Fahren und gefahren werden
Psychologen
befragen Studierende zu ihrer Verkehrsmittelwahl
Zur Uni mit der U-Bahn, zum Freund mit dem
Rad, zu Fuß zur Arbeit, zum Einkaufen mit dem
Auto oder anders rum: Wie kommen die Studierenden der
RUB wo hin und vor allem warum so und nicht anders?
Das wollen Forscher der Arbeitsgruppe Umwelt- und Kognitionspsychologie
wissen, deswegen schreiben sie im November alle an.
Rund 33.000 Briefe gehen in die Post. Darin stecken
Infos über das Projekt zum Thema Verkehrsmittelwahl,
das die Deutsche Forschungsgemeinschaft für zwei
Jahre fördert. „Wir wollen wissen, welche
Faktoren die Wahl des Verkehrsmittels beeinflussen“,
verdeutlicht Projektmitarbeiter Dr. Christian Klöckner.
„Uns interessieren sowohl situative Bedingungen
wie die Anbindung ans ÖPNV-Netz oder der Besitz
eines Autos, als auch psychische Faktoren wie die Einstellung
zu bestimmten Verkehrsmitteln und ähnliches.“
Daneben enthält der Brief natürlich die Bitte
mitzumachen. Das bedeutet, im November 07 und im April
08 je einen Fragebogen ausfüllen und eine Woche
lang online protokollieren, ob und wie man Wege zu vier
Zielen zurückgelegt hat: zur Uni, zum hauptsächlich
genutzten Geschäft (Supermarkt an der Ecke), zum
häufigsten Freizeitziel (etwa Freundin oder Fitnessclub)
und, falls vorhanden, zum Job. „Das dauert am
Tag nicht mehr als fünf Minuten“, schätzt
Klöckner.
Wem der Dienst an der Wissenschaft als Anreiz nicht
reicht, der lässt sich vielleicht von den Preisen
im Gesamtwert von 4000 Euro überzeugen, die unter
allen Teilnehmern verlost werden. Zu gewinnen gibt es
Buchgutscheine, Eintrittskarten, Akkuschrauber, RUB-Kleidung
aus dem Campusstore und vieles mehr, der Hauptgewinn
ist ein Laptop. Die Befragung ist vom Datenschutzbeauftragten
geprüft worden und streng anonym. Deswegen steckt
in dem Brief neben der URL der Protokollseite auch ein
Zugangscode.
Aussagekräftige Stichprobe
„Aus vorangegangenen Studien wissen wir, dass
verschiedene Gruppen von Menschen sich durch ganz unterschiedliche
Faktoren bei der Wahl des Verkehrsmittels beeinflussen
lassen. Deswegen sind wir froh, mit den Studierenden
der Ruhr-Uni eine so große Stichprobe ansprechen
zu können, dass auch kleine Untergruppen noch groß
genug sind, um statistisch aussagekräftig zu sein“,
so Klöckner. Natürlich werden die Ergebnisse
keine Aussage über die Verkehrsmittelwahl von Menschen
im Allgemeinen zulassen, sondern genau darüber,
wie Studierende in Bochum warum entscheiden. Dafür
lässt sich aber anhand der Gruppe der Studierenden
besonders gut ablesen, wie Veränderungen im Leben
sich auf die Verkehrsmittelwahl auswirken. Umzug, eine
neue Beziehung, ein anderer Job, all das sind gute Gründe,
seine Verkehrsmittelwahl zu überdenken und vielleicht
zu verändern.
Die zweite Protokollwoche im April soll darüber
im Vergleich zur ersten im November Auskunft geben.
„Solche Veränderungen sind in höherem
Lebensalter weniger häufig als unter Studierenden,
daher sind diese eine besonders interessante Gruppe“,
erklärt Klöckner, der hofft, dass möglichst
viele Studierende sich an beiden Teilen der Befragung
beteiligen. Die Ergebnisse können u. a. zeigen,
unter welchen Umständen Menschen ihre Verkehrsmittelwahl
verändern und beispielsweise auf Bus und Bahn umsteigen.
md
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