Der Thrillerautor aus GB
Christian Heinke veröffentlicht Ende Oktober seinen
ersten Roman
In einem Leben ist er Medientechnischer Assistent und
kümmert sich um die rund 20.000 Filme in der Mediathek
am Institut für Medienwissenschaft. Im anderen
Leben denkt er sich spannende Geschichten aus. Bislang
hat Christian Heinke (37) seine Thriller per Podcast
übers Internet verbreitet, Kapitel für Kapitel
und selbst vorgelesen. Nun wird erstmals ein Roman von
ihm als Buch veröffentlicht: „Die Haut“
erscheint am 31. Oktober. Kurz vorher traf sich Arne
Dessaul mit dem Autoren.
Herr Heinke, kribbelt es schon, so wenige
Tage vor Erscheinen Ihres Romans?
Ja klar, ich bin sehr aufgeregt. Nach Schreiben, Lektorat
und vielen anderen Dingen ist es endlich so weit.
Bei Amazon ist „Die Haut“ bereits gelistet.
In welchen Buchhandlungen in Bochum und Umgebung wird
man das Buch kaufen können?
Ich denke, man wird es überall bestellen können.
Ob es irgendwo auch vorrätig sein wird, kann ich
noch nicht sagen. Es wird übrigens auch Lesungen
geben, zunächst in Zürich am Verlagssitz,
sicher dann auch bald in Bochum.
Anruf aus der Schweiz
Wie hoch ist die erste Auflage?
Fünftausend. Das ist für einen kleinen Verlag
wie Kameru ziemlich hoch.
Wann und warum haben Sie angefangen, sich Thriller
auszudenken?
Ich habe schon in der Schule geschrieben. Doch dann
begann ich Medienwissenschaft zu studieren und habe
während des Studiums auch ein paar Kurzfilme gedreht.
Die vielen finanziellen und personellen Abhängigkeiten
beim Filmemachen haben mich allerdings gestört.
Beim Schreiben brauche ich nur einen Stift und ein Blatt
Papier bzw. den Laptop. Irgendwann habe ich dann wieder
einen Text begonnen, konnte nicht damit aufhören
und auf einmal dachte ich bei mir: Oh, oh ... das wird
jetzt ein Roman!
War das schon die Haut?
Nein, das war ein Mystery-Roman. Ich habe Leseproben
daraus auf verschiedene Internetseiten gestellt, unter
anderem auch in das Forum einer Frauenzeitschrift, wo
sich junge Autoren präsentieren. Darauf stieß
durch Zufall die Verlagsleiterin von Kameru und rief
doch tatsächlich bei mir an.
Huch, das ist ungewöhnlich, oder?
Ja, normalerweise versucht der Autor an den Verlag zu
kommen, oft genug vergeblich. Irgendwann spätabends
meldete sich Frau Doktor Graf-Mullis aus der Schweiz
bei mir. Zunächst glaubte ich an einen Scherz,
aber es stimmte alles. Der Verlag war zwar nicht daran
interessiert, mein Mystery-Manuskript zu veröffentlichen,
aber sie fragten, ob ich nicht mal einen Thriller oder
einen Krimi für den Verlag schreiben wollte. Mit
meiner Schreibe, das müsste was werden. Daraus
entstand schließlich „Die Haut“.
Podcast aus der Küche
Die zunächst als Podcast übers
Internet verbreitet wurde. Wie muss man sich das vorstellen?
Recht profan. Ich sitze in meiner der Küche und
spreche den Text ein.
Dazu sollten unsere Leser wissen, dass Sie extrem
klar und deutlich sprechen und dass man Ihnen gern zuhört
…
… und dass ich schon Hörfunk-Beiträge
für den WDR gemacht habe. Hinterher jedenfalls
wird der Text ins Netz gestellt, Monat für Monat
immer ein Kapitel.
Aber so kennen Ihre Internethörer bereits
die komplette Geschichte?
Nein, das Ende wird verständlicherweise noch nicht
verraten. Das war so mit dem Verlag abgesprochen.
Klar, die waren eingeweiht.
Sicher, und die fanden es gut wegen der Publicity. Durchs
Internet bin ich kein unbeschriebenes Blatt mehr, zumal
ich zufällig der erste Deutsche war, der ein Hörbuch
als Podcast herausgegeben hat.
Haben Sie Vorbilder?
Ja, hauptsächlich Verfasser anspruchsvoller Unterhaltungsliteratur
aus dem angloamerikanischen Raum, daran orientiert sich
auch mein Schreibstil. Das sind Leute wie Thomas Harris,
Dashiell Hammett oder Stephen King.
Planen Sie mit dem Kameru-Verlag weitere Veröffentlichungen?
Auf jeden Fall. Als nächstes plant der Verlag,
einen Mystery-Roman von mir herausbringen, „Kabbalah“.
Danach folgt wieder ein Thriller, „Das Herz“,
daran schreibe ich gerade. „Kabbalah“ ist
fertig, das liest der Verlag gerade.
Opfer aus der Modeszene
Wenn Sie mögen, können Sie nun
in zwei, drei Sätzen erklären, was das Besondere
an „Die Haut“ ist und warum man es unbedingt
kaufen soll.
Ich denke, dass die Ausgangssituation sehr ungewöhnlich
ist: Eine Frau, die als Top-Model ausschließlich
von ihrer Schönheit lebt, verliert diese durch
einen Unfall, erhält sie dank einer Operation zurück
und muss kurz darauf fürchten, sie wieder zu verlieren,
weil sie von einem Serienkiller gejagt wird und im wahrsten
Sinne des Wortes um ihre eigene Haut fürchten muss.
Zudem ist mir glaube ich gelungen, meinen Figuren eine
gewisse psychologische Tiefe zu geben. Ich blicke hinter
den schönen Schein der Modeszene und zeige dort
einige sehr hässliche Dinge.
Von meinen Erstlesern wurde mir bescheinigt, dass man
sich richtig schön gruseln kann, dass der Plot
keinem gängigen Schema folgt und dass man immer
weiter und weiter lesen möchte. Eigentlich keinen
schlechten Voraussetzungen. Ich hoffe jedenfalls das
Beste.
Heinkes sämtliche Geschichten
Zum Thriller „Die Haut“ (Kameru-Verlag,
Zürich 2007, 220 Seiten, 19 Euro) können wir
noch nicht mehr als den Klappentext verraten: „Ein
Flugzeugabsturz zerstört das Leben des ehemaligen
Topmodels Katherine Williams: Ehemann Richard und Sohn
Denny sind tot, 60 Prozent von Katherines Haut sind
verbrannt. Durch eine neuartiges Verfahren wird ihr
jedoch ein zweites Leben geschenkt, ihre Schönheit
wieder hergestellt. Doch als ein Serienkiller damit
beginnt, Katherines Kolleginnen vom Laufsteg zu ermorden,
deuten die Ermittlungen der New Yorker Polizistin Helen
Louisiani darauf hin, dass der Killer es auch auf die
Haut von Katherine abgesehen hat.“
Christian Heinke hat noch einiges mehr geschrieben als
„Die Haut“, u. a. die Romane „Behemoth“
(in Vorbereitung), „Kabbalah“ und „Das
Mal“. Neben der „Haut“ wurde auch
„Kabbalah“ bereits über Podcast im
Internet verbreitet, ebenso die Reihe „TV Watchdog“,
in der Heinke Fernsehserien aus den USA vorstellt und
analysiert. Weitere Infos: http://www.heinkedigital.com
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