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RUBENS 124

1. Mai 2008



Was von der IBA übrig blieb




Neuerscheinung


Geschunden und abgegrast war das Ruhrgebiet, als 1989 die Internationale Bauausstellung (IBA) Emscher Park gegründet wurde. Die Schwerindustrie hatte die Region über Jahrzehnte hinweg ausgelaugt und sich dann verflüchtigt und sich selbst überlassen. Zurück blieben wild zuwuchernde Brachen, unattraktive Werkswohnungen, sozial schwierige Städte. In der Mitte von allem die Emscher, eingezwängt in ein Betonbett und verunreinigt mit allerhand Abwässern, eine stinkende Kloake.
Die IBA trat mit großen Ideen an für das 70 Kilometer lange und mehrere Kilometer breite Gelände, das ein „Park“ werden sollte – und letztlich ohne Plan. Es ging um Projekte, der Ausgang war mehr oder weniger offen. Ziele der IBA waren mehr Grün, die Renaturierung der Emscher, attraktives Wohnen, Arbeiten im Park, ökologisches Bauen. 260 Projektvorschläge wurden von den 17 Ruhrgebietsstädten eingereicht, 118 davon verwirklicht. Mehr als zwei Milliarden Euro flossen hinein. Die Früchte der IBA sind zum Beispiel die Akademie Mont Cenis in Herne, der Westpark in Bochum und der Landschaftspark Duisburg-Nord, auch das Tetraeder in Bottrop.

Bochumer Betrachtungen

Zehn Jahre nach dem Start ging die IBA zuende, die eigens gegründete Gesellschaft wurde abgewickelt, die Förderung für die Projekte zurückgefahren. Noch fast zehn Jahre später werfen die Macher und Experten verschiedener Fachrichtungen in einer Broschüre einen Blick zurück: Was ist übrig von der IBA? Wie haben sich die Bauten entwickelt? Sind die Träume wahr geworden?
Thomas Urban vom Institut für Soziale Bewegungen der RUB, das die Akten der IBA nach deren Abwicklung übernommen hat, und Achim Dahlheimer, früherer IBA-Mitarbeiter und heute Referatsleiter im NRW-Bauministerium, rollen die Geschichte der IBA noch einmal kurz und übersichtlich auf. Dann haben Experten das Wort: Raum- und Stadtplaner, Architekten und Politiker betrachten noch einmal kritisch die Ergebnisse der IBA. Sie zeigen, wo Konzepte nicht aufgegangen sind, kommen aber insgesamt zu dem Schluss, dass die IBA lehrreich und an vielen Orten genau richtig war. Dass sie vielleicht sogar Voraussetzungen erst geschaffen hat, die es heute ermöglichen, dass Essen und das Ruhrgebiet sich als Kulturhauptstadt qualifizieren. Ein Interview mit Prof. Dr. Karl Ganser, ehemals Geschäftsführer der IBA Gesellschaft, rundet die Broschüre ab: mit einem kleinen Einblick in die Begeisterung, die in der IBA steckte und den Mut ihrer Macher, ausgetretene Pfade zu verlassen.

Info: Visionen für das Ruhrgebiet. IBA Emscher Park: Konzepte, Projekte, Dokumentation. Herausgegeben von der Stiftung Bibliothek des Ruhrgebiets, bearbeitet von Thomas Urban. Klartext Verlag Essen, 2008, 98 Seiten zzgl. CD-ROM; ISBN 978-3-89861-889-2.

 




 



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Letzte Änderung: 30.4.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik