|
|
|
 |
RUBENS
- Zeitschrift der Ruhr-Universität
Nachrichten, Berichte und Meinungen
|
|
| |
| |
|
 |
|
|
 |
 |
| RUBENS 120 |
30. November 2007
|
|
|
Editorial
Enormer
Gewinn
Die Einführung der Studienbeiträge muss möglichst
rasch eine deutlich spürbare Verbesserung der Studienbedingungen
nach sich ziehen. Der Senat der Ruhr-Universität
hat in seiner Sitzung am 8. November die Planung für
den Einsatz der zentralen Mittel für das Studienjahr
2007/2008 einstimmig befürwortet. Vorangegangen waren
ausführliche, zum Teil kontroverse, aber durchweg
ausgesprochen konstruktive Beratungen mit der Gruppe der
Studierenden in der Universitätskommission für
Lehre, erweitert durch Vertreter des AStA und der Fachschaften.
Mit dem erreichten Konsens ist der erste Schritt in Richtung
einer längerfristigen Planung getan. Aus dem zentralen
Anteil werden – wie gehabt - zunächst die Lehrleistungen
unterstützt, die Fakultäten für Studierende
anderer Fakultäten erbringen. Ferner werden die Leistungen
für die Studierenden ausgebaut, von der Verlängerung
der Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek
über Sprachkurse und die Beratung im Schreibzentrum,
bis hin zum Ausbau des Studienorganisationssystems. Neu
eingeführt ist die Linie zur Verbesserung der Ausstattung,
wobei zunächst die Seminar- und Übungsräume
auf Vorschlag der Fakultäten nach und nach den veränderten
Lehr- und Lernformen angepasst werden und ihr verschlissenes
Inventar erneuert wird (s. auch Seite 3). Die Kosten dieser
Maßnahmen übersteigen in der Regel den Rahmen
der den Fakultäten unmittelbar zur Verfügung
stehenden und zeitnah auszugebenden Mittel.
Die negativen Auswirkungen einer unzureichenden Ausstattung
der Seminar- und Übungsräume auf den Lernerfolg
sind nicht zu unterschätzen. Hier ist Abhilfe dringend
geboten und mehr als überfällig. Während
ich es für die Fakultäten als primäre Aufgabe
sehe, mit den ihnen direkt zufließenden Studienbeiträgen
die Betreuungsrelation zu verbessern, und zwar durch hoch
qualifiziertes Personal (z.B. vorgezogene Berufungen),
sollten die zentralen Mittel primär für die
Verbesserung der Ausstattung und für eine optimale
Organisation des Studiums eingesetzt werden.
Nur der Einsatz der Studienbeiträge zur Verbesserung
der Betreuungsrelation erlaubt derzeit die Unterlaufung
der unseligen Kapazitätsverordnung, mit deren Revision
sich die Politik trotz aller Lippenbekenntnisse bezeichnenderweise
so schwer tut. Dank der Studienbeiträge gewinnt die
Ruhr-Universität endlich Abstand von dem allein auf
Erfüllung von Kennzahlen bei kontinuierlich minimiertem
Einsatz von Mitteln ausgerichteten Desiderat der Politik
vergangener Jahrzehnte. Mehr noch, die Studierenden werden
am verantwortungsvollen Umgang mit den beschränkten
Ressourcen beteiligt und zur konstruktiven Mitarbeit gewonnen.
Allein dies ist bereits ein enormer Gewinn. Die Studierenden
nutzen diese Chance in bemerkenswerter Weise, was sie
bei der Frage des Einsatzes der zentralen Mittel eindrucksvoll
unter Beweis gestellt haben. Verantwortungsbewusste und
gebildete Menschen mit Verständnis für Maß
und Ziel, das ist das, was wir für die Bewältigung
der Aufgaben in der Zukunft brauchen. Der Politik die
Verantwortung für die Universitäten und unser
Bildungssystem zuzuschieben ist ebenso populär wie
bequem. Nein, die Universitäten müssen Verantwortung
für den Staat übernehmen. Die Ruhr-Universität
ist auf einem guten Weg.
Prof.
Dr. Bernhard Stöckhert
|
|
|
|
|
| |
|
|