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RUBENS 122

1. Februar 2008



Gut bekannt in Fernost



Eine Delegation der Ruhr-Uni besuchte im Dezember Vietnam


Anfang Dezember, als man sich eigentlich anschickte, die Adventszeit zu genießen, hatte eine kleine Delegation der Ruhr-Uni etwas anderes vor: Sie machte sich auf den weiten Weg nach Vietnam. Ziel der Reise war die Teilnahme an der European Higher Education Fair (EHEF) in Hanoi sowie Besuche bei Partnerhochschulen, um neue Kooperationsprojekte zu initiieren.

Erstmals hatte die EHEF europäische Dimensionen – das betraf sowohl die Organisation als auch die Teilnahme von Hochschulen – und war damit zu groß geworden, um wie bisher auf einem Campus angesiedelt zu sein. Die Messe fand stattdessen im von deutschen Architekten erbauten nagelneuen National Convention Centre in Hanoi statt. Die rund 100 Stände waren nach Ländern angeordnet, so befand sich der Stand der RUB in einer „deutschen Reihe“, u.a. zusammen mit Jena, Freiburg, Münster, dem Hochschulkonsortium TU 9 und dem DAAD.
Abgesehen von der ruhigen Mittagszeit war das Publikumsinteresse an beiden Messetagen erfreulich rege. Viele Studieninteressierte suchten gezielt das Gespräch mit der RUB-Delegation – zugleich das Resultat des mehrjährigen Engagements in Vietnam, das die Zahl der Studierenden und Doktoranden aus Vietnam von sieben zu Anfang des Jahrtausends auf 50 steigern konnte. Einige hochqualifizierte Bewerber hatten bereits ein Stipendium der vietnamesischen Regierung in der Tasche und suchten nun eine Uni, an der sie optimale Bedingungen für ihre Promotion vorfinden. Es wird hoffentlich gelingen, viele von ihnen an die RUB zu ziehen.

RUB-Spirit

Es scheint ihn zu geben, diesen besonderen RUB-Spirit, der zur Identifikation mit der Ruhr-Uni führt. Wie anders wäre es zu erklären, dass eine Alumna, Dr.-Ing. Katrin Brömme, die zurzeit in Hanoi ein wissenschaftliches Projekt koordiniert, an zwei Wochenendtagen freiwillig die Standbesetzung rund um die Uhr unterstützt hat? Katrin Brömme konnte nicht nur mit persönlichen Erfahrungen aus Studium und Promotion an der RUB aufwarten, sondern auch mit fließendem Vietnamesisch.
Einmal in Vietnam, standen natürlich auch weitere Aktivitäten auf dem Programm. Die Besuche bei Partnerhochschulen wie der Vietnam National University in Hanoi, der University of Technology in Ho Chi Minh-City (HUT) sowie der Cantho-University (CTU) im Mekong-Delta waren vorher verabredet worden und dienten der Entwicklung neuer Projekte. Die HUT wünscht sich eine Fortsetzung der 2004 durchgeführten Sommerschule mit der Fakultät für Bauingenieurwesen. Einige der damaligen Teilnehmer landeten später im Studiengang „Computational Engineering“ der RUB. Besuche bei zwei Mechanik-Forschungsinstituten, die zur Vietnam Academy of Science and Technology gehören, haben die Verbindungen zum Bereich Mechanik der RUB gekräftigt. Auch aus dem Umfeld der Institute kamen bereits Vietnamesen nach Bochum, um „Computational Engineering“ zu studieren.

Mekong 1000

Die CTU koordiniert eine breit angelegte Qualifizierungsmaßnahme: das „Mekong 1000 Projekt“. Absolventen verschiedener vietnamesischer Hochschulen sollen sich auf den Ebenen Master bzw. Promotion im Ausland weiterbilden. Hauptanliegen der Delegation war es, den Partnern Vielfalt und Qualität der Ausbildungsangebote an der RUB nahezubringen. Das üppige Infomaterial mit Prospekten, Postern, Deutschlandkarten etc., das aufgrund der Messe vor Ort vorhanden war, hat gute Dienste geleistet. Besonders wichtig war es, den Vietnamesen die Scheu vor deutschsprachigen Studiengängen zu nehmen und zu verdeutlichen, dass die Sprache keine unüberwindliche Hürde darstellt, sondern dass es vernünftige Konzepte gibt, die Arbeitsbelastung auf ein vertretbares Maß reduzieren.
An der Cantho-University ist die Ruhr-Uni ohnehin gut bekannt. Seit einigen Jahren führt hier Prof. Dr. Harro Stolpe (Umwelt und Ökologie im Bauwesen) gemeinsam mit weiteren deutschen Partnern (Uni Bonn, Uni Greifswald u. a.) und mit der Unterstützung des vietnamesischen Wissenschaftsministeriums MOST verschiedene anwendungsbezogene Projekte im Bereich Wasserressourcenmanagement durch, seit Herbst 2007 steht den Wissenschaftlern dazu ein eigenes Büro zur Verfügung.

