonnenen Sprachkenntnisse,
Freundschaften und Erfahrungen pflegen.
Koordinator
Koordinator an der RUB für die Erasmus-Kooperation
mit Triest ist Prof. Dr. Carsten Zelle, Germanistisches
Institut, GB 3/37, Tel.: -25108, E-Mail: carsten.zelle@rub.de
Teresa
Sitzmann
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