Dokumentarfilme
in der City
Internationale
Tagung Visible Evidence in Bochum
Vom 18. bis 21. Dezember findet in der Bochumer Innenstadt
„Visible Evidence XVI“ statt, eine internationale
Tagung zum Dokumentarfilm. „Visible Evidence“
ist ein internationales Netzwerk von Künstlern,
Kuratoren, Filmemachern und Wissenschaftern, die sich
mit aktuellen Fragen des Dokumentarfilms auseinandersetzen
und zur nicht-fiktionalen Medienkultur selbst wichtige
Beiträge leisten. Gegründet als Tagung 1993,
findet „Visible Evidence“ seither jährlich
an einem anderen Ort statt, mittlerweile auch jedes
Jahr auf einem anderen Kontinent. Nach Montreal 2005
und Sao Paulo 2006 ist „Visible Evidence XIV“
in Bochum die erste deutsche Ausgabe. Erwartet werden
80 Referenten, Filmemacher und Künstler (aus Europa,
den USA, Asien und Südamerika) für einen intensiven
Austausch über Fragen der jüngsten Entwicklungen
im Bereich der nicht-fiktionalen Bildmedien. Es gibt
drei Schwerpunkte: „Dokumentarfilm und Geschichte“,
„Dokumentarfilm und dokumentarische Bilder im
(Kunst)Museum“ sowie „Dokumentarfilm und
Wissenschaft“.
Zu jedem Schwerpunkt findet ein Plenarvortrag statt.
Am 18. Dezember (16 h) stellt Sylvie Lindeperg (Paris)
im Haus der Geschichte „Nuit et bruillard“
(1958) von Alain Resnais vor, einen der frühesten
Filme über die Nazi-Vernichtungslager und für
viele einer der wichtigsten Dokumentarfilme überhaupt.
Am 20. Dezember (17.30 h) spricht die Performance-Künstlerin
Marina Abramovic (New York) im Casablanca über
die Rekonstruktion von Performance-Kunst und die Schwierigkeiten
der Dokumentation dieser flüchtigen Kunstform.
Am 21. Dezember (17.30 h) referiert Michael Renov (Los
Angeles) im Haus der Geschichte über Dokumentarfilm,
Wissenschaft und Unterricht.
Als Tagungszentrum dient das Schauspielhaus. Weitere
Tagungsorte sind das Haus der Geschichte (Clemensstraße
17-19), die GLS-Bank (Christstraße 9) sowie das
Kino Casablanca im Bermuda-Dreieck, in dem ein Teil
der Vorträge und Vorführungen von wichtigen
neuen Dokumentarfilmen stattfinden. Viele Filme behandeln
die Abwicklung von Industriestädten und Industrieanlagen
im Ruhrgebiet und in den USA.
Die Tagung wird veranstaltet vom Alfried Krupp von Bohlen
und Halbach-Stiftungslehrstuhl für Theorie und
Geschichte bilddokumentarischer Formen (Institut für
Medienwissenschaft der RUB) zusammen mit dem Haus des
Dokumentarfilms, Stuttgart, und der Dokumentarfilm Initiative
NRW, Mülheim. Sie wird gefördert von der Alfried
Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Tagung, Vorträge
und Filme sind öffentlich.
Infos: Tel. -27414, Internet: http://www.visible-evidence.org
Vinzenz
Hediger
|