Helfer in der Not
Notfonds
für ausländische Studierende
Seit 1984 greift er ausländischen Kommilitonen
in Notsituationen finanziell unter die Arme: Der Verein
„Hilfe für ausländische Studierende
in Bochum“ ist dazu auf Spenden und Mitgliedsbeiträge
angewiesen. Wie man den Verein unterstützen kann
und wohin das Geld dann fließt, darüber informiert
der Vorsitzende Prof. Christian Uhlig.
Über 4.000 ausländische Studierende tummeln
sich an den Bochumer Hochschulen. An der RUB waren es
im letzten Sommersemester 3.724, das sind zwölf
Prozent aller Studierenden. Nur wenige verfügen
über eine längerfristige finanzielle Absicherung
– per Stipendium oder von zu Hause unterstützt.
Die generelle Armut in vielen Heimatländern, Arbeitslosigkeit
und schlechte Wechselkurse machen den Familien auskömmliche
Zahlungen häufig fast unmöglich. Folglich
fehlt den ausländischen Studierenden oft das Nötigste
für den Lebensunterhalt bzw. Geld für Miete,
Krankenkasse oder Einschreibgebühren. Dazu reißen
die – umstrittenen – Studiengebühren
ein riesiges Loch ins Budget.
Ein Ausgleich durch Jobben ist aufgrund der Arbeitsmarktlage,
ausländerrechtlicher Bestimmungen sowie des durch
Prüfungen vorgegebenen Zeitplanes nur begrenzt
möglich. Deshalb herrscht oft große Not bei
unseren ausländischen Kommilitoninnen und Kommilitonen.
Darunter leidet ihr Studium, das in fremder Sprache
im fremden Land sowieso nicht einfach ist. Es ist erfreulich,
dass trotzdem gute Abschlussquoten zu beobachten sind,
aber häufig mit erheblichen Zeitverzögerungen.
400 Fälle pro Jahr
Um etwas Abhilfe zu organisieren, wurde vor 24 Jahren
der Verein „Hilfe für ausländische Studierende
in Bochum“ als Notfonds gegründet. Er entstand
aus der Zusammenarbeit der evangelischen und katholischen
Studentengemeinden (ESG, KSG) mit Mitgliedern von RUB
und FH und den beiden Asten unter Schirmherrschaft der
Rektoren. Prof. Elmar Weiler hat kürzlich seine
Schirmherrschaft bekräftigt und bestätigt,
dass der Verein für die Uni eine wichtige Aufgabe
erfüllt. Wichtigstes Ziel ist, in Not geratenen
ausländischen Studierenden schnell zu helfen, um
das Studium und den Abschluss zu sichern. Zuletzt konnten
wir in über 400 Fällen pro Jahr eine knapp
bemessene Unterstützung gewähren: durch Zahlung
an Krankenkassen, Heimverwaltungen, Rechtsanwälte
(zur Abwendung von Räumungsklagen oder Erstreitung
von Aufenthaltsrechten) oder bar zur Sicherung des Lebensunterhalts.
Gelegentlich wird in einer entscheidenden Prüfungsphase
eine dreimonatige Unterstützung finanziert. Aber
dafür reichen die Mittel eigentlich nicht aus.
Einen wertvollen, in der Hochschullandschaft wohl einmaligen
Beitrag zur Finanzierung leisten die Studentenschaften.
Die Asten RUB und FH geben dem Verein jährlich
einen Euro pro Student aus den Sozialbeiträgen.
Beim RUB-Asta sind das über 31.000 Euro!
Der andere Teil der Mittel muss über Spenden eingeworben
werden. Wir bitten Sie herzlich, unsere Arbeit mit einer
großzügigen Spende zu unterstützen.
Auch Ihre Mitgliedschaft (Jahresbeitrag 60 Euro –
das entspricht etwa einem Krankenkassenbeitrag im Monat)
ist dringend erwünscht. Sie können über
den Verein zudem Förderpatenschaften für einzelne
Studierende übernehmen. Es wäre auch großartig,
wenn Sie anlässlich einer Feierlichkeit (runder
Geburtstag, Emeritierung, Fakultäts- oder Fachschaftsfest
u. a.) unseren Verein als Empfänger von „Spenden
anstatt Geschenken“ nennen würden. Wir informieren
Sie gern über Einzelheiten.
Vereinsvorstand, Kontakt
Zum Vorstand des 80 Mitglieder zählenden Vereins
gehören Prof. Dr. Christian Uhlig (früher
Institut für Entwicklungsforschung und -politik)
als Vorsitzender, Thomas Krieger (ESG) und Dawood Zamani
(Ausländerberatung) als Stellvertreter, Rosemarie
Heeger (Akafö) als Schatzmeisterin sowie Ulrich
Wüppenhorst (Ökumen. Studienwerk), dazu als
Beisitzer/innen Hannelore Grans (Akad. Auslandsamt),
Ursula Röttsches (KSG), die Asten RUB und FH sowie
das Autonome Ausländerreferat der RUB.
Kontakt & Spenden: Verein „Hilfe
für ausländische Studierende in Bochum“,
PF 250324, 44741 Bochum, Kto. 33304700, Spk Bochum (43050001).
Die nächste Mitgliederversammlung findet am 13.
Dezember um 15.30 h im Euro-Eck statt. Interessierte
sind herzlich eingeladen.
Herkunftsländer
Gut 70 % der ausländischen Studierenden der RUB
kommen aus Entwicklungs- bzw. Transformationsländern:
27 % aus Asien (z.B. China, Korea, Indien, Afghanistan);
7,5 % aus Afrika (Marokko, Tunesien, Ägypten usw.);
Europa (ohne EU) stellt 34 % der Klientel mit Türkei,
Russland und den jugoslawischen Nachfolgestaaten an
der Spitze; schließlich folgt Amerika (2,4 %)
mit Brasilien, Kolumbien, Argentinien.
Christian
Uhlig
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