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RUBENS 119

31. Oktober 2007



Fahren und gefahren werden

Psychologen befragen Studierende zu ihrer Verkehrsmittelwahl

Zur Uni mit der U-Bahn, zum Freund mit dem Rad, zu Fuß zur Arbeit, zum Einkaufen mit dem Auto oder anders rum: Wie kommen die Studierenden der RUB wo hin und vor allem warum so und nicht anders? Das wollen Forscher der Arbeitsgruppe Umwelt- und Kognitionspsychologie wissen, deswegen schreiben sie im November alle an.

Rund 33.000 Briefe gehen in die Post. Darin stecken Infos über das Projekt zum Thema Verkehrsmittelwahl, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft für zwei Jahre fördert. „Wir wollen wissen, welche Faktoren die Wahl des Verkehrsmittels beeinflussen“, verdeutlicht Projektmitarbeiter Dr. Christian Klöckner. „Uns interessieren sowohl situative Bedingungen wie die Anbindung ans ÖPNV-Netz oder der Besitz eines Autos, als auch psychische Faktoren wie die Einstellung zu bestimmten Verkehrsmitteln und ähnliches.“
Daneben enthält der Brief natürlich die Bitte mitzumachen. Das bedeutet, im November 07 und im April 08 je einen Fragebogen ausfüllen und eine Woche lang online protokollieren, ob und wie man Wege zu vier Zielen zurückgelegt hat: zur Uni, zum hauptsächlich genutzten Geschäft (Supermarkt an der Ecke), zum häufigsten Freizeitziel (etwa Freundin oder Fitnessclub) und, falls vorhanden, zum Job. „Das dauert am Tag nicht mehr als fünf Minuten“, schätzt Klöckner.
Wem der Dienst an der Wissenschaft als Anreiz nicht reicht, der lässt sich vielleicht von den Preisen im Gesamtwert von 4000 Euro überzeugen, die unter allen Teilnehmern verlost werden. Zu gewinnen gibt es Buchgutscheine, Eintrittskarten, Akkuschrauber, RUB-Kleidung aus dem Campusstore und vieles mehr, der Hauptgewinn ist ein Laptop. Die Befragung ist vom Datenschutzbeauftragten geprüft worden und streng anonym. Deswegen steckt in dem Brief neben der URL der Protokollseite auch ein Zugangscode.

Aussagekräftige Stichprobe

„Aus vorangegangenen Studien wissen wir, dass verschiedene Gruppen von Menschen sich durch ganz unterschiedliche Faktoren bei der Wahl des Verkehrsmittels beeinflussen lassen. Deswegen sind wir froh, mit den Studierenden der Ruhr-Uni eine so große Stichprobe ansprechen zu können, dass auch kleine Untergruppen noch groß genug sind, um statistisch aussagekräftig zu sein“, so Klöckner. Natürlich werden die Ergebnisse keine Aussage über die Verkehrsmittelwahl von Menschen im Allgemeinen zulassen, sondern genau darüber, wie Studierende in Bochum warum entscheiden. Dafür lässt sich aber anhand der Gruppe der Studierenden besonders gut ablesen, wie Veränderungen im Leben sich auf die Verkehrsmittelwahl auswirken. Umzug, eine neue Beziehung, ein anderer Job, all das sind gute Gründe, seine Verkehrsmittelwahl zu überdenken und vielleicht zu verändern.
Die zweite Protokollwoche im April soll darüber im Vergleich zur ersten im November Auskunft geben. „Solche Veränderungen sind in höherem Lebensalter weniger häufig als unter Studierenden, daher sind diese eine besonders interessante Gruppe“, erklärt Klöckner, der hofft, dass möglichst viele Studierende sich an beiden Teilen der Befragung beteiligen. Die Ergebnisse können u. a. zeigen, unter welchen Umständen Menschen ihre Verkehrsmittelwahl verändern und beispielsweise auf Bus und Bahn umsteigen.


md
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Letzte Änderung: 31.10.2007| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik