Wahrzeichen unterm Hammer
RUB versteigert klappernde Betonplatten
Nachdem die Sanierung der Ruhr-Uni beschlossene
Sache ist, sucht das Rektorat zusätzliche Finanzquellen
für die Baumaßnahme. Es hat entschieden,
frühere Wahrzeichen der RUB meistbietend zu versteigern.
Als erstes kommen die klappernden Betonplatten unter
den sprichwörtlichen Hammer, das wohl bekannteste
und beliebteste Wahrzeichen der Bochumer Architektur.
Nur die erste auf dem Forum verlegte „Betonplatte“
bekommt einen Ehrenplatz. Mit den Unterschriften von
allen noch lebenden Bochumer Rektoren und Kanzlern wird
sie ab dem 1.4. in den Kunstsammlungen der RUB ausgestellt.
Kaum ein Studierender, Mitarbeiter oder Besucher bleibt
unbeeindruckt vom „Geklapper“ auf den Wegen
der Ruhr-Uni. Es ist die Begleitmusik in den Ohren der
meisten Universitätsmitglieder; viele Alumni erinnern
sich noch Jahre später mit Wehmut an die vertraute
Geräuschkulisse auf dem Campus. Deshalb dient die
aktuelle Entscheidung nicht nur dazu, neue Finanzquellen
für die Sanierung sprudeln zu lassen, sondern versteht
sich auch als Maßnahme, die Identität mit
der Alma Mater zu stärken.
Auktion im Netz
Interessenten können ihre Gebote für die
ersten 500 Platten (1m x 1m; 120 Kilo) auf der Internetseite
www.rub.de/betonplatten
abgeben. Sie wird zum 1.4. frei geschaltet. Die Platten
gibt es in drei Ausführungen mit jeweils folgenden
Anfangsmindestgeboten: a) 100 Platten versehen mit den
Unterschriften der Architekten der RUB – Mindestgebot:
1.000 Euro pro Platte; b) 100 Platten tragen die faksimilierten
Unterschriften aller Bochumer Rektoren und Kanzler –
1.500 Euro pro Platte; c) 300 Platen sind signiert vom
gegenwärtigen Rektorat, 600 Euro pro Platte –
jeweils bei Selbstabholung. Für Lieferung frei
Haus berechnet die Uni 25 Euro.
Die Verantwortlichen haben sich darauf verständigt,
dass es sich um eine absolut limitierte und durchnummerierte
Edition der Platten handeln wird. Wegen dieser Begrenzung
steht ab Semesteranfang – für die breite
Allgemeinheit – zusätzlich eine Audiodatei
im Netz, die die typische Geräuschkulisse der Ruhr-Uni
wiedergibt. Sie kann gegen eine Schutzgebühr von
2,99 Euro heruntergeladen werden kann, z.B. als Klingelton
für das Handy. Da die RUB eventuell unter Denkmalschutz
gestellt wird, gibt es Überlegungen, bei der Sanierung
auch ihr akustisches Ambiente zu erhalten.
Im Verlauf der Sanierung sollen auch andere historische
Zeugnisse in einem schon konkret geplanten „Museum
der Architektur der Ruhr-Universität Bochum“
Eingang finden, andere werden ebenfalls versteigert.
Zudem sollen von Zeit zu Zeit Bruchstücke der Architektur
(auch von kaputten Betonplatten) auf Messeständen
oder bei besonderen Gelegenheiten wie Sommerfest, Jahresfeier
oder Semesterkonzert als Andenken verkauft werden. Ebenfalls
wird überlegt, das Mobiliar der Uni Zug um Zug
zu verkaufen bzw. zu versteigern. Dazu holen die Verantwortlichen
zurzeit bei Spezialisten Schätzungen über
antiquarische Werte ein.
jk
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