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RUBENS 121

3. Januar 2008




Zwei tolle Ideen



Herz- und Diabeteszentrum und IDEMA präsentieren sich 2008



Im Wettbewerb „Land der Ideen“ ist die Ruhr-Uni im Jahre 2008 gleich zweimal vertreten: Das Herz- und Diabeteszentrum NRW (Uniklinik der RUB) in Bad Oeynhausen und das Projekt IDEMA des Germanistischen Instituts gehören zu den 366 besonders innovativen Einrichtungen in Deutschland.

Die Kardiologische Klinik präsentiert sich am 8. Januar unter dem Motto „High Tech fürs Herz: Rhythmusstörungen auf der Spur“ mit einer festlichen Veranstaltung inkl. Live-Demonstration aus dem Herzkatheterlabor. Im Mittelpunkt stehen die schonenden und präzisen Diagnose- und Therapiemethoden der Bad Oeynhausener Kardiologen unter Leitung von Prof. Dieter Horstkotte. Mit Hilfe modernster Katheterlaborausstattung können sie den Ursprung von Herzrhythmusstörungen auf den Millimeter genau erkennen und behandeln. Sie nehmen damit weltweit eine Spitzenposition ein. So setzten die Oeynhausener Ärzte weltweit als Erste schon vor sechs Jahren statt der auch heute noch meist verwandten Stromimpulse Kälte ein, um z. B. die Ursprungsherde von Rhythmusstörungen zu veröden. Für dieses als „Kryoablation“ bezeichnete Verfahren ist inzwischen nachgewiesen, dass es sehr viel weniger Gewebeverletzungen und Narbenbildungen hervorruft als ältere Techniken.
Zuletzt wurde in Bad Oeynhausen darüber hinaus das weltweit erste Herzkatheterlabor in Betrieb genommen, das nicht nur alle modernen Techniken (Bildfusion, biplane Angiokardiographie, elektroanatomisches Mapping, magnetische Navigation und Kryobalation) beinhaltet, sondern diese Techniken dank der Arbeit der Medizintechniker des Herzzentrums auch aufeinander abstimmt.

Amtssprache entrümpelt

Das andere prämierte Projekt der RUB ist IDEMA, der Internet-Dienst für eine Moderne Amtssprache, angesiedelt am Germanistischen Institut im Fachbereich Angewandte Linguistik (Prof. Hans-Rüdiger Fluck). Projekttag ist der 14. August 2008. Bei einer internationalen Tagung widmen sich Teilnehmer aus ganz Europa dem Thema: „Von Amts wegen unverständlich? Europäische Wege zu einer modernen Rechts- und Verwaltungssprache“.
Zusammen mit 20 Verwaltungen aus sieben Bundesländern erforschen Bochumer Wissenschaftler die Behördensprache, um sie Schritt für Schritt zu verbessern. Dazu erhalten die Germanisten verschiedene Dokumente der beteiligten Ämter und sammeln fleißig Textbausteine. Sie überprüfen und dokumentieren Formulierungsalternativen und legen schließlich komplette Datenbanken mit verständlichen Mustertexten an – juristisch überprüft. Teilnehmende Verwaltungen können in der Datenbank nach Alternativen für unverständliche oder veraltete Formulierungen suchen. So profitiert jede Verwaltung auch von der Arbeit der anderen.
Neben der Datenbank enthält die IDEMA-Webseite ein umfangreiches Literaturverzeichnis zum Thema Sprache (Verständlichkeit, Höflichkeit, Geschlechtergerechtigkeit usw.), Leitfäden zum verständlichen Schreiben, eine Übersicht über die mit dem Thema befasste politische Debatte, Veranstaltungen und Forschungsprojekte und eine Presseschau mit aktuellen Medienbeiträgen zur Verwaltungssprache. Das Ziel des Ganzen: Unkomplizierte Texte kommen bei Bürgern und Unternehmen besser an. Zudem sorgen verständlichere Mitteilungen für mehr Akzeptanz und für ein besseres Image der Verwaltungen – darüber freuen sich beide Seiten. Die Kosten für das Projekt teilt sich die RUB mit den teilnehmenden Verwaltungen.
Mit dem Projekt „365 Orte im Land der Ideen“ aus der Standortinitiative Deutschland – Land der Ideen werden Einrichtungen ausgezeichnet, in denen zukunftsorientierte Ideen entwickelt, gefördert und aktiv umgesetzt werden. 45 Einrichtungen aus NRW haben sich 2008 in dem Wettbewerb platziert, bei dem sich, wegen des Schaltjahrs, diesmal 366 Orte präsentieren. Insgesamt waren rund 1.500 Projekte ins Rennen geschickt worden.

Infos:
http://www.hdz-nrw.de, http://www.rub.de/idema, http://www365orte.de.

 

 







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Letzte Änderung: 3.1.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik