Gut bekannt in Fernost
Eine Delegation der Ruhr-Uni besuchte im Dezember Vietnam
Anfang Dezember, als man sich eigentlich anschickte,
die Adventszeit zu genießen, hatte eine kleine
Delegation der Ruhr-Uni etwas anderes vor: Sie machte
sich auf den weiten Weg nach Vietnam. Ziel der Reise
war die Teilnahme an der European Higher Education Fair
(EHEF) in Hanoi sowie Besuche bei Partnerhochschulen,
um neue Kooperationsprojekte zu initiieren.
Erstmals hatte die EHEF europäische Dimensionen
– das betraf sowohl die Organisation als auch
die Teilnahme von Hochschulen – und war damit
zu groß geworden, um wie bisher auf einem Campus
angesiedelt zu sein. Die Messe fand stattdessen im von
deutschen Architekten erbauten nagelneuen National Convention
Centre in Hanoi statt. Die rund 100 Stände waren
nach Ländern angeordnet, so befand sich der Stand
der RUB in einer „deutschen Reihe“, u.a.
zusammen mit Jena, Freiburg, Münster, dem Hochschulkonsortium
TU 9 und dem DAAD.
Abgesehen von der ruhigen Mittagszeit war das Publikumsinteresse
an beiden Messetagen erfreulich rege. Viele Studieninteressierte
suchten gezielt das Gespräch mit der RUB-Delegation
– zugleich das Resultat des mehrjährigen
Engagements in Vietnam, das die Zahl der Studierenden
und Doktoranden aus Vietnam von sieben zu Anfang des
Jahrtausends auf 50 steigern konnte. Einige hochqualifizierte
Bewerber hatten bereits ein Stipendium der vietnamesischen
Regierung in der Tasche und suchten nun eine Uni, an
der sie optimale Bedingungen für ihre Promotion
vorfinden. Es wird hoffentlich gelingen, viele von ihnen
an die RUB zu ziehen.
RUB-Spirit
Es scheint ihn zu geben, diesen besonderen RUB-Spirit,
der zur Identifikation mit der Ruhr-Uni führt.
Wie anders wäre es zu erklären, dass eine
Alumna, Dr.-Ing. Katrin Brömme, die zurzeit in
Hanoi ein wissenschaftliches Projekt koordiniert, an
zwei Wochenendtagen freiwillig die Standbesetzung rund
um die Uhr unterstützt hat? Katrin Brömme
konnte nicht nur mit persönlichen Erfahrungen aus
Studium und Promotion an der RUB aufwarten, sondern
auch mit fließendem Vietnamesisch.
Einmal in Vietnam, standen natürlich auch weitere
Aktivitäten auf dem Programm. Die Besuche bei Partnerhochschulen
wie der Vietnam National University in Hanoi, der University
of Technology in Ho Chi Minh-City (HUT) sowie der Cantho-University
(CTU) im Mekong-Delta waren vorher verabredet worden
und dienten der Entwicklung neuer Projekte. Die HUT
wünscht sich eine Fortsetzung der 2004 durchgeführten
Sommerschule mit der Fakultät für Bauingenieurwesen.
Einige der damaligen Teilnehmer landeten später
im Studiengang „Computational Engineering“
der RUB. Besuche bei zwei Mechanik-Forschungsinstituten,
die zur Vietnam Academy of Science and Technology gehören,
haben die Verbindungen zum Bereich Mechanik der RUB
gekräftigt. Auch aus dem Umfeld der Institute kamen
bereits Vietnamesen nach Bochum, um „Computational
Engineering“ zu studieren.
Mekong 1000
Die CTU koordiniert eine breit angelegte Qualifizierungsmaßnahme:
das „Mekong 1000 Projekt“. Absolventen verschiedener
vietnamesischer Hochschulen sollen sich auf den Ebenen
Master bzw. Promotion im Ausland weiterbilden. Hauptanliegen
der Delegation war es, den Partnern Vielfalt und Qualität
der Ausbildungsangebote an der RUB nahezubringen. Das
üppige Infomaterial mit Prospekten, Postern, Deutschlandkarten
etc., das aufgrund der Messe vor Ort vorhanden war,
hat gute Dienste geleistet. Besonders wichtig war es,
den Vietnamesen die Scheu vor deutschsprachigen Studiengängen
zu nehmen und zu verdeutlichen, dass die Sprache keine
unüberwindliche Hürde darstellt, sondern dass
es vernünftige Konzepte gibt, die Arbeitsbelastung
auf ein vertretbares Maß reduzieren.
An der Cantho-University ist die Ruhr-Uni ohnehin gut
bekannt. Seit einigen Jahren führt hier Prof. Dr.
Harro Stolpe (Umwelt und Ökologie im Bauwesen)
gemeinsam mit weiteren deutschen Partnern (Uni Bonn,
Uni Greifswald u. a.) und mit der Unterstützung
des vietnamesischen Wissenschaftsministeriums MOST verschiedene
anwendungsbezogene Projekte im Bereich Wasserressourcenmanagement
durch, seit Herbst 2007 steht den Wissenschaftlern dazu
ein eigenes Büro zur Verfügung.
Die Delegation
Zur Bochumer Delegation gehörten Monika Sprung,
Leiterin des Akademischen Auslandsamtes, Dr. Barbara
Dahlhaus, Leiterin der Sprachabteilung Deutsch als Fremdsprache/ZFA,
und Prof. Dr. Chau Le, Fakultät für Bauingenieurwesen.
Neujahrsempfang
„Erfolg bei der Arbeit und Wohlgefallen an Bochum
und der Uni“, wünschte Rektor Prof. Elmar
Weiler den internationalen Gastwissenschaftlern der
Ruhr-Uni. Rund 100 von ihnen waren, größtenteils
begleitet von ihren Betreuern, am 15. Januar ins Veranstaltungszentrum
gekommen. Dorthin hatte das Welcome Centre der RUB zum
offiziellen Neujahrsempfang geladen. Das Grußwort
des Rektors bildete einen der Programmpunkte, davor
und danach spielte ein Streichterzett. Im Mittelpunkt
stand das zwanglose und vielsprachige Beisammensein
der Gastwissenschaftler aus aller Welt und ihrer Gastgeber.
Das Welcome Centre ist ein Projekt des Akademischen
Auslandsamts. Es bietet Informations- und Serviceleistungen
für die mehrere hundert internationalen Gastwissenschaftlerinnen
und Gastwissenschaftler, die einen Forschungsaufenthalt
an der Ruhr-Universität verbringen (möchten).
Ziel ist es, für international mobile Forscher
und deren Familien optimale Rahmenbedingungen zu schaffen:
Das reicht von der Wohnungssuche über Sprachkurse
bis hin zur Beratung bei rechtlichen Angelegenheiten.
2007 hatte die Ruhr-Uni mit diesem Konzept den ersten
Preis (125.000 Euro) im Wettbewerb „Welcome Centre
für international mobile Forscher“ der Alexander
von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Telekom Stiftung
und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft
gewonnen. Infos: http://www.ruhr-uni-bochum.de/welcome-centre
Auswärtige Kulturpolitik
Förderprogramme und andere Hilfen für Studenten
und Absolventen kann es gar nicht genug geben. Wichtig
ist es nur, von ihnen zu erfahren. Zurzeit macht das
vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg
und der Stadt Stuttgart geförderte Institut für
Auslandsbeziehungen (ifa) nachdrücklich auf sich
aufmerksam. Als eine der führenden Mittlerorganisationen
der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik bietet
es weltweite Förderprogramme, insbesondere für
Geistes- und Sozialwissenschaftler.
Zum Institut gehört die weltweit größte
Fachbibliothek für Auswärtige Kulturpolitik
(http://cms.ifa.de/info/ifa-bibliothek),
sie umfasst 415.000 Bände und 1.200 Zeitschriften,
kostenlos ausleihbar. Darüber hinaus gibt es online
alle rund 3.800 außenkulturpolitischen Grundlagentexte
des Auswärtigen Amtes, ebenso bilaterale Kulturabkommen
und internationale Kulturverträge – alles
frei zugänglich. Die ifa-Bibliothek ist im Fernleihesystem
erfasst, man kann also über die Heimatbibliothek
die gewünschten Bücher ausleihen.
Wer sich beispielsweise für ein kulturpolitisches
Praktikum interessiert, findet unter http://cms.ifa.de/info/online-services/praktikumsfuehrer
eine Liste mit Arbeitgebern wie der Deutschen Welle
oder dem Orient-Institut Istanbul. Auch das ifa selbst
bietet in seinen Büros in Berlin und Stuttgart
Praktika an: in Kunst, Integration, Medien sowie in
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Darüber hinais bietet das ifa Förderprogramme
für Studierende und Berufsanfänger im In-
und Ausland an und übernimmt Reise- und mehrmonatige
Aufenthaltskosten. Zu den Programme zählen Cross
Culture (für Politik- und Sozialwissenschaftler,
Medienwissenschaftler, Rechtswissenschaftler), Zivile
Konfliktbearbeitung zivik (für Politik- und Sozialwissenschaftler,
Wirtschaftswissenschaftler) sowie die Entsendung von
Kulturmanagern, Medienwirten und Redakteuren (für
Sprach-, Kultur- und Geisteswissenschaftler, Journalisten,
Medienwissenschaftler).
Schließlich ist das ifa auch für einen Preis
zuständig: Es schreibt zum achten Mal den mit 3.000
Euro dotierten Rave-Forschungspreis Auswärtige
Kulturpolitik aus. Bis zum 31. März können
herausragende Magister-, Diplom-, Masterarbeiten oder
Dissertationen zur Auswärtigen Kulturpolitik, die
zwischen dem 1. Januar 2007 und dem 1. März 2008
akzeptiert oder veröffentlicht worden sind, von
Hochschulen vorgeschlagen werden. Eine direkte Bewerbung
ist nicht möglich. Ifa im Netz inkl. Infos
zum Preis: http://www.ifa.de
Monika
Sprung/ad
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