Nashörner, Spuren, Radioaktivität
Kulturmeldungen vom Campus
Plötzlich ein Nashorn
In den letzten beiden Wochen des Wintersemesters
geben sich die Künstler im Theaterbereich des Musischen
Zentrums wieder gegenseitig die Klinke in die Hand. Los
geht’s mit der Semesterproduktion der Studiobühne.
Unter Leitung von Karin Freymeyer haben Studierende aller
Fachbereiche diesmal ein Stück von Eugène
Ionesco, einem Pionier des absurden Theaters, einstudiert:
„Die Nashörner“, geschrieben
1960. Der gebürtige Rumäne und Wahlfranzose
beschreibt in einer fiktiven Gesellschaft die fortschreitende
Umwandlung der Personen in Nashörner, wobei dieser
Prozess nur von einigen wenigen wahrgenommen wird. Letztlich
verwandeln sich – bis auf den Protagonisten Behringer
– alle in Nashörner. Ionescos bissiger Humor
richtet sich gegen totalitäre Systeme und die Menschen,
die sich von ihnen beeinflussen lassen. „Die Nashörner“
ist dreimal auf der Studiobühne zu sehen: 1., 2.
und 3. Februar, je 19.30 h.
An zwei Abenden zeigen Studierende des Optionalbereichs,
was sie im vergangenen Semester im Theaterbereich gelernt
haben. Am 5. Februar (19.30 h) findet die Abschlusspräsentation
im „Rollenstudium“ statt
und am 12. Februar (19.30 h) die im Bereich „Hörspiel“.
Dazwischen wird auf der Studiobühne ein Wochenende
lang (8./9. Februar, je 19.30 h) Englisch gesprochen.
Verantwortlich ist die freie Theatertruppe The Edna’s,
die ein Stück von Tennessee Williams zeigen: Im Mittelpunkt
des 1958 uraufgeführten Stückes „Suddenly,
Last Summer“ steht die reiche Violet Venable,
eine Witwe, die seit Jahren mit ihrem Sohn Sebastian prahlt.
Als Violet von seiner grausigen Ermordung erfährt,
konsultiert sie den erfahrenen Psychiater Dr. Cukrowicz.
Auch Mrs. Venables Nichte Catherine, die am Tag des Mordes
bei Sebastian war, will sich von ihrem Trauma befreien;
sie geht zusammen mit ihrer Tante zu den Sitzungen. Bis
Violet von Cukrowicz verlangt, Catherine „die grässliche
Geschichte aus ihrem Kopf zu schneiden“... Infos:
http://www.rub.de/mz-theater
42 Spuren
Seit fünf Jahren organisiert Treibgut, die Literaturinitiative
an der RUB, Partys, Kleinkunst, Konzerte und vor allem
Lesungen. Hierbei stellen in der Regel noch unentdeckte
Autorinnen und Autoren ihre Werke vor. Aber auch bekannte
Schriftsteller wie Frank Goosen, Matthias Schamp oder
Oliver Uschmann tauchen regelmäßig auf und
lesen aus ihren Büchern. Einen Querschnitt der
Lesungen legt Treibgut nun in Buchform vor: Getreu dem
Motto der Leseabende, „Gestrandet“, heißt
das Buch „42 Spuren am Strand“. Es enthält
– natürlich – 42 Texte (Storys, Gedichte
etc.) aus 42 verschiedenen Federn. Das 200 Seiten starke
Buch ist im Duisburger Universitätsverlag Rhein-Ruhr
erschienen (ISBN: 978-3-940251-12-1) und kostet 14,80
Euro; es kann auch als E-Book (ISBN: 978-3-940251-13-8)
zum Preis von 12,80 Euro geordert werden.
GAU
Gleich zu Beginn liefert Elmar Träbert einen passenden
Kernsatz: „Ohne Radioaktivität gäbe
es die Welt, die wir kennen, nicht – und uns selbst
damit auch nicht“, heißt es im Vorwort des
Buches. Erklärt wird diese Aussage im zweiten Kapitel
mit dem anschaulichen Bild der „Fußbodenheizung“:
Radioaktiver Zerfall trägt maßgeblich dazu
bei, dass auf der Erde gemäßigte Temperaturen
herrschen und wir hier leben können.
