Der Blick von außen
Die sechs Mitglieder des Hochschulrates stehen fest
Drei Frauen und drei Männer werden die Geschicke
der Ruhr-Universität künftig wesentlich mitbestimmen.
Karin Donhauser, Dorothee Dzwonnek, Daniel Fallon, Birgit
Fischer, Ulrich Middelmann und Jürgen Schlegel bilden
den neuen Hochschulrat der RUB.
Die sechs, die für fünf Jahre berufen
wurden, haben weit reichende Befugnisse: Der Rat besitzt
eine unmittelbare strategische Funktion für die künftige
Entwicklung der RUB, und er hat die Aufsicht über
das durch die Hochschulleitung erledigte operative Geschäft.
Schließlich nimmt er Impulse aus Wirtschaft und
Gesellschaft auf und vermittelt das erforderliche Beratungswissen
für die Entscheidungen der Unileitung. Der Rat wählt
die Mitglieder der Hochschulleitung, muss dem Hochschulentwicklungsplan
und dem Wirtschaftsplan zustimmen, nimmt Stellung zu Rechenschafts-
und Evaluationsberichten sowie Angelegenheiten der Forschung,
Kunst, Lehre und des Studiums.
Mindestens die Hälfte der Mitglieder des Hochschulrats
müssen laut Hochschulfreiheitsgesetz Hochschulexterne
sein, in der RUB sind alle sechs Mitglieder Externe. Leitlinie
an das vom Senat gewählte Auswahlgremium für
den Rat – besetzt mit Prof. Michael Pohl (Maschinenbau),
Prof. Martin Burgi (Jura) und Prof. Dieter Liermann (Medizin)
– war jedoch, dass die vorgeschlagenen Mitglieder
eine intensive Verbundenheit mit der Ruhr-Uni gezeigt
und ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Belange
von Studierenden und Mitarbeitern bewiesen haben. Der
Rat repräsentiert, wie im Hochschulgesetz gefordert,
alle gesellschaftlichen Felder, insbesondere Wissenschaft,
Kultur und Wirtschaft.
Die Mitglieder
Prof. Dr. Karin Donhauser (geb. 1956),
hat den Lehrstuhl für Geschichte der deutschen
Sprache an der Humboldt-Universität Berlin inne.
Nach ihrem Studium in Regensburg und Edinburgh, das
sie 1981 mit dem Magister und 1982 mit dem Staatsexamen
abschloss, arbeitete sie bis 1992 an der Uni Passau,
wo sie 1985 promoviert wurde und sich 1992 habilitierte.
Nach einer Lehrstuhlvertretung an der TU Dresden wurde
sie 1993 nach Berlin berufen. Prof. Donhauser ist u.
a. Mitglied der Wörterbuchkommission der Berlin-Brandenburgischen
Akademie der Wissenschaften, der Berliner Kommission
zur Vergabe von Promotionsstipendien nach dem Nachwuchsförderungsgesetz,
des Wissenschaftsrats; sie gehört seit 2003 dem
Kuratorium der RUB an.
Dorothee Dzwonnek (geb. 1957) ist
seit September 2007 Generalsekretärin der Deutschen
Forschungsgemeinschaft (DFG). Nach ihrem Jurastudium
an der RUB, das sie 1986 abschloss, arbeitete sie zunächst
am RUB-Lehrstuhl für Deutsche Rechtsgeschichte
und Zivilrecht. 1987 wechselte sie ins NRW-Wissenschaftsministerium.
Ab 1992 war sie dort Leiterin des Referats für
Forschungsförderung in den Natur- und Ingenieurwissenschaften.
1996 wurde sie Kanzlerin der Uni Dortmund, 2000 Abteilungsleiterin
im NRW-Schulministerium. Ab 2001 war sie Abteilungsleiterin,
ab 2002 Stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Forschungszentrums
Jülich. Zuletzt (2006-07) war sie Staatssekretärin
im Wissenschaftsministerium Rheinland-Pfalz.
Prof. Dr. Daniel Fallon (geb. 1940)
ist Leiter der Abteilung „Erziehung“ der
Carnegie Corporation, New York. Nach dem Studium in
Ohio und Virginia, das er 1965 mit dem Ph.D. abschloss,
arbeitete er, meist in leitenden Funktionen, an verschiedenen
US-amerikanischen Hochschulen, u. a. von 1984 bis 1988
als Dekan des Liberal Arts College an der Texas A&M
University, einer Partneruni der RUB. Mit dem deutschen
Hochschulsystem kennt Fallon sich bestens aus: 1981
veröffentlichte er ein Buch zur Deutschen Universität.
Seit 2003 ist er Mitglied des Hochschulrats der Universität
Hildesheim. Zudem war er Mitglied der Strategiekommission
in der Exzellenzinitiative und Vorsitzender der Gutachtergruppe
zur Begutachtung des Zukunftskonzepts der RUB.
Birgit Fischer (geb. 1953) ist Stellvertretende
Vorstandsvorsitzende der Barmer Ersatzkasse. Sie studierte
Erziehungswissenschaften in Münster. Zwischen 1986
und 1990 war sie Gleichstellungsbeauftragte der Stadt
Bochum, von 1990 bis 2007 Mitglied des NRW-Landtags.
Zwischen 1991 und 1998 war sie Parlamentarische Geschäftsführerin
der SPD-Landtagsfraktion, 1998 bis 2002 Ministerin für
Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit, 2002 bis 2005
Ministerin für Gesundheit, Soziales, Frauen und
Familie. 2005/2006 war sie Stellvertretende Fraktionsvorsitzendes
der SPD-Landtagsfraktion. Seit 2003 gehört sie
dem Kuratorium der RUB an, seit 2007 ist sie zudem Vorsitzende
der Gesellschaft der Freunde der RUB (GdF).
Prof. Dr. Dr.-Ing. E.h. Ulrich Middelmann
(geb. 1945) ist Stellvertretender Vorstandsvorsitzender
der ThyssenKrupp AG. Dem Maschinenbaustudium in Darmstadt
und dem BWL-Studium in Aachen schloss sich 1976 die
Promotion in der RUB-Fakultät für Wirtschaftswissenschaft
an. 1977 wurde Middelmann Vorstandsassistent bei der
Krupp Stahl AG in Bochum, später Leiter und Direktor
der Abteilung Planung und Controlling. 1992 wurde er
Vorstandsmitglied der Fried. Krupp AG Hoesch-Krupp,
2001 Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp
AG und gleichzeitig Vorstandsvorsitzender der ThyssenKrupp
Steel AG. Middelmann ist seit 2003 Honorarprofessor
der Tongji Universität Shanghai und seit 2006 Ehrendoktor
der RUB-Fakultät für Maschinenbau. Seit 2003
ist er Mitglied des Kuratoriums der RUB.
Jürgen Schlegel (geb. 1945) ist
Generalsekretär der Bund-Länder-Kommission
für Bildungsplanung und Forschungsförderung
(BLK). Nach seinem juristischen Staatsexamen 1973 in
Köln wurde Schlegel Leiter der Pressestelle und
Assistent des Rektors der Uni Köln. 1975-1990 arbeitete
er im NRW-Forschungsministerium, u. a. auf den Gebieten
Hochschulplanung, internationale Angelegenheiten des
Hochschulbereichs, überregionale Bildungsplanung
und Forschungsförderung, Lehrerausbildung und Studienreform,
und war Vertreter der Länder in verschiedenen Gremien
der EU und der OECD. Seit 1990 ist Schlegel Generalsekretär
der BLK und seit 2003 Mitglied des Kuratoriums der RUB.
md
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