Zwei tolle Ideen
Herz- und Diabeteszentrum und IDEMA präsentieren
sich 2008
Im Wettbewerb „Land der Ideen“ ist die Ruhr-Uni
im Jahre 2008 gleich zweimal vertreten: Das Herz- und
Diabeteszentrum NRW (Uniklinik der RUB) in Bad Oeynhausen
und das Projekt IDEMA des Germanistischen Instituts gehören
zu den 366 besonders innovativen Einrichtungen in Deutschland.
Die Kardiologische Klinik präsentiert sich
am 8. Januar unter dem Motto „High Tech fürs
Herz: Rhythmusstörungen auf der Spur“ mit einer
festlichen Veranstaltung inkl. Live-Demonstration aus
dem Herzkatheterlabor. Im Mittelpunkt stehen die schonenden
und präzisen Diagnose- und Therapiemethoden der Bad
Oeynhausener Kardiologen unter Leitung von Prof. Dieter
Horstkotte. Mit Hilfe modernster Katheterlaborausstattung
können sie den Ursprung von Herzrhythmusstörungen
auf den Millimeter genau erkennen und behandeln. Sie nehmen
damit weltweit eine Spitzenposition ein. So setzten die
Oeynhausener Ärzte weltweit als Erste schon vor sechs
Jahren statt der auch heute noch meist verwandten Stromimpulse
Kälte ein, um z. B. die Ursprungsherde von Rhythmusstörungen
zu veröden. Für dieses als „Kryoablation“
bezeichnete Verfahren ist inzwischen nachgewiesen, dass
es sehr viel weniger Gewebeverletzungen und Narbenbildungen
hervorruft als ältere Techniken.
Zuletzt wurde in Bad Oeynhausen darüber hinaus das
weltweit erste Herzkatheterlabor in Betrieb genommen,
das nicht nur alle modernen Techniken (Bildfusion, biplane
Angiokardiographie, elektroanatomisches Mapping, magnetische
Navigation und Kryobalation) beinhaltet, sondern diese
Techniken dank der Arbeit der Medizintechniker des Herzzentrums
auch aufeinander abstimmt.
Amtssprache entrümpelt
Das andere prämierte Projekt der RUB ist IDEMA,
der Internet-Dienst für eine Moderne Amtssprache,
angesiedelt am Germanistischen Institut im Fachbereich
Angewandte Linguistik (Prof. Hans-Rüdiger Fluck).
Projekttag ist der 14. August 2008. Bei einer internationalen
Tagung widmen sich Teilnehmer aus ganz Europa dem Thema:
„Von Amts wegen unverständlich? Europäische
Wege zu einer modernen Rechts- und Verwaltungssprache“.
Zusammen mit 20 Verwaltungen aus sieben Bundesländern
erforschen Bochumer Wissenschaftler die Behördensprache,
um sie Schritt für Schritt zu verbessern. Dazu
erhalten die Germanisten verschiedene Dokumente der
beteiligten Ämter und sammeln fleißig Textbausteine.
Sie überprüfen und dokumentieren Formulierungsalternativen
und legen schließlich komplette Datenbanken mit
verständlichen Mustertexten an – juristisch
überprüft. Teilnehmende Verwaltungen können
in der Datenbank nach Alternativen für unverständliche
oder veraltete Formulierungen suchen. So profitiert
jede Verwaltung auch von der Arbeit der anderen.
Neben der Datenbank enthält die IDEMA-Webseite
ein umfangreiches Literaturverzeichnis zum Thema Sprache
(Verständlichkeit, Höflichkeit, Geschlechtergerechtigkeit
usw.), Leitfäden zum verständlichen Schreiben,
eine Übersicht über die mit dem Thema befasste
politische Debatte, Veranstaltungen und Forschungsprojekte
und eine Presseschau mit aktuellen Medienbeiträgen
zur Verwaltungssprache. Das Ziel des Ganzen: Unkomplizierte
Texte kommen bei Bürgern und Unternehmen besser
an. Zudem sorgen verständlichere Mitteilungen für
mehr Akzeptanz und für ein besseres Image der Verwaltungen
– darüber freuen sich beide Seiten. Die Kosten
für das Projekt teilt sich die RUB mit den teilnehmenden
Verwaltungen.
Mit dem Projekt „365 Orte im Land der Ideen“
aus der Standortinitiative Deutschland – Land
der Ideen werden Einrichtungen ausgezeichnet, in denen
zukunftsorientierte Ideen entwickelt, gefördert
und aktiv umgesetzt werden. 45 Einrichtungen aus NRW
haben sich 2008 in dem Wettbewerb platziert, bei dem
sich, wegen des Schaltjahrs, diesmal 366 Orte präsentieren.
Insgesamt waren rund 1.500 Projekte ins Rennen geschickt
worden.
Infos: http://www.hdz-nrw.de,
http://www.rub.de/idema,
http://www365orte.de.
ad/md
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