Doch in seinem Werk „Radioaktivität –
verständlich“ zählt der Physiker Träbert
nicht nur positive Beispiele der Radioaktivität
auf, genauso erinnert er die Leserschaft an Katastrophen
wie die Atombombe, Tschernobyl oder den jüngsten
Störfall im schwedischen Kernreaktor Forsmark-1.
Doch egal, ob Positives oder Negatives, in Träberts
Buch steht allein im Vordergrund, die Dinge nachvollziehbar
zu erklären:
Der Autor stellt dabei die physikalischen Zusammenhänge
ohne Formeln vor, er erläutert Strahlenarten, Strahlungsmessung,
Strahlungsquellen (in Medizin, Kraftwerken und Waffentechnik)
und den Umgang damit. Er beschreibt zudem Kernkraftwerke
und deren Sicherheitsprobleme, Sonnenbrand, Strahlentherapie,
Uranmunition und Uranbergbau. Sein Ziel: „Wer
diese Zusammenhänge kennt, kann mit seinen eigenen
Ängsten besser umgehen und einige davon vielleicht
auch abbauen. Er kann auch durchschauen, was die verschiedenen
Interessengruppen im Zusammenhang mit radioaktivem Material
behaupten – und sich dazu seine eigene Meinung
bilden.“ Das kann man nach der Lektüre in
der Tat und findet so nebenbei noch eine neue Bedeutung
der Abkürzung GAU: Gelungene Allgemeinverständliche
Unterhaltung.
Elmar Träbert ist außerplanmäßiger
Professor für Experimentalphysik an der RUB, wo
er sich seit über 30 Jahren mit Atomphysik, vor
allem an schnellen Ionenstrahlen, beschäftigt.
Er forscht auch regelmäßig am Lawrence Livermore
National Laboratory der University of California. Info:
Elmar Träbert: „Radioaktivität –
verständlich“, 150 Seiten, 12 Euro, ISBN
9783833493447; das Buch ist als Book on Demand veröffentlicht,
http://www.bod.de, dort
Titel, Autor oder ISBN in der Suchmaske eingeben und
das Buch bestellen.
Boskoptermine
8.2., 21 h, Bochumer Blues Session im Kulturcafé
mit den Grend All Stars (Eintritt frei)
21.2., 20.30 h, Campus Club, Studenten rocken im Kulturcafé
(Eintritt frei)
7.3., 21 h, Bochumer Blues Session im Kulturcafé
mit Khalif Walling Walter (Eintritt frei)
Dazu an den letzten beiden Mittwochen im Semester um
20 h im Euro-Eck (Spechtsweg 20) der osteuropäische
Filmabend (Eintritt frei): 6.2., „Frühling
im Herbst“; 13.2., „Dekalog IX und X“.
Weitere Infos zu allen Veranstaltungen von Boskop:
http://www.akafoe.de/kultur.
Café Olé
Seit Beginn des neuen Jahres wird im Foyer des Verwaltungsgebäudes
wieder Kaffee serviert. Hinter dem Tresen des Café
Olé wird aber nicht nur Filterkaffee gebrüht,
es werden auch Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato
und andere heiße Getränke zubereitet. Für
den kleinen Hunger zwischendurch gibt es süße
und herzhafte Snacks wie Kuchen, Waffeln, Sandwichs
oder Antipasti. Das Café Olé hat montags
bis freitags von acht bis 17 Uhr geöffnet.
Gottesdienst
Zum Abschluss des Wintersemesters feiern wir am 6. Februar
um 18 h in der Apostelkirche (Uni-Center) einen evangelischen
Universitätsgottesdienst mit Abendmahl. Gestaltet
wird er von Prof. Dr. Franz-Heinrich Beyer und Studierendenpfarrer
Michael Drees von der ESG. Die Predigt wird Prof. Beyer
halten. Wir laden herzlich dazu ein.
Kino im HZO
5.2., 18 u. 21 h: „Hot Fuzz“ (UK/F 2007),
Krimi-Persiflage in der englischen Provinz.
7.2., 18 u. 20.30 h: Wunschfilm „From Dusk Till
Dawn“ (USA 1996), es beginnt als Roadmovie und
endet als Vampirschocker.
Alle Filme werden im Hörsaal HZO 20 gezeigt, der
Semesterausweis kostet 1,50 Euro, einzelne Filme zusätzlich
2,50 Euro, alles weitere: http://skf.speutel.de.
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