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RUBENS 119

31. Oktober 2007



Der Thrillerautor aus GB


Christian Heinke veröffentlicht Ende Oktober seinen ersten Roman


In einem Leben ist er Medientechnischer Assistent und kümmert sich um die rund 20.000 Filme in der Mediathek am Institut für Medienwissenschaft. Im anderen Leben denkt er sich spannende Geschichten aus. Bislang hat Christian Heinke (37) seine Thriller per Podcast übers Internet verbreitet, Kapitel für Kapitel und selbst vorgelesen. Nun wird erstmals ein Roman von ihm als Buch veröffentlicht: „Die Haut“ erscheint am 31. Oktober. Kurz vorher traf sich Arne Dessaul mit dem Autoren.

Herr Heinke, kribbelt es schon, so wenige Tage vor Erscheinen Ihres Romans?
Ja klar, ich bin sehr aufgeregt. Nach Schreiben, Lektorat und vielen anderen Dingen ist es endlich so weit.

Bei Amazon ist „Die Haut“ bereits gelistet. In welchen Buchhandlungen in Bochum und Umgebung wird man das Buch kaufen können?

Ich denke, man wird es überall bestellen können. Ob es irgendwo auch vorrätig sein wird, kann ich noch nicht sagen. Es wird übrigens auch Lesungen geben, zunächst in Zürich am Verlagssitz, sicher dann auch bald in Bochum.

Anruf aus der Schweiz

Wie hoch ist die erste Auflage?
Fünftausend. Das ist für einen kleinen Verlag wie Kameru ziemlich hoch.

Wann und warum haben Sie angefangen, sich Thriller auszudenken?
Ich habe schon in der Schule geschrieben. Doch dann begann ich Medienwissenschaft zu studieren und habe während des Studiums auch ein paar Kurzfilme gedreht. Die vielen finanziellen und personellen Abhängigkeiten beim Filmemachen haben mich allerdings gestört. Beim Schreiben brauche ich nur einen Stift und ein Blatt Papier bzw. den Laptop. Irgendwann habe ich dann wieder einen Text begonnen, konnte nicht damit aufhören und auf einmal dachte ich bei mir: Oh, oh ... das wird jetzt ein Roman!

War das schon die Haut?
Nein, das war ein Mystery-Roman. Ich habe Leseproben daraus auf verschiedene Internetseiten gestellt, unter anderem auch in das Forum einer Frauenzeitschrift, wo sich junge Autoren präsentieren. Darauf stieß durch Zufall die Verlagsleiterin von Kameru und rief doch tatsächlich bei mir an.

Huch, das ist ungewöhnlich, oder?
Ja, normalerweise versucht der Autor an den Verlag zu kommen, oft genug vergeblich. Irgendwann spätabends meldete sich Frau Doktor Graf-Mullis aus der Schweiz bei mir. Zunächst glaubte ich an einen Scherz, aber es stimmte alles. Der Verlag war zwar nicht daran interessiert, mein Mystery-Manuskript zu veröffentlichen, aber sie fragten, ob ich nicht mal einen Thriller oder einen Krimi für den Verlag schreiben wollte. Mit meiner Schreibe, das müsste was werden. Daraus entstand schließlich „Die Haut“.

Podcast aus der Küche

Die zunächst als Podcast übers Internet verbreitet wurde. Wie muss man sich das vorstellen?
Recht profan. Ich sitze in meiner der Küche und spreche den Text ein.

Dazu sollten unsere Leser wissen, dass Sie extrem klar und deutlich sprechen und dass man Ihnen gern zuhört …
… und dass ich schon Hörfunk-Beiträge für den WDR gemacht habe. Hinterher jedenfalls wird der Text ins Netz gestellt, Monat für Monat immer ein Kapitel.

Aber so kennen Ihre Internethörer bereits die komplette Geschichte?
Nein, das Ende wird verständlicherweise noch nicht verraten. Das war so mit dem Verlag abgesprochen.

Klar, die waren eingeweiht.
Sicher, und die fanden es gut wegen der Publicity. Durchs Internet bin ich kein unbeschriebenes Blatt mehr, zumal ich zufällig der erste Deutsche war, der ein Hörbuch als Podcast herausgegeben hat.

Haben Sie Vorbilder?
Ja, hauptsächlich Verfasser anspruchsvoller Unterhaltungsliteratur aus dem angloamerikanischen Raum, daran orientiert sich auch mein Schreibstil. Das sind Leute wie Thomas Harris, Dashiell Hammett oder Stephen King.

Planen Sie mit dem Kameru-Verlag weitere Veröffentlichungen?
Auf jeden Fall. Als nächstes plant der Verlag, einen Mystery-Roman von mir herausbringen, „Kabbalah“. Danach folgt wieder ein Thriller, „Das Herz“, daran schreibe ich gerade. „Kabbalah“ ist fertig, das liest der Verlag gerade.

Opfer aus der Modeszene

Wenn Sie mögen, können Sie nun in zwei, drei Sätzen erklären, was das Besondere an „Die Haut“ ist und warum man es unbedingt kaufen soll.
Ich denke, dass die Ausgangssituation sehr ungewöhnlich ist: Eine Frau, die als Top-Model ausschließlich von ihrer Schönheit lebt, verliert diese durch einen Unfall, erhält sie dank einer Operation zurück und muss kurz darauf fürchten, sie wieder zu verlieren, weil sie von einem Serienkiller gejagt wird und im wahrsten Sinne des Wortes um ihre eigene Haut fürchten muss.
Zudem ist mir glaube ich gelungen, meinen Figuren eine gewisse psychologische Tiefe zu geben. Ich blicke hinter den schönen Schein der Modeszene und zeige dort einige sehr hässliche Dinge.
Von meinen Erstlesern wurde mir bescheinigt, dass man sich richtig schön gruseln kann, dass der Plot keinem gängigen Schema folgt und dass man immer weiter und weiter lesen möchte. Eigentlich keinen schlechten Voraussetzungen. Ich hoffe jedenfalls das Beste.

Heinkes sämtliche Geschichten
Zum Thriller „Die Haut“ (Kameru-Verlag, Zürich 2007, 220 Seiten, 19 Euro) können wir noch nicht mehr als den Klappentext verraten: „Ein Flugzeugabsturz zerstört das Leben des ehemaligen Topmodels Katherine Williams: Ehemann Richard und Sohn Denny sind tot, 60 Prozent von Katherines Haut sind verbrannt. Durch eine neuartiges Verfahren wird ihr jedoch ein zweites Leben geschenkt, ihre Schönheit wieder hergestellt. Doch als ein Serienkiller damit beginnt, Katherines Kolleginnen vom Laufsteg zu ermorden, deuten die Ermittlungen der New Yorker Polizistin Helen Louisiani darauf hin, dass der Killer es auch auf die Haut von Katherine abgesehen hat.“
Christian Heinke hat noch einiges mehr geschrieben als „Die Haut“, u. a. die Romane „Behemoth“ (in Vorbereitung), „Kabbalah“ und „Das Mal“. Neben der „Haut“ wurde auch „Kabbalah“ bereits über Podcast im Internet verbreitet, ebenso die Reihe „TV Watchdog“, in der Heinke Fernsehserien aus den USA vorstellt und analysiert. Weitere Infos: http://www.heinkedigital.com




 



 

 

 





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