Fellow No.
1
RUB-Jurist
Dr. Johannes Rux lehrte in Israel Internationales
Recht
Der Bochumer Jurist Dr. Johannes Rux nahm 2007 als erster
nordrhein-westfälischer Wissenschaftler am neuen
Fellowship-Programm der Landesregierung mit Israel teil.
Ende Januar kehrte er nach drei Monaten aus dem Nahen
Osten zurück – voller Eindrücke von
einer dynamischen Region.
Das Programm soll die wissenschaftliche Kooperation
zwischen Israel und NRW intensivieren. Es ist auf drei
Jahre angelegt und wird vom Wissenschaftszentrum NRW
geleitet. Zwei Wissenschaftler aus NRW gehen pro Jahr
nach Israel. Die erste Ausschreibung fand im Januar
2007 statt. Dr. Johannes Rux, seit 2005 Privatdozent
am Institut für Sozialrecht der RUB, erfuhr über
das Dekanat der Juristischen Fakultät von dieser
Chance, internationale Erfahrungen zu sammeln. Er bewarb
sich – und erhielt Anfang Mai die Zusage.
Danach ging alles ganz schnell: Noch im selben Monat
begleitete Rux NRW-Ministerpräsident Jürgen
Rüttgers bei seinem Staatsbesuch in Israel. Dabei
lernte er das Center for European Studies kennen, mit
dem zusammen die Landesregierung das neue Programm ins
Leben gerufen hat. Das Center wurde 2004 an Israels
erster privater Hochschule, dem Interdisciplinary Center
(IDC) in Herzliya von Avi Primor gegründet, dem
ehemaligen israelischen Botschafter in Deutschland.
Im Wintersemester 2007/08 bot Rux an der dortigen Radzyner
School of Law zwei englischsprachige Vorlesungen an,
eine zu EU und Europäischem Recht, eine zum Internationalen
Wirtschaftsrecht, die jeweils im Januar von den Studenten
mit einer Prüfung abgeschlossen wurden. Daneben
arbeitete Dr. Rux eng mit israelischen Wissenschaftlern
zusammen, die wie er zum Bildungs- und Verfassungsrecht
arbeiten. Der Kontakt soll intensiv bleiben, schon im
Sommer wird Rux ins nahe Tel Aviv gelegene Herzliya
zurückkehren und die Tagung „Verfassungsreform
in Israel und Europa“ besuchen.
Versuchte Völkerverständigung
Das Center for European Studies ist ein Gemeinschaftsprojekt
zwischen Israel, Palästina und Jordanien –
mit drei Standorten: dem IDC in Herzliya, der Al-Quds-Universität
in Ost-Jerusalem und der Philadelphia-Universität
in Amman. Ziel ist es, Studenten aus allen drei Regionen
zu einem gemeinsamen Studium zu bewegen und so ein Zeichen
zur verbesserten Kommunikation zu setzen. Im Falle des
Jurastudiums konnte Johannes Rux allerdings noch nichts
über eine gelungene Zusammenarbeit berichten, da
nur israelische Studenten seine Veranstaltungen besuchten.
„Das lag daran, dass palästinensische Studenten
große Schwierigkeiten haben, nach Herzliya zu
kommen“, sagt Rux, „gleichzeitig haben die
israelischen Studenten Bedenken, an Lehrveranstaltungen
in Ost-Jerusalem teilzunehmen.“
Die nächsten Fellows werden allerdings möglicherweise
schon zwischen den drei Standorten des Centers pendeln.
Mittelfristig soll zusätzlich ein Aufbaustudium
an einer deutschen Hochschule eingerichtet werden, das
Studierende aus Israel, Palästina und Jordanien
gemeinsam besuchen können. „Auf neutralem
deutschen Boden wären alle eher zum Dialog bereit.
Es gäbe keine Sicherheitsbedenken, weder auf israelischer
noch auf palästinensischer Seite“, ist sich
der Bochumer Jurist sicher.
Rux, der zuletzt vor 20 Jahren in Israel war, hat von
Israel und vom IDC viele positive Eindrücke mitgenommen.
„Natürlich ist das Studium an einer privaten
Hochschule nicht preiswert, dafür ist das IDC renommiert
und kann exzellente Professoren vorweisen“, erklärt
er. So wurde zuletzt der frühere Präsident
des Obersten Gerichtshofes des Staates Israel, Aharon
Barak, berufen. Die Schule ist laut Rux sehr auf ihre
internationale Ausrichtung bedacht und möchte ihre
Absolventen auf eine weltweite Karriere vorbereiten.
Sie kooperiert unter anderem mit der New York University
und der Uni Düsseldorf.
Infos: Mehr zum IDC unter: http://www.idc.ac.il,
mehr zu Dr. Rux unter: http://www.staatsrecht.info.
Julia
Brosig
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