Raus mit der Sprache!
Die RUB
setzt in der Fremdsprachenausbildung auf digitale Werkzeuge
Raus mit der Sprache, auch mit der fremden, ermuntert
das Zentrum für Fremdsprachenausbildung (ZFA) seine
Studierenden. Denn beim Erlernen einer fremden Sprache
ist das Sprechen natürlich enorm wichtig. Mit digitalen
Lernwerkzeugen wie den sog. Voice Tools können mögliche
Sprechhemmungen abgebaut werden: praktisch immer und überall.
Die Lizenzen für die Software wurden durch Einnahmen
aus Studienbeiträgen finanziert.
Mit Hilfe der Voice Tools in der Lernplattform Blackboard
(Menüpunkt „Kommunikation“) können
Studierende sogar am heimischen Rechner ihr Schwedisch,
Arabisch oder Englisch üben und verbessern; Mikrofon
und Lautsprecher bzw. Headset genügen. Alternativ
wird gemeinsam im Selbstlernzentrum (GB 6/156) trainiert,
das vom ZFA und vom Seminar für Sprachlehrforschung
geleitet wird und im letzten Jahr mit aktueller Software
ausgerüstet wurde – finanziert mit Studienbeiträgen.
„Hier finden die Gebühren einen sinnvollen
und bedarfsorientierten Einsatz. Sie dienen in einzigartiger
Weise der Verbesserung von Lehren und Lernen,“
erklärt Dr. Claudia Kociucki, Geschäftsführerin
des ZFA. Kürzlich erst hat das Zentrum die Lizenz
verlängert.
Immerhin verbesserte die Software im letzten Jahr die
gesamte online-gestützte mündliche Kommunikation
zwischen Lehrenden und Studierenden sowie innerhalb
der Lerngruppen. „Es ist ein großer Gewinn
für die Studierenden, dass sich ihre sprachliche
Produktion in der Fremdsprache nicht auf vier Semesterwochenstunden
beschränken muss. Auch außerhalb des Präsenzunterrichts
können sie mit anderen in der Fremdsprache sprechen
und korrigiert werden“, sagt Dr. Kociucki.
Attraktive Ergänzung
Drei Funktionen bestimmen die Software. Lehrende und
Studierende können Voice-Mails versenden, mit Voice-Board
ein verbales Diskussionsforum eröffnen oder einen
Podcast innerhalb der Kurse erstellen. Lehrende können
zudem verbale Ankündigungen auf die Eingangsseite
setzen, online-Gesprächsrunden moderieren oder
Webseiten und Aufgaben kommentieren lassen.
Erste Evaluationen zeigen, dass das Anhören von
selbst gesprochenen Hörmaterialien und Diktaten,
das Aufsprechen von Texten und Fachdiskussionen von
den Studierenden als attraktive Ergänzungen zu
herkömmlichen Formen des Sprachenlernens empfunden
werden. Ausländische Studierende, die mit der deutschen
Schriftsprache noch nicht ausreichend vertraut sind,
können damit ihre Hör- und Sprechkompetenzen
entwickeln. Auch für Sehbehinderte könnten
die Tools einen „hörbaren“ Zugang zur
Lernplattform darstellen.
Die RUB ist mit den Voice Tools eine der Vorreiterinnen
an bundesdeutschen Hochschulen. Das Team des ZFA ist
überzeugt, dass die Lernwerkzeuge auch für
andere Fachbereiche interessant sind. Das ZFA freut
sich auf Anfragen aus anderen Disziplinen und den Erfahrungsaustausch
(s. Kasten). Jörg Meuter
BU: Digitales Lernen einer fremden Sprache per Headset
und Voice Tools; Foto: ZFA
ZFA
Das ZFA bietet seit dem Sommersemester 2006 als zentrale
Einrichtung der RUB Kurse in mittlerweile 19 Sprachen
an. Studierende und Beschäftigte der RUB, aber
auch Externe nutzen die mittlerweile rund 170 Sprachlernangebote
rege. Kontakt und Infos: http://www.rub.de/zfa;
mehr Infos zu den Voice Tools: Jörg Meuter, Bereichsleiter
für Materialentwicklung und Neue Medien am ZFA,
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Jörg
Meuter
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