Die Delegation
Zur Bochumer Delegation gehörten Monika Sprung, Leiterin des Akademischen Auslandsamtes, Dr. Barbara Dahlhaus, Leiterin der Sprachabteilung Deutsch als Fremdsprache/ZFA, und Prof. Dr. Chau Le, Fakultät für Bauingenieurwesen.

Neujahrsempfang
„Erfolg bei der Arbeit und Wohlgefallen an Bochum und der Uni“, wünschte Rektor Prof. Elmar Weiler den internationalen Gastwissenschaftlern der Ruhr-Uni. Rund 100 von ihnen waren, größtenteils begleitet von ihren Betreuern, am 15. Januar ins Veranstaltungszentrum gekommen. Dorthin hatte das Welcome Centre der RUB zum offiziellen Neujahrsempfang geladen. Das Grußwort des Rektors bildete einen der Programmpunkte, davor und danach spielte ein Streichterzett. Im Mittelpunkt stand das zwanglose und vielsprachige Beisammensein der Gastwissenschaftler aus aller Welt und ihrer Gastgeber.
Das Welcome Centre ist ein Projekt des Akademischen Auslandsamts. Es bietet Informations- und Serviceleistungen für die mehrere hundert internationalen Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler, die einen Forschungsaufenthalt an der Ruhr-Universität verbringen (möchten). Ziel ist es, für international mobile Forscher und deren Familien optimale Rahmenbedingungen zu schaffen: Das reicht von der Wohnungssuche über Sprachkurse bis hin zur Beratung bei rechtlichen Angelegenheiten.
2007 hatte die Ruhr-Uni mit diesem Konzept den ersten Preis (125.000 Euro) im Wettbewerb „Welcome Centre für international mobile Forscher“ der Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Telekom Stiftung und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft gewonnen. Infos: http://www.ruhr-uni-bochum.de/welcome-centre



Auswärtige Kulturpolitik

Förderprogramme und andere Hilfen für Studenten und Absolventen kann es gar nicht genug geben. Wichtig ist es nur, von ihnen zu erfahren. Zurzeit macht das vom Auswärtigen Amt, dem Land Baden-Württemberg und der Stadt Stuttgart geförderte Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) nachdrücklich auf sich aufmerksam. Als eine der führenden Mittlerorganisationen der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik bietet es weltweite Förderprogramme, insbesondere für Geistes- und Sozialwissenschaftler.
Zum Institut gehört die weltweit größte Fachbibliothek für Auswärtige Kulturpolitik (http://cms.ifa.de/info/ifa-bibliothek), sie umfasst 415.000 Bände und 1.200 Zeitschriften, kostenlos ausleihbar. Darüber hinaus gibt es online alle rund 3.800 außenkulturpolitischen Grundlagentexte des Auswärtigen Amtes, ebenso bilaterale Kulturabkommen und internationale Kulturverträge – alles frei zugänglich. Die ifa-Bibliothek ist im Fernleihesystem erfasst, man kann also über die Heimatbibliothek die gewünschten Bücher ausleihen.
Wer sich beispielsweise für ein kulturpolitisches Praktikum interessiert, findet unter http://cms.ifa.de/info/online-services/praktikumsfuehrer eine Liste mit Arbeitgebern wie der Deutschen Welle oder dem Orient-Institut Istanbul. Auch das ifa selbst bietet in seinen Büros in Berlin und Stuttgart Praktika an: in Kunst, Integration, Medien sowie in Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Darüber hinais bietet das ifa Förderprogramme für Studierende und Berufsanfänger im In- und Ausland an und übernimmt Reise- und mehrmonatige Aufenthaltskosten. Zu den Programme zählen Cross Culture (für Politik- und Sozialwissenschaftler, Medienwissenschaftler, Rechtswissenschaftler), Zivile Konfliktbearbeitung zivik (für Politik- und Sozialwissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler) sowie die Entsendung von Kulturmanagern, Medienwirten und Redakteuren (für Sprach-, Kultur- und Geisteswissenschaftler, Journalisten, Medienwissenschaftler).
Schließlich ist das ifa auch für einen Preis zuständig: Es schreibt zum achten Mal den mit 3.000 Euro dotierten Rave-Forschungspreis Auswärtige Kulturpolitik aus. Bis zum 31. März können herausragende Magister-, Diplom-, Masterarbeiten oder Dissertationen zur Auswärtigen Kulturpolitik, die zwischen dem 1. Januar 2007 und dem 1. März 2008 akzeptiert oder veröffentlicht worden sind, von Hochschulen vorgeschlagen werden. Eine direkte Bewerbung ist nicht möglich. Ifa im Netz inkl. Infos zum Preis: http://www.ifa.de

 

 

Monika Sprung/ad
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Letzte Änderung: 31.1.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik