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RUBENS 120

30. November 2007

Helfer in der Not

Notfonds für ausländische Studierende


Seit 1984 greift er ausländischen Kommilitonen in Notsituationen finanziell unter die Arme: Der Verein „Hilfe für ausländische Studierende in Bochum“ ist dazu auf Spenden und Mitgliedsbeiträge angewiesen. Wie man den Verein unterstützen kann und wohin das Geld dann fließt, darüber informiert der Vorsitzende Prof. Christian Uhlig.

Über 4.000 ausländische Studierende tummeln sich an den Bochumer Hochschulen. An der RUB waren es im letzten Sommersemester 3.724, das sind zwölf Prozent aller Studierenden. Nur wenige verfügen über eine längerfristige finanzielle Absicherung – per Stipendium oder von zu Hause unterstützt. Die generelle Armut in vielen Heimatländern, Arbeitslosigkeit und schlechte Wechselkurse machen den Familien auskömmliche Zahlungen häufig fast unmöglich. Folglich fehlt den ausländischen Studierenden oft das Nötigste für den Lebensunterhalt bzw. Geld für Miete, Krankenkasse oder Einschreibgebühren. Dazu reißen die – umstrittenen – Studiengebühren ein riesiges Loch ins Budget.
Ein Ausgleich durch Jobben ist aufgrund der Arbeitsmarktlage, ausländerrechtlicher Bestimmungen sowie des durch Prüfungen vorgegebenen Zeitplanes nur begrenzt möglich. Deshalb herrscht oft große Not bei unseren ausländischen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Darunter leidet ihr Studium, das in fremder Sprache im fremden Land sowieso nicht einfach ist. Es ist erfreulich, dass trotzdem gute Abschlussquoten zu beobachten sind, aber häufig mit erheblichen Zeitverzögerungen.

400 Fälle pro Jahr

Um etwas Abhilfe zu organisieren, wurde vor 24 Jahren der Verein „Hilfe für ausländische Studierende in Bochum“ als Notfonds gegründet. Er entstand aus der Zusammenarbeit der evangelischen und katholischen Studentengemeinden (ESG, KSG) mit Mitgliedern von RUB und FH und den beiden Asten unter Schirmherrschaft der Rektoren. Prof. Elmar Weiler hat kürzlich seine Schirmherrschaft bekräftigt und bestätigt, dass der Verein für die Uni eine wichtige Aufgabe erfüllt. Wichtigstes Ziel ist, in Not geratenen ausländischen Studierenden schnell zu helfen, um das Studium und den Abschluss zu sichern. Zuletzt konnten wir in über 400 Fällen pro Jahr eine knapp bemessene Unterstützung gewähren: durch Zahlung an Krankenkassen, Heimverwaltungen, Rechtsanwälte (zur Abwendung von Räumungsklagen oder Erstreitung von Aufenthaltsrechten) oder bar zur Sicherung des Lebensunterhalts. Gelegentlich wird in einer entscheidenden Prüfungsphase eine dreimonatige Unterstützung finanziert. Aber dafür reichen die Mittel eigentlich nicht aus.
Einen wertvollen, in der Hochschullandschaft wohl einmaligen Beitrag zur Finanzierung leisten die Studentenschaften. Die Asten RUB und FH geben dem Verein jährlich einen Euro pro Student aus den Sozialbeiträgen. Beim RUB-Asta sind das über 31.000 Euro!
Der andere Teil der Mittel muss über Spenden eingeworben werden. Wir bitten Sie herzlich, unsere Arbeit mit einer großzügigen Spende zu unterstützen. Auch Ihre Mitgliedschaft (Jahresbeitrag 60 Euro – das entspricht etwa einem Krankenkassenbeitrag im Monat) ist dringend erwünscht. Sie können über den Verein zudem Förderpatenschaften für einzelne Studierende übernehmen. Es wäre auch großartig, wenn Sie anlässlich einer Feierlichkeit (runder Geburtstag, Emeritierung, Fakultäts- oder Fachschaftsfest u. a.) unseren Verein als Empfänger von „Spenden anstatt Geschenken“ nennen würden. Wir informieren Sie gern über Einzelheiten.

Vereinsvorstand, Kontakt
Zum Vorstand des 80 Mitglieder zählenden Vereins gehören Prof. Dr. Christian Uhlig (früher Institut für Entwicklungsforschung und -politik) als Vorsitzender, Thomas Krieger (ESG) und Dawood Zamani (Ausländerberatung) als Stellvertreter, Rosemarie Heeger (Akafö) als Schatzmeisterin sowie Ulrich Wüppenhorst (Ökumen. Studienwerk), dazu als Beisitzer/innen Hannelore Grans (Akad. Auslandsamt), Ursula Röttsches (KSG), die Asten RUB und FH sowie das Autonome Ausländerreferat der RUB.
Kontakt & Spenden: Verein „Hilfe für ausländische Studierende in Bochum“, PF 250324, 44741 Bochum, Kto. 33304700, Spk Bochum (43050001). Die nächste Mitgliederversammlung findet am 13. Dezember um 15.30 h im Euro-Eck statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.

Herkunftsländer
Gut 70 % der ausländischen Studierenden der RUB kommen aus Entwicklungs- bzw. Transformationsländern: 27 % aus Asien (z.B. China, Korea, Indien, Afghanistan); 7,5 % aus Afrika (Marokko, Tunesien, Ägypten usw.); Europa (ohne EU) stellt 34 % der Klientel mit Türkei, Russland und den jugoslawischen Nachfolgestaaten an der Spitze; schließlich folgt Amerika (2,4 %) mit Brasilien, Kolumbien, Argentinien.

 


Christian Uhlig
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Letzte Änderung: 30.11.2007| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik