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RUBENS 123

1. April 2008

Fellow No. 1

RUB-Jurist Dr. Johannes Rux lehrte in Israel Internationales Recht


Der Bochumer Jurist Dr. Johannes Rux nahm 2007 als erster nordrhein-westfälischer Wissenschaftler am neuen Fellowship-Programm der Landesregierung mit Israel teil. Ende Januar kehrte er nach drei Monaten aus dem Nahen Osten zurück – voller Eindrücke von einer dynamischen Region.

Das Programm soll die wissenschaftliche Kooperation zwischen Israel und NRW intensivieren. Es ist auf drei Jahre angelegt und wird vom Wissenschaftszentrum NRW geleitet. Zwei Wissenschaftler aus NRW gehen pro Jahr nach Israel. Die erste Ausschreibung fand im Januar 2007 statt. Dr. Johannes Rux, seit 2005 Privatdozent am Institut für Sozialrecht der RUB, erfuhr über das Dekanat der Juristischen Fakultät von dieser Chance, internationale Erfahrungen zu sammeln. Er bewarb sich – und erhielt Anfang Mai die Zusage.
Danach ging alles ganz schnell: Noch im selben Monat begleitete Rux NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers bei seinem Staatsbesuch in Israel. Dabei lernte er das Center for European Studies kennen, mit dem zusammen die Landesregierung das neue Programm ins Leben gerufen hat. Das Center wurde 2004 an Israels erster privater Hochschule, dem Interdisciplinary Center (IDC) in Herzliya von Avi Primor gegründet, dem ehemaligen israelischen Botschafter in Deutschland.
Im Wintersemester 2007/08 bot Rux an der dortigen Radzyner School of Law zwei englischsprachige Vorlesungen an, eine zu EU und Europäischem Recht, eine zum Internationalen Wirtschaftsrecht, die jeweils im Januar von den Studenten mit einer Prüfung abgeschlossen wurden. Daneben arbeitete Dr. Rux eng mit israelischen Wissenschaftlern zusammen, die wie er zum Bildungs- und Verfassungsrecht arbeiten. Der Kontakt soll intensiv bleiben, schon im Sommer wird Rux ins nahe Tel Aviv gelegene Herzliya zurückkehren und die Tagung „Verfassungsreform in Israel und Europa“ besuchen.

Versuchte Völkerverständigung

Das Center for European Studies ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Israel, Palästina und Jordanien – mit drei Standorten: dem IDC in Herzliya, der Al-Quds-Universität in Ost-Jerusalem und der Philadelphia-Universität in Amman. Ziel ist es, Studenten aus allen drei Regionen zu einem gemeinsamen Studium zu bewegen und so ein Zeichen zur verbesserten Kommunikation zu setzen. Im Falle des Jurastudiums konnte Johannes Rux allerdings noch nichts über eine gelungene Zusammenarbeit berichten, da nur israelische Studenten seine Veranstaltungen besuchten. „Das lag daran, dass palästinensische Studenten große Schwierigkeiten haben, nach Herzliya zu kommen“, sagt Rux, „gleichzeitig haben die israelischen Studenten Bedenken, an Lehrveranstaltungen in Ost-Jerusalem teilzunehmen.“
Die nächsten Fellows werden allerdings möglicherweise schon zwischen den drei Standorten des Centers pendeln. Mittelfristig soll zusätzlich ein Aufbaustudium an einer deutschen Hochschule eingerichtet werden, das Studierende aus Israel, Palästina und Jordanien gemeinsam besuchen können. „Auf neutralem deutschen Boden wären alle eher zum Dialog bereit. Es gäbe keine Sicherheitsbedenken, weder auf israelischer noch auf palästinensischer Seite“, ist sich der Bochumer Jurist sicher.
Rux, der zuletzt vor 20 Jahren in Israel war, hat von Israel und vom IDC viele positive Eindrücke mitgenommen. „Natürlich ist das Studium an einer privaten Hochschule nicht preiswert, dafür ist das IDC renommiert und kann exzellente Professoren vorweisen“, erklärt er. So wurde zuletzt der frühere Präsident des Obersten Gerichtshofes des Staates Israel, Aharon Barak, berufen. Die Schule ist laut Rux sehr auf ihre internationale Ausrichtung bedacht und möchte ihre Absolventen auf eine weltweite Karriere vorbereiten. Sie kooperiert unter anderem mit der New York University und der Uni Düsseldorf.

Infos: Mehr zum IDC unter: http://www.idc.ac.il, mehr zu Dr. Rux unter: http://www.staatsrecht.info.




Julia Brosig
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Letzte Änderung: 31.3.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik