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Personalmeldungen aus der RUB
Rückkehrer
Als vom Land NRW geförderter Rückkehrer kommt
Dr. Lars Leichert aus Michigan
nach Deutschland zurück: Ab Mai wird der Biochemiker
mit Landesmitteln (rund 1,25 Mio. Euro) für fünf
Jahre eine eigene Forschergruppe an der Ruhr-Uni aufbauen.
Schwerpunkt wird die Erforschung von Sauerstoffstress
in Zellen sein, der u. a. für Alterungsprozesse und
Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Krebs
verantwortlich gemacht wird. Der 32-Jährige, der
in Greifswald studiert hat, hat sich als einer von vier
jungen Forschern, die derzeit im Ausland arbeiten, unter
45 Bewerbern um die NRW-Rückkehrerförderung
durchgesetzt.
Leichert hatte sich drei Unis angeschaut, bevor er sich
für Bochum entschied. Hier wird er unter dem Dach
des Proteomcenters in der Medizinischen Fakultät
arbeiten. Als Teil des geplanten Forschungsdepartments
„Protein-Networks“ fühlt er sich wissenschaftlich
bestens aufgehoben. Denn auf Proteine hat er es abgesehen,
genauer auf solche, die als Bestandteil die Aminosäure
Cystein enthalten. Neben der Professionalität der
Forscher und der Einrichtungen an der RUB hat Leichert
auch das Dual Career Konzept der Uni überzeugt: „Meiner
Frau, die sich in ihrer wissenschaftlichen Karriere gerade
ebenfalls auf dem Sprung in die Eigenständigkeit
befindet, hat man hier eine Juniorprofessur angeboten“,
erzählt er. In Deutschland sind solche Programme
noch Mangelware. Ziel des Konzepts ist es, hochqualifizierten
Partnern von hierher berufenen Wissenschaftlern ebenfalls
eine berufliche Perspektive zu bieten und so dafür
zu sorgen, dass Familie und Forschung besser vereinbar
werden.
Preise, Ehre, Ämter
Dr. Silja Vocks (Psychologie)
wurde Ende November mit dem mit 30.000 Euro dotierten
Forschungspreis der Christina-Barz-Stiftung ausgezeichnet.
Damit würdigt die Stiftung ihre langjährigen
Forschungen zu den Grundlagen von Essstörungen
und zur Entwicklung einer Körperbildtherapie. Dabei
werden Patientinnen u.a. mit ihrem Spiegelbild konfrontiert
und lernen, sich nach und nach wieder mit sich selbst
anzufreunden. Mehrere Studien belegten die Wirksamkeit
der Therapie.
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Für seine Arbeit „Die offenen Szenen der
Städte – Gefahrenabwehr-, kommunal- und straßenrechtliche
Maßnahmen zur Wahrung eines integren öffentlichen
Raums“ wurde Dr. Thorsten Finger
(Jura) Ende November mit der „Kommunalwissenschaftlichen
Prämie“ (1.000 Euro) der Stiftung der deutschen
Städte, Gemeinden und Kreise ausgezeichnet.
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Einem „Grenzgänger“ hat die Fakultät
für Mathematik im Dezember die Ehrendoktorwürde
verliehen: Der Ukrainer Prof. Leonid Pastur
(links, daneben Dekan Prof. Hans Ulrich Simon) schlägt
mit seinen Arbeiten eine Brücke zwischen Mathematik
und Physik. Zugleich führte ihn sein erster Weg
in den Westen – nach der Öffnung der Sowjetunion
– an die Ruhr-Uni. Mit ihr verbindet ihn eine
Reihe längerer Forschungsaufenthalte, aus denen
zahlreiche fruchtbare Kooperationen und Projekte entstanden
sind. „Wissenschaftler und Studierende der RUB
haben in Forschungskooperationen und Vortragsreihen
von Pasturs Aufenthalten in Bochum profitiert“,
heißt es in der Begründung der Ehrenpromotion.
Die Zusammenarbeit mit Prof. Pastur hat dem damaligen
Sonderforschungsbereich 237 („Unordnung und große
Fluktuationen“), einem Gemeinschaftsprojekt von
Physikern und Mathematikern der Unis Essen, Bochum und
Düsseldorf, wichtige Impulse gegeben. Der 70-jährige
Ukrainer ist erst der siebte Wissenschaftler, dem die
Fakultät die Ehrendoktorwürde verleiht.
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Mit ihrer Idee, Kohlenstoffnanofasern durch Ätzung
aufzuwerten, haben sich Prof. Dr. Martin
Muhler und Wei Xia (Lehrstuhl
für Technische Chemie) als patente Erfinder erwiesen:
Sie belegten den zweiten Platz in dem Hochschulwettbewerb,
den das NRW-Innovationsministerium, die Patentverwertungsagentur
Provendis und der Patentverbund der Hochschulen in NRW
ausgeschrieben haben. Das Preisgeld von 10.000 Euro
wollen die Forscher für den Bau von Prototypen
einsetzen und so die Weiterentwicklung des Prozesses
im Labor vorantreiben.
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Für ihre Dissertation zur Entwicklung von hochleistungsfähigen
Nano-Katalysatoren zur Herstellung von Methanol wurde
Dr. Marie Schröter mit dem Shell
She Study Award 2007 ausgezeichnet. Die 28-jährige
Chemikerin, die ihre Arbeit am Lehrstuhl für Anorganische
Chemie angefertigt hat, arbeitet jetzt am Lehrstuhl
für Technische Chemie. Ihre Entwicklung erlaubt
die effizientere Herstellung von Methanol, einem der
wichtigsten Ausgangsstoffe für Synthesen in der
chemischen Industrie und sauberer Kraftstoff der Zukunft.
Der Preis (5.000 Euro) wird seit 1997 an herausragende
junge Forscherinnen verliehen.
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Bei den Wahlen der Fachkollegien der Deutschen Forschungsgemeinschaft
wurden zwölf Mitglieder der RUB gewählt. Prof.
Rudolf Behrens und Prof. Monika
Schmitz-Emans (beide ins Fachkollegium
Literaturwissenschaft), Prof. Regine Mathias
und Prof. Stefan Reichmuth
(beide Außereuropäische Sprachen
und Kulturen), Prof. Martin Burgi
und Prof. Tatjana Hörnle (beide
Rechtswissenschaften), Prof. Ralf Erdmann
(Grundlagen der Biologie und Medizin),
Prof. Ralf Gold, Prof. Ulf Eysel und
Prof. Klaus-Peter Hoffmann
(alle Neurowissenschaften), Prof. Jörg
Winter (Optik, Quantenoptik und Physik
der Atome, Moleküle und Plasmen) sowie Prof.
Martin Muhler (Verfahrenstechnik, Technische
Chemie). Die Gewählten werden in den kommenden
Jahren Anträge auf Forschungsförderung bei
der DFG bewerten.
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Die Triester Akademie der Wissenschaften für Entwicklungsländer,
kurz TWAS (Academy of Sciences for the Developing World)
hat im Dezember 2007 Prof. Padma Shukla
(Physik und Astronomie) als neues Mitglied aufgenommen.
TWAS honoriert damit Shuklas persönlichen Einsatz
und wissenschaftliche Beitrag für Dritte-Welt-Länder.
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Für seine herausragende Diplomarbeit, in der er
ein globales Modell zur Voraussage in Plasma-Anwendungen
entwickelte, erhielt der Bochumer E-Technik-Absolvent
Philipp Mertmann im Dezember
einen mit 500 Euro dotierten Preis vom VDE Rhein-Ruhr
(Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik).
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Dr. Marcus Bieker ist neuer
Vorsitzender der Vereinigung Bochumer Wirtschaftswissenschaftler
(BOWI). In den Vorstand gewählt wurden zudem Niels
Becker (stellvertretender Vorsitzender),
Dr. Barbara Wischermann (Beisitzerin,
Schatzmeisterin) sowie Kai Jürgen Bieker,
Dr. Ulrike Ufer, Dr. André Uhde
und Dr. Jens Wiggershaus als
Beisitzer. BOWI ist der Alumni-Club der Wirtschaftsfakultät
der RUB. Er wurde 1994 gegründet und zählt
heute über 1.100 Mitglieder. Ziel ist es, den Zusammenhalt
Bochumer Ökonomen nach dem Studium zu fördern,
die Ehemaligen mit ihrer Fakultät zu verbinden
und die Fakultät zu unterstützen.
md/jw/ad
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